Gut unterrichtet: Grundschule schmeckt nach mehr

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„Riesiger Spaß“: Ein Höhepunkt 2017/18 ist das Projekt mit dem Zirkus „Dobbelino“, in dem die Schüler zeigen, welche artistische
„Riesiger Spaß“: Ein Höhepunkt 2017/18 ist das Projekt mit dem Zirkus „Dobbelino“, in dem die Schüler zeigen, welche artistischen Talente in ihnen schlummern. Nächster Termin für die Show: 2020. (Foto: ah)
stellv. Regionalleiterin

Die Franz-Anton-Maulbertsch-Schule (FAMS) geht mit der Zeit. Dafür sprechen nicht nur die Tablets, mit denen die Grundschüler von der ersten Klasse an arbeiten, sondern auch die Chipkarten, mit denen die Kinder ihr Essen bezahlen. Apropos Verpflegung: Immer mehr Schüler verbringen immer mehr Stunden in der FAMS. „Das Ganztagesangebot ist sehr gefragt“, berichtete Rektorin Uta Maria Veit jüngst dem Gemeinderat.

239 Schüler in elf Klassen – zweizügig in Stufe eins, dreizügig in den Stufen zwei bis vier. Plus 22 Lehrer, eine Schulsozialarbeiterin, zwölf Betreuungskräfte und vier Jugendbegleiter. Macht zusammen: „eine gut aufgestellte Schule“, wie die Rektorin in ihrem Erfahrungsbericht über das Schuljahr 2017/18 feststellte. Dienstags und donnerstags, an den Tagen mit Nachmittagsschule, nutzten bis zu 234 Kinder die Angebote verschiedener Arbeitsgruppen, die es vor oder nach dem Unterricht beziehungsweise zwischen 7 und 16.30 Uhr gibt – Stichworte: Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

„Schule als Lebensraum“

Umso wichtiger sei es eine angenehme und ruhige Atmosphäre an der FAMS zu schaffen, sagte Uta Maria Veit und sprach in diesem Zusammenhang von „Schule als Lebensraum“. Und weil es sich mit leerem Magen bekanntlich schlecht lernt, schafft die Mensa Abhilfe – dank Förderverein und Gemeinde (siehe Kasten). Bestellung und Bezahlung des Essens erfolgen mittlerweile elektronisch: „Die Kinder haben einen Chip, von dem die Kosten abgebucht werden“, erzählte die Schulleiterin. Die Plattform „Mensamax“ stelle eine Riesenerleichterung dar, „die Abrechnung war anders nicht mehr zu machen“.

Weitere Entwicklungen, über die Uta Maria Veit informierte: die stufenweise Abschaffung des Englischunterrichts in den Klassen eins und zwei zugunsten der Förderung von Lesekompetenz und Rechnen und das Arbeiten mit iPads in allen Stufen, angefangen bei der Vermittlung von Grundkenntnissen und Verhaltensregeln beispielsweise im Internet, bis zur Erstellung von Präsentationen mit Bild und Ton. Erfreulich für die FAMS: die Auszeichnung als Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt, die nicht zuletzt auf die Zusammenarbeit mit dem Handballverein oder dem Yachtclub zurückzuführen ist. Hilfreich für Eltern ist das Heftchen „Kompass“, in dem eine Gruppe von Lehrkräften Schulprofil, Erreichbarkeit, Organisation und vieles mehr zusammengefasst hat und das an jedes Kind verteilt wird.

Zirkusreifer Stundenplan

Ein Höhepunkt für den Nachwuchs war der Rektorin zufolge ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem Zirkus „Dobbelino“, in dem die Schüler sich in Jonglage, auf dem Trampolin oder am Trapez übten und in mehreren Vorführungen zeigten, was sie können. „Das hat den Kindern riesigen Spaß gemacht“, sagte die Schulleiterin und kündigte an, dass die zirkusreife Show 2020 wieder auf dem Stundenplan steht.

Eine Grundschule, „die hervorragend organisiert ist“ und „ein Angebot, das der Zeit entspricht“, erkannte nach dem Bericht CDU-Gemeinderat Bernd Kleiser. Und auch von Grünen-Fraktionschef Ulrich Ziebart gab es Lob für die Schule, in der ein guter Geist herrsche und die den Spagat zwischen Medienkonsum und Bewegung schaffe. Hans-Günther Moser von den Freien Wählern bezeichnete Schulleiterin Veit als „Motivationskünstlerin“ und sah die FAMS auf einem guten Weg. SPD-Fraktionsvorsitzender Charlie Maier fasste sich kurz: „Ich schließe mich meinen Vorrednern an.“

84 Schüler täglich

Die Ausgabe des Essens, das die ZF Gastronomie Service GmbH liefert, übernimmt der Förderverein der FAMS. Die Gemeinde schießt jährlich 1000 Euro zu. Ein Gericht kostet 2,90 Euro, durchschnittlich essen täglich 84 Schüler im Zweischichtbetrieb in der Mensa. Im Schuljahr 2017/18 wurden 14 738 Mittagessen ausgegeben. Hauptamtsleiter Klaus-Peter Bitzer zufolge „eine gewaltige Zahl“, die für Bedarf, Qualität und Personal spricht.

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