Fischer fangen überraschend große Felchen

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Walter Rau, (Beisitzer), Tobias Lanz, (Beisitzer), Sabine Gessler, (Beisitzer), Karl-Heinz Liebsch, (Beisitzer), Norbert Knöpfle
Walter Rau, (Beisitzer), Tobias Lanz, (Beisitzer), Sabine Gessler, (Beisitzer), Karl-Heinz Liebsch, (Beisitzer), Norbert Knöpfler (Vorsitzender) und Kurt Müller (Schriftführer) vom Württembergischen Fischereiverein sorgen sich um die Zukunft der Fischerei am Bodensee. (Foto: ANDY HEINRICH)
Andy Heinrich

Eine eher ruhige und harmonische Hauptversammlung haben die Mitglieder des Württembergischen Fischervereins (WF) am Mittwoch im Hotel Schwedi abgehalten. Wie Norbert Knöpfler, Vorsitzender des WF, berichtete, habe sich der Fangertrag der Fischer 2017 auf Vorjahresniveau bewegt, wobei die wirtschaftlich wichtigsten Fischarten, bis auf den Aal, etwas zugelegt hätten. Über das Jahr hinweg verzeichneten die Petrijünger beim Felchen-Schwebsatz zehn Prozent weniger, bei den anderen Felchen rund 20 Prozent mehr Ertrag.

In seinem Jahresrückblick berichtete Norbert Knöpfler von einer durchwachsenen Saison für die Württembergischen Bodenseefischer. „Beim Felchen-Schwebsatz waren es zwar zehn Prozent weniger, bei den anderen Felchen dafür nahezu 20 Prozent mehr. Wir müssen feststellen, dass sich die Steigerung ausschließlich auf die sehr guten Fänge im Gangfischlaich zurückzuführen ist. Übers Jahr gesehen war der Fang von Gangfischen in den Bodennetzen ausgesprochen schwach“, stellte der Berufsfischer fest.

Aufgrund von starken Fönstürmen habe man die Laichfischerei teilweise aussetzten müssen. Auffallend für die Fischer war die Tatsache, dass man überraschend große Felchen gefangen habe, die ein Alter von vier bis sieben, teilweise sogar acht Jahren auf der Flosse hatten. „Leider lässt der Ernährungszustand dieser Fische inzwischen sehr zu wünschen übrig“, betonte Knöpfler, der auch positives zu berichten hatte.

So sei die Entwicklung der Kretzer erfreulich gewesen. Eine Zunahme von über 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, sowie ein Plus von 1400 Kilogramm auf 1500 Kilogramm beim Hecht habe man so nicht erwarten können. Allerdings trete der Kretzer nicht mehr flächendeckend, sondern nur noch punktuell im See auf. Der Aalertrag sank von circa 6000 Kilogramm auf 5000 Kilogramm: „Auffallend ist das Durchschnittsgewicht, das bei etwa ein Kilogramm und darüber liegt. Aale unter 600 Gramm sind nur noch selten in unseren Netzen“, so der Vorsitzende.

„Zu wenig Unterstützung“

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung der internationalen Aktion „Ein Juwel hungert – Rettet den Bodensee“, habe man im April laut Knöpfler 25 766 Unterschriften an Politiker übergeben können. Weitere Themen wie Netzgehege, sprich Aquakulturen im Bodensee (das Regierungspräsidium steht hinter dem umstrittenen Projekt, die meisten Fischer sind dagegen, Anmerkung der Redaktion), die beschlossenen Patentreduzierungen samt Regelung der Alterspatente, sorgten bei den Fischern nach wie vor für Unmut und Kopfschütteln. „Wir erfahren einfach zu wenig Unterstützung. Wir sind gegen die Einbringung von Netzgehegen. Mit den beschlossenen Patentreduzierungen stehen uns noch einschneidende Maßnahmen bevor. Für zielführend halte ich das nicht. Es wird für den Seefrieden nicht förderlich sein, wenn die Fischer in der Übergangszeit mit unterschiedlich vielen Netzen fischen dürfen. Bei der Anzahl der regelmäßig rausfahrenden Fischer ist die angestrebte Netzzahl ohnehin schon längst erreicht, für uns ist keine Hilfe erkennbar“, betonte er. Nach dem Bericht der Kasse erfolgte die einstimmige Entlastung der Vorstandschaft.

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