Festspiele sei Dank: Die Muschel lebt

Lesedauer: 5 Min
stellv. Regionalleiterin

Die Premiere ist mittlerweile ausverkauft. Alle weiteren Aufführungstermine sind zu finden unter

www.langenargener-festspiele.de

Tickets gibt es zudem unter

www.reservix.de

Ein Video zu einem Probenbesuch liefert einen kleinen Vorgeschmack, und zwar unter

www.schwaebische.de/Hotzenplotz

Potzblitz! Bereits die Generalprobe der Langenargener Festspiele hat am Donnerstag bewiesen: „Der Räuber Hotzenplotz“ bringt endlich Leben in die Musikmuschel, in der bislang viel zu wenig passiert ist. Zum Glück klappte dabei längst nicht alles, womit bekanntermaßen die Vorzeichen für die Premiere am Samstag um 16 Uhr hervorragend stehen. Die feierliche Eröffnung beginnt schon um 15.30 Uhr.

Abgesehen von gröberen Tonproblemen und kleineren Textunsicherheiten lief vor allen Dingen eins nicht nach Plan: das Wetter. Pünktlich zu Beginn der Generalprobe setzte ein fieser Dauerregen ein, der sich fristgerecht nach der letzten Szene wieder abschwächte. Ein Umstand, auf den nicht einmal Nadine Klante, künstlerische Leiterin und Regisseurin, Einfluss hatte. Dafür bewies sie, – wie übrigens das ganze Ensemble, – dass Künstler nicht aus Zucker sind, und gab ihre Zeichen von einem Platz ohne Schauerschutz aus.

Hatschen, grienen, brüllen

Die etwa 40 Zuschauer, unter ihnen Nachbarn, Mitarbeiter der Gemeinde und Freunde, saßen dagegen fast schon gemütlich unter Sonnenschirmen vor der Muschel beim Schloss Montfort direkt am See und fieberten dem Probelauf entgegen. „Sie sind die Ersten überhaupt, die das Stück sehen dürfen“, heizte Caroline Wocher, erste Vorsitzende des Langenargener Festspielvereins, die Stimmung zur Begrüßung an. Sollte das Wetter bei einer der sieben regulären Aufführung bis 5. August ebenfalls nicht mitspielen, wechselt der Spielort von der Muschel in den nahegelegenen Münzhof.

Während der Generalprobe zeigten sich Festspielteam und Publikum allerdings nicht zimperlich – passend zur Hauptfigur. Was Anetta Dick alias Räuber Hotzenplotz ablieferte, wie sie hatschte, griente, brüllte und um Großmutters musizierende Kaffeemühle kämpfte, das ließ nicht nur junge Besucher begeistert auflachen. Großen Spaß und Lust auf mehr machte aber auch das Spiel der Kollegen: Festspielintendant Steffen Essigbeck, der die Rolle des Kasperls übernimmt, Tobias Wagenblaß, der den Seppel und Petrosilius Zwackelmann gibt, Birgit Unger, die als Großmutter, Unke und Fee Amaryllis zu sehen ist, sowie Sebastian Dix, der zu Wachtmeister Dimpfelmoser mutiert. Mehr dazu im Nachbericht zur Premiere beziehungsweise bei einer der Theateraufführungen.

Doch nicht nur wegen der überzeugenden Schauspielleistung hätte Otfried Preußler, Autor des Kinderbuchklassikers „Der Räuber Hotzenplotz“, die Probe wohl abgenommen. Ihm wären sicher auch die vielen schönen Details angenehm aufgefallen: Angefangen beim professionellen Bühnenbild von Werner Klaus, der es geschafft hat, Großmutters trautes Heim, düsteren Räuberwald und gruseliges Zauberschloss gleichzeitig darzustellen. Bis hin zu den herrlichen Kostümen, die dank Catrin Brendel-Firat die Figuren unverwechselbar machen, indem sie deren Charaktere unterstreichen.

Am Ende dürfte das Publikum nur ein Problem gehabt haben. Nämlich das zu tun, um was Caroline Wocher vom Festpielverein gleich zu Beginn gebeten hatte, weil es bei Generalproben so üblich ist: nach der Vorstellung aufstehen und einfach gehen – ohne, zu applaudieren.

Die Premiere ist mittlerweile ausverkauft. Alle weiteren Aufführungstermine sind zu finden unter

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Ein Video zu einem Probenbesuch liefert einen kleinen Vorgeschmack, und zwar unter

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