Familien-Hexe Lindenbart macht von sich hören

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Schwäbische Zeitung

Sie sucht das „Alle-Wetter-Hexbuch“, in dem der „Jetztschneitesabermalblitzschnellausallensiebenwolken“-Hexspruch steht. Sie, das ist die Hexe Lindenbart – die Hauptfigur in dem gleichnamigen Kinderhörspiel. Ein Hörspiel, das von zwei Familien komplett erfunden, getextet, aufgezeichnet und produziert wird. Ganz vorne mit dabei: die gebürtige Langenargerin Martina Schaeffer.

Etwa ein Jahr dauert die Produktion einer Folge des Hörspiels. „Die Produktion läuft nebenbei, wir machen das alle nicht hauptberuflich“, erzählt Martina Schaeffer. In Langenargen mit vier Geschwistern aufgewachsen, lebt und arbeitet die Journalistin heute in der Nähe von Regensburg. Noch heute komme sie regelmäßig nach Langenargen, in die „Familienzentrale“, wie sie sagt. „Ohne den See könnten wir gar nicht.“

Auch die Umwelt ist Thema

Wie der Bodensee eine zentrale Bedeutung in Martina Schaeffers Leben hat, haben Natur und Umwelt einen festen Platz in den Hörspielen: „Wir packen Umweltthemen in die Geschichte: Gerade in der aktuellen Folge wird spielerisch auf den Klimawandel hingewiesen.“

Diese vierte Folge ist eine Weihnachtsgeschichte. Es dreht sich um Weihnachten und den Schnee, der kurz vor dem Fest noch immer nicht da ist. Die Hexe Lindenbart sucht den richtigen Spruch, um den Schnee herbeizuhexen, findet ihn nicht, hext trotzdem und dabei geht einiges schief. Neben dem Verpacken ernsthafter Themen will das Autoren-Team natürlich unterhalten und zum Lachen bringen. Auch deswegen ist die Figur der Hexe Lindenbart nicht nur eine Hexe, sondern eine „liebevolle kleine pupsende Waldhexe, die für alle ein offenes Ohr hat und hilft“, wie Martina Schaeffer sagt.

Vor vier Jahren ist sie in das Autorenteam eingestiegen, textet seitdem Dialoge und Lieder. Über ihren Lebensgefährten Marcus Klare kam sie dazu. Der sei von Kindheit an hörspielbegeistert und entwickelt gemeinsam mit seinem Kollegen Florian Sieber die Geschichten – doch die Idee kommt von jemand anderem: Florian Siebers Tochter Annika. Vor ungefähr sieben Jahre hat sie auf einem Spaziergang ein Häuschen im Wald gesehen und gerufen: „Da wohnt die Hexe Lindenbart“.

Florian Sieber und Markus Klare haben angefangen, sich Geschichten rund um die Hexe Lindenbart zu erzählen. Auf dieser Basis ist dann die erste Folge entstanden. Ein Testlauf, der gezeigt hat, dass die Hexe bei Kindern ankommt. Seitdem findet sich das Familienunternehmen im ständigen Lernprozess: „Wir mussten lernen, wie man die Dialoge macht, dass es lebendig wirkt, wie man es schafft, dass die Charaktere im Stück präsent sind“, erzählt Martina Schaeffer. Natürlich haben sie in andere Hörspiele reingehört – Die Konkurrenz ist groß: „Es gibt einen großen Markt, es gibt viele Hörspiel-Produktionen – aber es gibt ganz wenige, die ohne einen Rundfunksender oder einen spezialisierten Hörbuchverlag entstehen“, sagt die Langenargenerin. „Wir machen es ohne Verlag, können das auch. Aber wir müssen uns dann die Vertriebswege suchen, um das Produkt bekannt zu machen.“

Das Team um Martina Schaeffer hat klein angefangen. Inzwischen ist die vierte Folge auf dem Markt und ein Ende sei nicht absehbar: „Wir merken, dass es gut ankommt, das spornt uns an, die Ideen sprudeln, und wir machen weiter.“

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