Familie Bayha beflügelt wieder Langenargen

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 Elias Bayha am Flügel.
Elias Bayha am Flügel. (Foto: Klavierhaus)

Ein Flügel im Freien? Für jedermann zugänglich und bespielbar? Sonne und Feuchtigkeit ausgesetzt? Das klingt verrückt – ist es aber nicht. Sabrina und Christoph Bayha haben das Expermiment 2016 schon einmal gewagt, und auch dieses Jahr wird während der Sommermonate an der Langenargener Uferpromenade wieder der Feurich-Flügel stehen, der schon vor drei Jahren so vielen Menschen Freude gemacht hat.

Klavierbaumeister Christoph Bayha und seine Frau Sabrina hatten die Aktion damals als Werbung für ihr Klavierhaus in der Lindauer Straße gestartet. Fast dreieinhalb Monate stand das damals neue und hochwertige Instrument an wechselnden Standorten an der Promenade. Nachts war der Flügel im Haus am Gondelhafen untergebracht. Morgens, oft schon sehr zeitig, stellten Bayhas die schwarze Schönheit ins Freie, abends kam das gute Stück wieder hinein. Beim Gespräch mit dem Montfort-Boten sitzen die beiden nun an ihrem Esstisch, erinnern sich und erzählen Geschichten, die sie damals mit dem Flügel und vor allem mit den Menschen, die auf ihm spielten, erlebt haben. „Abends haben wir uns angewöhnt, zum Flügel zu gehen“, erzählt Sabrina Bayha. Manchmal mit einer Flasche Wein im Gepäck, saßen Bayhas am See, genossen einen lauen Abend, hörten den Menschen beim Spielen zu und schoben das 350 Kilo schwere Instrument zur Nachtruhe über eine Rampe ins Haus am Gondelhafen.

Dem Flügel war es immer gut ergangen. Oft hatten, wenn eine Unwetterfront drohte, besorgte Passanten bei Klavierbaumeister Bayha angerufen. Oder, wenn es tröpfelte, das Instrument rasch mit der unter dem Flügel liegenden Regenplane zugedeckt. „Manchmal mussten wir auch schnell los, den Flügel retten“, lacht Sabrina Bayha. Und Christoph Bayha investierte pro Woche zusätzlich etwa eineinhalb Stunden, um das Instrument zu stimmen. Aber man merkt den beiden im Gespräch doch an: Die vielen schönen Erlebnisse mit den Menschen, die sich freuten, auf dem hochwertigen Instrument spielen zu können, mit den Gruppen, die sich am Flügel verabredet hatten, mit den Kindern und Jugendlichen, die der Flügel anzog – das war die Mühe wert.

Gemeinde zahlt 3000 Euro

Nachdem die Bayhas seit 2016 immer wieder darauf angesprochen worden waren, hat sich das Ehepaar entschlossen, die Aktion nun zu wiederholen. Auch die Gemeinde zeigt sich dieses Jahr mit insgesamt 3000 Euro für die viele Arbeit erkenntlich, die Bayhas sich mit dem Flügel machen, denn nicht zuletzt profitiere ja auch das Image Langenargens von dem Flügel am See, so Sabrina Bayha.

Aktuell denkt sie darüber nach, wie sie das Instrument besser vor der Sonne schützen kann, weil es sonst zu heiß wird, um noch bespielt werden zu können. Und einen passenden Termin für den Start mit dem Flügel am See gibt es auch schon: Am Sonntag, 26. Mai, soll es offiziell um 14 Uhr losgehen, in der Nähe des Pendels. Sohn Elias Bayha wird dann eine Mozartsonate spielen.

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