Eisstockschießen auf heißem Pflaster

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 Die Langen
Die Langen (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung

Von oben brannte die Sonne, von unten glühten die Pflastersteine und die zäh zu spielenden Bahnen brachten so einige Teilnehmer an ihre Grenze, heißt es in einer Mitteilung der Langenargener Eisstockschützen. In der Gluthitze von Waldenbuch-Hasenhof starteten sie mit drei Teams am letzten Spieltag der ersten Bundesliga-Südwest. Dabei holte Langenargen im Team Bronze und im Einzel Gold und Bronze.

Der Mannschaftswettbewerb verlief zumindest für die erste Mannschaft des ESC sehr spannend und mit einem echten Happy End: Die Langenargener starteten mit drei hohen Siegen gegen die Vereinskameraden und Ebhausen gut ins Turnier, bevor es gegen Altmeister Neuenstadt zum ersten Mal knifflig wurde und der ESC mit der letzten Kehre das Spiel noch abgeben musste.

Dem klaren 25:5-Sieg gegen Böblingen folgte mit Stuttgart-Vaihingen der Dauerrivale um die Meisterschaft. Stuttgart reichten zwei glückliche Situationen, um das enge Spiel für sich zu entscheiden. Noch war aber nichts entschieden, denn auch die anderen Spitzenteams hatten auf den aufgeheizten Pflastersteinbahnen Durchhänger.

So auch der Ausrichter und Gastgeber aus Glashütte, der in den letzten Jahren immer im Kampf um die Meisterschaft dabei war und gegen die trotzig aufspielenden Langenargener mit 5:33 unterging. Gleich darauf hatte jedoch der ESC seinen Durchhänger, verlor mit 10:14 gegen die stark aufspielenden Freunde vom ESV Friedrichshafen, rutschte dadurch überraschend aus den Medaillenrängen und musste darauf hoffen, dass auch die Konkurrenz noch einmal patzt. Das gelang – auch mit Hilfe der Nachbarn aus Friedrichshafen. Sportwart und Spielführer Tomasi freute sich mit seinem Team: „Wir waren heute besser als letztes Jahr, obwohl wir mehr Punkte abgeben mussten.“

Mit der Bronzemedaille hat der ESC nun das Startrecht an der deutschen Meisterschaft, die am 20. Juli im niederbayrischen Pleinting ausgetragen wird. Mit dabei sein werden auch der neue Meister Stuttgart-Vaihingen (20:4 Punkte/Quote 2,3) und das junge Vizemeister-Team vom Friedrichshaller SV (19:5 Punkte/Quote 1,5). Für die beiden anderen Teams vom ESC war es ein gebrauchter Tag, denn beide Teams müssen den Abstieg in die zweite Bundesliga antreten.

Gleich anschließend an den kräftezehrenden Mannschaftswettkampf startete nach einer kurzen Pause die zweite südwestdeutsche Meisterschaft im Zielwettbewerb. Für die teilnehmenden Spieler, die zuvor schon den Mannschaftswettbewerb spielten, bedeutete dies noch einmal die gleiche Anzahl von Schüben zu machen wie im Herren-Turnier.

Der ESC schickte gleich neun Spieler ins Rennen und erzielte dabei hervorragende Resultate, wie es in der Pressemitteilung heißt. Nachwuchstalent Christian Späthe zeigte dabei beeindruckend, warum er letztes Jahr ins Bundeskader berufen wurde, denn mit seinen 313 Punkten (162+151) schockte er als einer der ersten Starter die gesamte Konkurrenz, blieb bis zum Ende des Wettkampfs auf Platz 1 und durfte sich die Goldmedaille als bester Einzelzielschütze der Region Südwest (Rheinland Pfalz/Baden-Württemberg) umhängen lassen. Dauermedaillengewinner Josef Magg vom SV Böblingen hatte mit 268 Punkten klar das Nachsehen. Bronze mit 262 Punkten gewann überraschend Bruno Morandell vom ESC.

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