Einladung nach Abu Dhabi – trotz Niederlage für Kampfsportler Selahattin Sahin

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 Wie schon gegen Alexander Oleinik in Singen (Bild) musste sich Selahattin Sahin gegen Ulrik Bokeme aus der einen oder anderen p
Wie schon gegen Alexander Oleinik in Singen (Bild) musste sich Selahattin Sahin gegen Ulrik Bokeme aus der einen oder anderen prekären Situation befreien. (Foto: ded)
Jochen Dedeleit

Sein Trainer Roman Carevic wusste es schon vorher. „Ulrik Bokeme ist neben Alexander Oleinik zweifellos der schwerste Gegner von Selo bis dato“, hatte der Langenargener gesagt, ehe es mit seinem Schützling Selahattin „Selo“ Sahin zur Kampfsportveranstaltung Enfusion#73 nach Oberhausen ging.

Und so war es. Im zweiten K1-Kampf des mit Weltstars gespickten Hauptprogramms verlor der Häfler Halbschwergewichtler Selahattin Sahin vor rund 10 000 Zuschauern gegen den Kongolesen Bokeme nach drei Runden klar. Die große Überraschung gab es dann tags darauf: eine Einladung nach Abu Dhabi, wo im Dezember das mit 100 000 Dollar dotierte Finale der internationalen Enfusion-Serie stattfindet.

„Die zweite Runde war extrem“

Verdient hat sich Sahin, der amtierende Weltmeister im K1 des Verbandes AFSO und Europameister nach Version der ISKA vom Langenargener Bodensee-Gym, die Einladung durch eine couragierte Leistung gegen Ulrik Bokeme. Seit August hatte sich Sahin mit zahlreichen Sparringskämpfen in verschiedenen Gyms auf diesen Auftritt vorbereitet. Die Kampfbilanz des 23-Jährigen Häflers stand bei 29 Siegen in 35 Kämpfen. Bokeme hatte in seinen 28 Kämpfen bisher nur eine Niederlage hinnehmen müssen – eine umstrittene Disqualifikation gegen den Champion im Halbschwer- und Schwergewicht Ibrahim El Boustati.

16 Knock-outs hatte Bokeme schließlich bis dahin landen können – doch ein weiterer sollte in Oberhausen nicht folgen. Auch wenn nach einer ersten Runde nahezu auf Augenhöhe eine Runde folgen sollte, die für Sahin so schmerzhaft wie wohl wenige zuvor gewesen war.

Viel Lob für den Häfler

Ulrik Bokeme setzte vermehrt seine Knie ein, verschärfte das Tempo – ein Kick folgte dem anderen. Einmal knallte der Häfler mit dem Rücken auf den Ringboden, rappelte sich aber schnell wieder auf. „Die zweite Runde war sicherlich extrem, aber Selo hat drei Runden durchgehalten. Viele wären nicht über die volle Distanz gegangen“, stellte Carevic fest.

Der 41-jährige Trainer betonte, dass „wir derartige Herausforderungen brauchen, um voranzukommen“. In den sozialen Medien erntete sein Schützling auch viel Lob für seinen Mut, sich den Besten der K1-Szene zu stellen. Auch wenn daraus die siebte Niederlage folgte. „Bokeme hat sich exakt auf Selo eingestellt, das war schnell zu sehen“, meinte Roman Carevic.

Ob Selahattin Sahin nun der Einladung nach Abu Dhabi folgen wird, ist noch offen. Kämpfen soll er da am 7. Dezember gegen Ibrahim El Boustati. Der Marokkaner hat gegen Bokeme schon dreimal gekämpft und zweimal verloren, ist aber die Nummer 1 der Enfusion-Serie. El Boustati wäre somit ein weiterer harter Prüfstein für Sahin, der mit seinem Trainer den eingeschlagenen Weg einhält und nicht kämpft, um seine Bilanz aufzuhübschen. Sondern um weiter von den Besten zu lernen – um vielleicht bald selbst zu dem erlauchten Kreis zu gehören.

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