Doppel-Weltmeister holt nächsten Titel

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 Trainer Roman Carevic (rechts) ist stolz auf seinen Schützling Elias Musso, der mindestens so stolz auf seinen errungenen DM-Po
Trainer Roman Carevic (rechts) ist stolz auf seinen Schützling Elias Musso, der mindestens so stolz auf seinen errungenen DM-Pokal ist. Der 17-jährige Kämpfer vom Langenargener Bodensee-Gym siegte bei der DM. (Foto: ded)
Jochen Dedeleit

Wenn einmal nicht Selahattin Sahin vom Langenargener Bodensee Gym von sich reden macht, dann ist es sein Teamkollege Elias Musso. Bei den Internationalen Deutschen ISKA-Meisterschaften (International Sport Kickboxing & Karate Association) in Würzburg hat sich der erst 17-jährige Doppel-Weltmeister seinen dritten Titel auf nationaler Ebene geholt. Derweil bereitet sich ASFO-Weltmeister und ISKA-Europameister Sahin, der aufgrund seiner Profistarts nicht in Würzburg war, auf seinen nächsten großen K1-Kampf vor. Am 7. Dezember ist bei der 5. Enfusion in Abu Dhabi der Marokkaner Ibrahim El Boustati sein Gegner.

Musso holte sich in seinem letzten Jahr als Junior bereits bei der WM in der Ukraine eine Bronzemedaille im Vollkontakt und eine Silberne im K1 light (jeweils bis 55 kg). Nun machte er, wenige Wochen vor seinem 18. Geburtstag, bei der DM noch einmal deutlich, dass er wohl auch in der Männerklasse keinesfalls chancenlos sein wird. „Das ist ein großer Schritt, auf den du vorbereitet sein musst. Und wir haben schon in der Vorbereitung auf Würzburg entsprechende Sparringspartner ausgewählt“, berichtet sein Trainer Roman Carevic.

In der Kürnachtalhalle in Würzburg, wo mehr als 600 Athleten auf acht Wettkampfflächen angetreten waren, trat Musso im K1-Vollkontakt in der Klasse bis 58 Kilogramm an. Zum Leidwesen von Carevic („nur von den Besten können wir lernen“) befand sich keiner der zahlreichen ukrainischen Teilnehmer in Mussos Klasse. Lediglich Homer Richard vom Kickbox-Tempel Ingolstadt stellte sich dem 17-Jährigen in den Weg. Gegen eben diesen Gegner unterlag der Langenargener im Vorjahr, als er mangels Teilnehmer von der 53-Kilo-Klasse aufsteigen musste.

Dieses Mal war es eine eindeutige Angelegenheit zugunsten des mehrfachen WM-Medaillengewinners vom Bodensee. „Es war eine schöne Revanche“, sagte Roman Carevic. In der zweiten Runde wurde Richard gar angezählt. „Aber Elias zeigte sich technisch versierter und stellte Richard drei-, viermal in der Ecke. Auf alles, was sein Gegner anbot, antwortete Elias mit zwei, drei Aktionen.“ Die Trainingseinheiten in Mannheim, Singen und Langenargen gegen Augsburger Kampfsportler haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Lohn, neben dem DM-Titel, ist eine Einladung zur Fightnight in Ludwigsburg. Dort wird im März 2019 Kerem Can Mezineler vom Sindelfinger Team Sharks der Kontrahent von Musso sein. Und zwar in der Männerklasse.

Riza Surkhabi, ein weiterer DM-Teilnehmer vom Langenargener Bodensee Gym, stand in der Juniorenklasse bis 63 Kilo ebenfalls sofort im Finale. Der 15-Jährige aus Afghanistan kam somit um ein Halbfinale, das Roman Carevic gerne gehabt hätte. „Riza braucht etwas Zeit, um in ein Turnier reinzukommen. Vor allem, wenn er einem Gegner wie dem Singener Besnik Bedjeti mit über 100 Kämpfen gegenübersteht. Dieser setzte denn auch mehr Aktionen, auch wenn Surkhabi Luft für mehr als fünf Runden gehabt hätte.“

Verletzungsbedingt aufgegeben

Und auch Resul Güccük war bei seinem ersten Start in der Männerklasse (bis 73 kg) glücklos. Robert Wild vom rund 500 Mitglieder starken SCS München konnte der Langenargener zwar im Achtelfinale in die Schranken weisen, musste danach jedoch verletzungsbedingt aufgeben. Wild wurde nach dem überaus harten Duell gar ins Krankenhaus eingeliefert.

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