„Die Konstanz fehlt noch“

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 Clemens Balle
Clemens Balle (Foto: alho)

Nach der Hinrunde in der Handball-Bezirksklasse mit 14:10 Punkten zieht Clemens Balle, Trainer der HSG Langenargen-Tettnang I, eine Zwischenbilanz. Die will er sich durch den einigermaßen missglückten Dezember nicht allzu sehr trüben lassen.

Herr Balle, Sie hatten den Dezember als „Monat der Wahrheit“ bezeichnet. Ist die Wahrheit, dass die HSG diese Saison lieber nicht auf die Bezirksliga schielen sollte?

Das war nicht unser Monat. Wir haben drei Spiele verloren und eines gewonnen – just gegen den Tabellenführer Gerhausen II. Dieses Spiel hat ja gezeigt, dass wir das Zeug zu mehr haben. Und das trotz zahlreicher Ausfälle, zum Beispiel sind vier von fünf Linkshändern derzeit nicht einsatzfähig. Trotzdem zeigt der Dezember, dass die Konstanz noch fehlt. Es geht mir da weniger um das Spiel gegen Weingarten, das kann man verlieren. Aber bei den Pleiten in Illertal und Wiblingen müssen wir uns fragen, woher das kommt. Vor allem müssen wir das abstellen. Wenn wir solche Aussetzer haben, haben wir es nicht verdient, aufzusteigen.

Viele Niederlagen kassierten Sie auswärts. Was ist an anderen Hallen so schlimm?

Das Publikum im Rücken macht schon was aus, gerade unsere jungen Spieler werden durch die Heimatmosphäre mehr gepusht. Das wäre der nächste Lernschritt, dass wir unsere Leistung auch auswärts konstant bringen. Das ist hauptsächlich eine mentale Sache, so wie jetzt in Wiblingen. Aber wie stellen wir es ab? Wir hatten das Problem ja schon in der Vorsaison, und dieses Jahr ist es erst im Dezember aufgetaucht – dafür gleich zweimal.

Geht es zumindest in die richtige Richtung?

Wir sind in der Breite stabiler und die individuelle Klasse passt. Die Entwicklung der Mannschaft ist positiv. Sie ist halt in Teilen sehr jung. Das heißt, sie hat ein tolles Entwicklungspotenzial und da werden noch einige Spieler richtige Sprünge machen. Wenn aber ganz aktuell drei, vier erfahrene Spieler ausfallen, stehen die 18-, 19-Jährigen schon jetzt sofort in der Verantwortung. Das braucht einfach noch etwas Zeit. Vielleicht sind wir durch die vielen tollen Siege ein bisschen zu ungeduldig geworden. Dabei darf man nicht vergessen: Das Team hat nach dem Bezirksliga-Abstieg einen Umbruch hinter sich, einen Neuanfang.

Was erwarten Sie für die Rückrunde?

Wir freuen uns auf tolle Derbys daheim, da wollen wir gerade auch für unser Publikum eine tolle Leistung abrufen. Seit ich vor anderthalb Jahren zur HSG kam, haben wir ja alle Heimspiele in Langenargen gewonnen. Für die Auswärtsspiele müssen wir uns überlegen, wie wir besser werden. Schön wäre, wenn wir im Rückblick sagen können: Der Dezember war ein Ausrutscher und wir haben Mittel und Wege gefunden, auswärts stärker zu spielen.

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