Der Zweite macht dem Ersten mächtig Druck

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Das Schweizer Team mit Jean Fabre zeigt am letzten Tag der Weltmeisterschaft zwei starke Wettfahrten und kommt dem Spitzenreiter
Das Schweizer Team mit Jean Fabre zeigt am letzten Tag der Weltmeisterschaft zwei starke Wettfahrten und kommt dem Spitzenreiter sehr nahe. Am Ende ist es nur ein Punkt. (Foto: Tobias Stoerkle)
Schwäbische Zeitung

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Am Ende ist es noch einmal sehr spannend gewesen. Ein Schweizer ärgerte den Österreicher. Der neue Weltmeister der 8mR-Yachten vor Langenargen hieß trotzdem Werner Deuring auf der „Conquistador“ vom Yacht-Club Bregenz. Er verteidigte seinen Vorsprung am letzen Tag der Weltmeisterschaft knapp. Durch zwei Siege in den letzen beiden Rennen kam das Team des Schweizers Jean Fabre mit der „Yquem II“ noch einmal bis auf einen Punkt an Deuring heran, konnte den Österreicher mit dessen internationaler Crew (Dan Slater, Markus Sagmeister, Michael Seifarth, Reinhard Brucker und Thomas Schaffler) nicht mehr von Platz eins verdrängen.

„Das war noch eine harte Partie heute“, sagte Werner Deuring. „Wir haben die erste Wettfahrt durch einen taktischen Fehler verschenkt. Aber wir sind mit genug Vorsprung in den heutigen Tag gegangen“, so Deuring. „Die Jungs vom Genfer See sind super drauf und nicht umsonst schon ein paar Mal Weltmeister gewesen“, war Deuring froh, dass der Vorsprung gereicht hatte.

Deuring gewann auch den Weltmeistertitel in der Altersgruppe „Modern“. Die Titel in den anderen drei Wertungsgruppen gingen an Harri Roschier (Finnland) mit der „Luna“ in der Gruppe „Sira“, Angelo Mazzarella (SN Genf, Schweiz) auf der „Carron II“ in der Gruppe „Neptune“ und Andreas Lochbrunner (Lindauer Segler-Club) in der Gruppe „First Rule“.

Wechselhafte Winde am Bodensee bereiten Probleme

„Es wäre mehr als ein Wunder gewesen, wenn wir das noch gewonnen hätten“, betonte Jean Fabre, „aber wir sind trotzdem zufrieden.“ Zwei erste Plätze waren zum Abschluss eben nicht genug. „Wir sind bei mehr Wind besser, aber die schwierigen Winde am Bodensee haben wir zu spät verstanden“, so Fabre.

Vor allem die wechselhaften Bedingungen beeindruckten die Schweizer. „Gratulation an den Yacht Club Langenargen für diesen Event. Auch wenn nur einer dabei war – wir konnten uns alle fühlen wie Könige“, zeigte er sich von der Leistung der vielen ehrenamtlichen Helfer des Gastgebers beeindruckt. Rang drei insgesamt ging an die finnische „Luna“ mit Harri Roschier, auch wenn diese mit einem siebten Platz im letzten Rennen ihren Streicher segelte.

Seinen vierten Platz verteidigte auch Eckhard Kaller (YC Meersburg) mit der „Wyvern“, den König Harald von Norwegen mit seiner „Sira“ beinahe streitig gemacht hatte. Doch am Ende war der Segelmacher vom Bodensee einen Punkte vor dem dreifachen Olympiateilnehmer aus dem Norden.

Auf Rang sechs segelte schließlich Bootsbauer Josef Martin mit der „Sposa II“ vom YC Radolfzell. Zum x-ten Male Weltmeister der über 100 Jahre alten Boote in der Gruppe „First Rule“ wurde Andi Lochbrunner mit seiner 1912 gebauten „Elfe II“. „Für den Bodensee war das eine sehr zufriedenstellende Veranstaltung. In unserer Gruppe war es ein sehr starkes Teilnehmerfeld. Sieben Boote in der Gruppe First Rule hatten wir noch nie.“

Der Bodensee zeigt sich eine Woche alle seine Gesichter

An den sechs Regattatagen zeigte der Bodensee fast alle seine Gesichter – von Sonne bis Gewitter, von Flaute bis frischer Brise. Herrlichstes Sommerwetter empfing die Teilnehmer aus acht Nationen (sogar bis aus Brasilien) am Montag.

Der Schönwetterwest ermöglichte am ersten Tag drei Wettfahrten. Gewitter mit Wolkenbruch, der die Freiflächen im Race Village im BMK Yachthafen Langenargen zu einem See verwandelte, hielt Segler wie Wettfahrtleitung bis zum Nachmittag an Land fest – und später musste ein Rennen wegen wieder einsetzender Flaute abgebrochen werden. Sonne und dunkle Wolken wechselten sich am dritten Tag ab. Dreimal wurde die Flotte auf den See geholt, dreimal unverrichteter Dinge wieder zurück in den Hafen geschickt.

Wettfahrtleiter Rudi Magg setzte daraufhin die Startzeit für den Donnerstag auf sieben Uhr morgens fest - und siehe da, das frühe Aufstehen hatte sich gelohnt: Bereits am Vormittag waren zwei weitere Rennen gesegelt, die Mindestzahl an Wettfahrten für eine gültige Weltmeisterschaft war erfüllt.

Die Weltmeisterschaft der 8mR-Yachten 2019 wird vom 20. bis 27. Juli in Cowes (Südengland) von der Royal Yacht Squadron ausgerichtet.

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