Crossoverquintett „Spark“ spielt bei den Schlosskonzerten

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„Spark“ spielen im Münhof Langenargen Werke von Bach, Berlioz und den Beatles. Von links: Stefan Balazsovics, Christian Fritz, V
„Spark“ spielen im Münhof Langenargen Werke von Bach, Berlioz und den Beatles. Von links: Stefan Balazsovics, Christian Fritz, Victor Plumettaz, Daniel Koschitzki, Andrea Ritter (Foto: Christian Lewang)
Gerd Kurat

Langenargen - Nach ihrem ersten Auftritt im zweimal ausverkauften Münzhof hinterließ die Gruppe „Spark“ ein begeistertes Publikum. Das mit dem ECHO-Klassik ausgezeichnete Ensemble, bekannt für seine außergewöhnlichen Programme, hatte sich für Langenargen drei musikalische Heroen herausgesucht: Bach – Berio – Beatles.

Mit dem bei allen anerkannten Genius Johann Sebastian Bach, von Beethoven als „Urvater der Harmonie“ bezeichnet, begann die spannende musikalische Reise mit dem Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“. Über dem harmonisch-rhythmischen Fundament von Christian Fritz, Klavier und Victor Plumettaz, Cello konnte Andrea Ritter auf der Alt-Flöte die Hauptmelodie gesanglich entfalten. Zusammen mit den lebendigen Umspielungen von Daniel Koschitzki, Melodica und Stefan Balazsovics, Violine, entstand ein wunderbar dichter „Bach-Satz“. Ohne große Pause folgte die neueste Komposition „Triple B“ des Pianisten. Mit präzisen durchlaufenden Patterns, geprägt von afrikanischer Rhythmik, zeigte das Quintett seine ganze musikalische Power. Humorvoll waren im ruhigeren Mittelteil Zitate der drei B’s verarbeitet.

Von der ganz neu aufgelegten CD „Be Baroque“ waren zwei Beispiele zu hören. Für „Neo Largo“ hat sich Christian Fritz den langsamen Satz aus dem Klavierkonzert Nr. 5 von Bach als Vorlage genommen. Wie im Original mit der verträumten, reich verzierten Klaviermelodie über Pizzicato-Begleitung. Dann übernahmen in intensiven Soli Blockflöte, Violine und Cello die Stimmführung, das Klavier lieferte perlende Girlanden, so dass eine entrückte, friedliche Stimmung entstand. Aus den 30 Sekunden eines Präludiums von Christoph Graupner (1683-1760) hat Victor Plumettaz fünf Minuten mitreißende Lebensfreude entwickelt den das Quintett mit Energie geladener Musizierlust präsentierte.

Das Wagnis, das Konzert für vier Cembali a-Moll, von J. S. Bach aus dem Konzert für vier Violinen von Antonio Vivaldi entwickelt, nun auf das Quintett zu übertragen, hat sich gelohnt.

Jedes Mitglied konnte sich als versierter Solist zeigen, kompakte Akkorde entstanden im Gesamtklang, virtuose Läufe der beiden Flötisten auf unterschiedlichsten Blockflöten, feinste dynamische Abstufungen und vor allen Dingen die erstaunlichen Klangfarbenwechsel machten das dreisätzige Werk zum besonderen Hörerlebnis des Abends.

Das zweite „B“, der italienische Komponist Luciano Berio (1925 – 2003) war durch Corona bedingte Kürzungen nur einmal mit dem stimmungsvollen „Wasserklavier“ aus den sechs Zugaben für Klavier vertreten.

Beatles neben Bach? Spark will dem Phänomen Bach ein gleichwertiges Phänomen aus der Popmusik entgegensetzten. Die Beatles-Hits „Norwegian Wood“ oder „Lucy in the Sky With Diamonds“ glänzten im Eigenarrangements mit ausgefeilten Intros. Von Peter Breiner stammten die Arrangements wie ein Concerto grosso zu „Michelle“ im Stil einer Bach-Fuge und „Help“ mit Vivaldi-Elementen. Den Schlusspunkt setzte ein Werk des Komponisten und Pianisten Sebastian Bartmann (*1950) „B(e) to B(e)“. Bartmann mit Minimalmusik – Bachs Badinerie – hier konnte das Quintett seine stilistische Vielfalt, körperbetonte Spielweise zu einer überschäumenden Steigerung bringen.

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