Boxteam verpasst die letzte Chance

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 Kushtrim Mahmuti freut sich mit Trainer Thomas Schuler (li.) und dem 2. Vorsitzenden Berthold Bösch über einen weiteren Sieg.
Kushtrim Mahmuti freut sich mit Trainer Thomas Schuler (li.) und dem 2. Vorsitzenden Berthold Bösch über einen weiteren Sieg. (Foto: Jochen Dedeleit)
Jochen Dedeleit

Es hätte der zweite Gesamtsieg des verstärkten Boxteams Langenargen sein können, doch nach einem 9:9-Unentschieden gegen die Boxgemeinschaft Ostschweiz in Schaffhausen waren es die Eidgenossen, die nach 2018 auch den vierten und letzten Bodensee-Cup für sich entscheiden konnten. Das Team um den Vorsitzenden Thomas Schuler hätte einen Sieg benötigt, um nach 2016 das zweite Mal in dem länderübergreifenden Wettbewerb zu triumphieren. 2017 blieb das österreichische Leistungszentrum West siegreich, das einen Tag vor Schaffhausen in Prutz/Tirol gegen die Schweiz mit 7:9 unterlag und damit dem Cupverteidiger die Tür für den neuerlichen Cuperfolg unfreiwillig weit aufstoß.

Thomas Schuler konnte in Schaffhausen die Mahmuti-Brüder Kushtrim und Shpejtim aufbieten, für das hoffnungsvolle Schwergewicht Enes Smailayic hatten die Gastgeber keinen Gegner parat. Da Shpejtim nur in einem Rahmenkampf zum Einsatz kam, musste Schuler in den sechs Cup-Wertungskämpfen wieder fünfmal auf Hilfe anderer Vereine bauen: Zwei Boxer kamen vom BR Klettgau, zwei aus Villingen-Schwenningen und mit Halbschwergewicht Mathieu Heizmann einer gar aus Lausanne. Dieser steuerte gegen Renato Lohri (Frauenfeld) wie auch Weltergewichtler Urim Hadaraj (BR Klettgau) gegen Slavko Krznaric (Schaffhausen) zu Beginn die volle Punktezahl bei. Halbweltergewichtler Angelo Pena (Bern) hielt gegen Alex Hofmann (Villingen-Schwenningen) die Hoffnungen für den Cupverteidiger am Leben.

Das Langenargener Aushängeschild Kushtrim Mahmuti war es, das den Gästen bereits ein Unentschieden sicherte. „Die erste Runde boxte Kushtrim auch technisch auf einem hohen Niveau, sein Kontrahent Benedikt Volland aus Bad Windsheim war einen halben Kopf größer und hatte damit auch Reichweitenvorteile“, so Thomas Schuler, der in den folgenden beiden Runden jedoch wieder mehr den kämpferischen Mahmuti sah. „Er jagte seinen Gegner durch den Ring, ließ dabei leider seine technischen Fähigkeiten wieder vermissen.“ Volland war wie auch Mahmuti schon einmal U-21-DM-Dritter, konnte sein Gegenüber aber nicht mehr in Gefahr bringen. Die rund 400 Zuschauer waren mit der Leistung der beiden Faustkämpfer hochzufrieden und sparten weder mit Sonderapplaus noch mit Anfeuerungsrufen.

Leo Schwarzwald (Zürich) im Halbweltergewicht gegen Rudolf Hofmann (Villingen-Schwenningen) und Lokalmatador Jordan Biloa gegen Schwergewicht Egzon Bajrami (BR Klettgau) sicherten den Schweizern mit ihren Siegen zum Abschluss das so wichtige Unentschieden. Shpejtim Mahmuti konnte im Vorfeld des Cups nach ordentlichem Beginn seiner Kampfbilanz keinen weiteren Sieg hinzufügen. „Er hat sich in der zweiten Runde eine Rechte eingefangen, auch in Runde drei ist er dumm in einen Schlag reingelaufen und musste so einen Wirkungstreffer hinnehmen. Nachdem er erneut angezählt wurde, hat der Ringrichter den Kampf abgebrochen“, schilderte Schuler den Kampfverlauf des jüngeren Mahmuti-Bruders gegen Muhammed Temizer (Rheintal).

Somit endete ein hoffnungsvolles Format, das vor vier Jahren seinen Anfang nahm. Es war der allerletzte Kampfabend des länderübergreifenden Wettbewerbs, der von allen Beteiligten gelobt wurde. An der Umsetzung jedoch haperte es seit Anbeginn. „Matthias (Luchsinger, Swissboxing-Sportmanager; Anmerk.) und ich sind uns einig, dass hier Feierabend ist. Wir hatten keine Probleme bei der Zusammenarbeit, aber die österreichischen Verantwortlichen haben uns das Leben schwer gemacht“, resümierte Thomas Schuler.

Nichtsdestotrotz wollen alle Beteiligten des nun zu Ende gegangenen Bodensee-Cups bei in Zukunft anstehenden Aufgaben zusammenarbeiten. So bereits am 29. Juni, wenn eine Auswahl aus St. Petersburg beim BC Dornbirn gastiert. Ob allerdings Kushtrim Mahmuti aufgrund der bevorstehenden Landesmeisterschaft in Pforzheim in den Ring klettern wird, lässt Schuler noch offen. Verständlich, soll bei der LM doch die Qualifikation für die DM in Berlin gelingen.

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