Boxteam Langenargen schickt seine Größten

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 Arion Dautaj (links) und Sascha Kiebler (Zweiter von rechts) sind am Wochenende gefordert. Inmitten der Trainer des Langenarge
Arion Dautaj (links) und Sascha Kiebler (Zweiter von rechts) sind am Wochenende gefordert. Inmitten der Trainer des Langenargener Boxteams der frischgebackene U-18-Landesmeister Secho Ayküz. (Foto: ded)
Jochen Dedeleit

Eigentlich ist bekanntlich einer der Kleinsten der Größte beim Boxteam Langenargen. Doch wird am Wochenende nicht der fünffache Landesmeister Kushtrim Mahmuti im Mittelpunkt stehen, sondern mit Arion Dautaj und Sascha Kiebler die von der Körpergröße her größten Faustkämpfer des Boxstalls am See. Dieser ist es auch, der allein die Fahnen bei den Internationalen B- und C-Landesmeisterschaften der Jugendklassen in Ruit hochhält. Weder der VfB Friedrichshafen noch Champ Boxing Ravensburg werden bis zum Sonntag an den Landestitelkämpfen teilnehmen.

Es ist das erste Mal, dass der Boxverband Baden-Württemberg (BVBW) zu offenen internationalen Nachwuchsmeisterschaften einlädt. Das heißt, es können auch Teilnehmer aus anderen Landesverbänden gemeldet werden. Die Landestitelkämpfe weiblicher sowie männlicher Schüler, Kadetten und Junioren beginnen am Freitagmorgen mit dem Wiegen und enden am Sonntag mit einem zweigeteilten Finale. Wie Nachwuchsressortleiter Jörg Schwiperich betont, ist die Herbstmeisterschaft eine reine Nachwuchsmeisterschaft. Der alleinige Fokus liege auf der B- und C-Klasse. A-Klasse-Athleten (ab 14 Siege) sind bei diesen Titelkämpfen somit außen vor.

„Ich denke, dass es der Vielzahl der Meldungen geschuldet ist“, mutmaßt Boxteam-Vorsitzender und Trainer Thomas Schuler, der seinem schwergewichtigen Duo große Chancen auf weitere Titel einräumt.

Der Lindauer Dautaj hat sieben seiner acht Kämpfe gewonnen und dabei drei Titel auf Nachwuchsebene erboxt. Der 15-Jährige ist bereits 1,96 Meter groß, wiegt allerdings nur 81 Kilo – und darf, um sich nicht im Superschwergewicht wiederzufinden, nur 80 Kilo wiegen. Für seine Größe eigentlich viel zu wenig. „Aber Basketball muss er nicht spielen, dafür ist er im Boxen zu gut“, sagt Sparringspartner Sascha Kiebler, der selbst 1,94 Meter groß ist und ebenfalls im Schwergewicht startet. Allerdings in der C-Klasse (bis sechs Siegen), da der Eriskircher erst bei zwei Siegen in vier Kämpfen steht. Während Arion Dautaj laut den Boxteam-Trainern Schuler, Valeri Quade und Ümit Bekler auf hohem technischen Niveau boxt, vertraut Kiebler eher auf seinen gewaltigen Punch.

Nicht im Meisterschaftsrennen ist diesmal Jacqueline Brugger, die vor drei Wochen erfahren hat, dass sie mit ihren 18 Jahren bereits zu alt sei. „Im Frühjahr bei den nationalen Meisterschaften konnte ich noch starten, obwohl ich zum damaligen Zeitpunkt auch schon 18 war“, so die Mariabrunnerin, die sich eigentlich auch entsprechend vorbereitet hatte. Bereits seinen großen Auftritt absolviert hat Secho Ayküz, der sich am Wochenende in Wangen zum U18-Titelträger des BVBW küren konnte. Und dies im Alter von 16 Jahren.

Secho Ayküz für DM qualifiziert

Der jeweils zweimalige BVBW- und Niedersachsenmeister setzte sich gegen den 18-jährigen Bantamgewichtler Leon Fehrle aus Villingen-Schwenningen nach Punkten durch und qualifizierte sich so für die deutschen Meisterschaften Mitte November in Köln. Für Ayküz, der sich in absoluter Topverfassung präsentierte, war es der 17. Sieg im 24. Kampf (bei zwei Unentschieden). In der letzten Woche der Vorbereitung absolvierte der 16-Jährige Lindauer 32 Sparringsrunden gegen seinen Trainer Thomas Schuler sowie die beiden Mahmuti-Brüder.

Seinem erneut starken Auftritt beim internationalen Boxturnier in Chemnitz ist es wohl geschuldet, dass Weltergewichtler Kushtrim Mahmuti für den Länderkampf des BVBW am 27. Oktober in Lahr gegen die Niederlande nominiert wurde. Gegner wird der 20-jährige Abdul Rahman sein. Vergebens wird man in Ruit dagegen die Vereine aus Friedrichshafen und Ravensburg suchen. Ravensburgs Neo-Cheftrainer Yasin Basar baut nach dem Rücktritt von Giovanni Saravo erst wieder eine Mannschaft auf. Und der VfB verzichtet derzeit auf Einsätze seiner Boxer bei Meisterschaften.

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