Bodensee-Pegel wird in den nächsten Tagen fallen

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 Der alte Vorstand des Vereines der Freunde des Instituts für Seenforschung in Langenargen ist auch der neue. Einstimmig wird er
Der alte Vorstand des Vereines der Freunde des Instituts für Seenforschung in Langenargen ist auch der neue. Einstimmig wird er in der jüngsten Mitgliederversammlung komplett wiedergewählt (von links): Bruno Blattner, Iris Steger, Herbert Löffler, Vorsitzender Ulrich Müller, Diana Krafft und Tillmann Stottele. (Foto: Siegfried Großkopf)
Siegfried Großkopf

Das Hochwasser ist gebannt. Wie der Chef des Instituts für Seenforschung, Hartmut Hetzenauer, am Freitag bei der Mitgliederversammlung der Instituts-Freunde sagte, wird der Bodensee-Pegel in den nächsten Tagen weiter fallen. Prognosen zur Entwicklung des Wasserstandes über einen längeren Zeitraum sind nicht möglich. Im Rückblick auf 2018 berichtete Hetzenauer von einem besonderen, weil ungewöhnlichen Pegelverlauf: Wie die Lufttemperaturen waren auch die Wassertemperaturen im Jahresmittel deutlich höher als normal.

Der alte Vorstand des 110 Mitglieder zählenden Vereins der Freunde des Instituts für Seenforschung ist auch der neue. Komplett und einstimmig wurde das Führungsgremium um den Vorsitzenden Ulrich Müller mit Iris Steger, Tillmann Stottele, Herbert Löffler, Bruno Blattner, Diana Krafft und Heinz Ehmann in ihren Ämtern für weitere drei Jahre bestätigt. Diana Krafft bearbeitet unisono die Ämter Schriftführerin und Schatzmeisterin. Dagmar Müller prüfte erneut die Kasse, die bestens geführt wird.

Ulrich Müller betonte in seinem Rückblick auf das vergangene Jahr: „Wir haben alles getan, was man tun kann.“ So wurde ein Flyer in einer Auflage von 25 000 Exemplaren neu aufgelegt. Außerdem hat man dazu beigetragen, dass nunmehr Hinweisschilder auf das Institut aufmerksam machen, vor allem aber hat man am Langenargener Gondelhafen eine Dauerausstellung (Kosten 20 000 Euro) initiiert, die bei Einheimischen wie Gästen bestens ankommt.

Sein besonderer Dank galt der Gemeinde Langenargen für 5000-Euro- und der Bodensee-Wasserversorgung für 2000-Euro-Spenden, die den arg gerupften Kassenbestand erträglicher aussehen lassen.

Um für den Verein erst recht im Jahr vor dessen 100. Geburtstag zu werben, sind Briefe an die Schulen in Vorbereitung. Außerdem hatte Müller die Idee, bei Bürgermeister-Versammlungen zu sprechen, um den Verein bekannter zu machen. „Eigentlich müssten alle Kommunen bei uns dabei sein“, bemerkte er zur Mitgliederentwicklung, bei der noch Luft nach oben ist. Unterwegs ist der Vorsitzende darüber hinaus, um bei Vereinen im Einzugsgebiet Basiswissen über den Bodensee zu vermitteln und ihn – bis hin zu den Klärwerken – besser zu verstehen. Nach den mit großem Beifall aufgenommenen Vorträgen bei zuletzt 17 Rotary-Clubs bietet er sein Kommen auch anderen Vereinen an.

Einer der ältesten Umweltvereine

2020 wird der Verein der Freunde des Instituts für Seenforschung und des Bodensees 100 Jahre alt. Er ist damit einer der ältesten Umweltvereine im Land und Vorgänger des heutigen Instituts für Seenforschung. Viele Jahre war der Verein dessen Träger. Auch heute noch unterstützt er dessen Arbeit sowie Maßnahmen, die der Erforschung des Bodensees und seiner Zuflüsse dienen. In der Praxis bedeutet dies, dass er vor allem dort einspringt, wo staatliche Mittel begrenzt sind. Dazu zählen die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, der Ausbau der Bibliothek oder die Finanzierung von externen Referenten, Publikationen, Tagungen und von Veranstaltungen, die den Bodensee zum Thema haben.

Ulrich Müller teilte mit, dass der Verein bei der Landesgartenschau im nächsten Jahr in Überlingen im Pavillon des Instituts für Seenforschung über sich informieren wird.

Institutsleiter Hartmut Hetzenauer berichtete in der Folge über die limnologische Entwicklung des Bodensees im Sommer vergangenen Jahres und erinnerte dabei an das Niedrigwasser mit Inseln vor der Rheinmündung, Wasserpflanzenfelder und ungewöhnliche Pegelverläufe. Er nannte Neues von der Quagga-Front und deren weitere Ausbreitung sowie das Auftreten der Süßwasserqualle. Über den sich anschließenden Vortrag „Sicherung der Trinkwasserversorgung aus dem Bodensee“ durch den Leiter der Qualitätssicherung und Forschung der Bodensee-Wasserversorgung, Roland Schick, berichten wir in einem eigenen Beitrag.

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