Bilder von Jan Balet laden zum Flanieren ein

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Der Kunstpark am See ist eröffnet: Kurator Ralf Michael Fischer erläutert ausgewählte Bilder von Jan Balet.
Der Kunstpark am See ist eröffnet: Kurator Ralf Michael Fischer erläutert ausgewählte Bilder von Jan Balet. (Foto: Fotos: Helmut Voith)
Helmut Voith

Seit im Sommer 2004 der erste „Kunstpark am See“ in Langenargen stattgefunden hat, ist dieser Kunstspaziergang am Seeufer eine gute Tradition geworden. Auch dieses Jahr zeigen wieder bis Ende Oktober acht großformatige Bildinstallationen Werke, die im Original im Museum Langenargen zu bewundern sind – vergrößerte, wetterfeste Reproduktionen von Gemälden des Malers, Graphikers und Illustrators Jan Balet, der seine Kindheit in Langenargen und Friedrichshafen verbrachte.

Bürgermeister Achim Krafft freute sich am Freitagabend natürlich ganz besonders, dass das Wetter für die Eröffnung ideale Voraussetzungen schuf. Wieder hatte sich eine stattliche Menge an Kunstinteressierten vor dem Eingang zum Schloss Montfort versammelt, um an der Führung des Kurators Ralf Michael Fischer teilzunehmen. Die meisten der Besucher kannten bereits die Ausstellung in Langenargens Museum.

Ein Glücksfall war es, nach den verstorbenen Museumsleitern Eduard Hindelang und Angela Heilmann in dem an der Tübinger Universität tätigen Kunsthistoriker Fischer einen kundigen Nachfolger zu finden. Er hat aus den im Museum gezeigten Arbeiten die acht ausgesucht, die bis in den späten Herbst hinein an einer der schönsten Promenaden am See in Konkurrenz zur herrlichen Landschaft treten.

Passend für die Gemeinde, in die es viele Feriengäste zieht, ist das Thema „Jan Balets Bilderreisen – vom Bodensee in ferne Länder“. Alle Bilder haben mit Reisen zu tun, ob per Dampfer, Boot, Fahrrad oder Zug, ob an den See oder nach Ägypten, Griechenland, in die USA oder gar mit Fährmann Charon über den Totenfluss in den Hades.

Vorwärts oder rückwärts

Man müsse keineswegs am Schloss beginnen und bis zur Promenade entlang der Oberen Seestraße laufen, sondern könne jederzeit einsteigen, den temporären Kunstweg vorwärts oder rückwärts gehen und erleben, welche Bezüge sich dabei auftun. Es ist natürlich ein ganz anderes Seherlebnis, als die Bilder im Museum im Original anzuschauen. Beim Rundgang wies Fischer auf Bezüge hin. Die einzelnen Werke sind sehr bewusst ausgewählt, kurze Erläuterungen erleichtern den Zugang.

Leider zeigte sich beim Rundgang, dass die tragbare Mikroanlage defekt war. Auch wenn sich der Kurator noch so anstrengte, hatte er Mühe, gegen die vielen Umweltgeräusche anzukämpfen. Damit war es auch mühsam, seinen Ausführungen zu folgen. Beim ersten Bild „Abelard und Eloïse“ erzählte er beispielsweise von der tragischen Liebesgeschichte aus dem Mittelalter. Balet hat die zwei Liebenden in Kleidung der Vorkriegszeit vor einen Eisenbahnwagen gestellt. Einige Teilnehmer fragten sich, wie man den Namen Balets ausspreche. Er habe zumindest in den späten Lebensjahren in der französischen Schweiz die französische Aussprache bevorzugt, sagte Fischer – ein Grund, sich umzugewöhnen. Gleich geblieben ist, dass hinter der oft harmlosen Fassade so einiges schlummert, das entdeckt werden will.

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