„Apoteke“ ohne „h“ zeugt von langer Geschichte

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Bürgermeister Achim Krafft (von links), der Leiter des Ortsbauamtes, Markus Stark, und Architekt Albrecht Weber begutachten nach
Bürgermeister Achim Krafft (von links), der Leiter des Ortsbauamtes, Markus Stark, und Architekt Albrecht Weber begutachten nach der erfolgreichen Sanierung das klassizistische Wohnhaus in der Oberen Seestraße 21. (Foto: Andy Heinrich)
Freier Mitarbeiter

Die Sanierungsarbeiten an dem klassizistischen Wohnhaus in der Oberen Seestraße 21 in Langenargen sind weitestgehend abgeschlossen. 450 000 Euro hat die umfangreiche Maßnahme gekostet, wobei das Vorhaben mit einer Förderung in Höhe von 150 000 Euro bedacht wurde. Auffällig bleibt der Schriftzug „Apoteke“ auf der Hauptfassade, der von der 65-jährigen Geschichte als Arzneimittelhaus zeugt.

Das 1879 auf einem nicht datierbaren Vorgängerbau errichtete Gebäude erstrahlt seit einigen Wochen in neuem Glanz. Wie der Leiter des Ortsbauamtes, Markus Stark, im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung berichtet, habe man neben weiteren Arbeiten vor allem die energetische Ertüchtigung in den Fokus der Sanierung gestellt: „Hierbei waren die historische Bausubstanz sowie die Schmuckfassade zum See hin eine besondere Herausforderung. Durch den Austausch der Heizungsinstallation 2016 konnten wir bereits spürbare Energieeinsparungen verzeichnen, sodass wir weitere Dämmmaßnahmen auf die oberste Geschossdecke, die Kellerdecke und die Fenster beschränkt haben.“

Wie der Experte betont, konnte durch die Herausstellung der historischen Besonderheit des ortsprägenden Hauses mit seinen vier Wohneinheiten für die Gemeinde durch den Architekten Albrecht Weber eine höhere Förderquote erzielt werden: „Das Bauwerk besticht in seiner Form, Ausarbeitung und Gestaltung durch seine Säulen, verzierten Fenster und Türen, durch den kleinen Balkon mit verschlungenem Eisengitter und seinen Schlussstein über der Eingangstür mit der eingebrachten Jahreszahl 1879.“

Das überwiegend im äußeren Erscheinungsbild im Originalzustand erhaltene Schmuckstück mit Nebengebäude und Einfriedung zeuge dem Architekten zufolge von seiner ursprünglichen Funktion als Apotheke und somit von einer langen und für die Gemeinde wichtigen Geschichte.

Seit Beginn der Maßnahme im September 2015 wurden Fenster, Rollläden und die Balkonplatte in Sandstein erneuert. „Neben den Dämmarbeiten haben die seeseitige Schaufassade, Heizungsanlagen, Außenanlagen, Balkongeländer, die Erneuerung des Gartenzauns wie auch die seeseitige Haustür eine aufwendige Sanierung erfahren. Bei der Betrachtung vom See aus erstrahlt das Objekt nun mit seiner auffälligen Hausfassade vor allem bei Dunkelheit durch die neu installierten Bodenstrahler “, so Weber abschließend.

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