1740 Besucher erleben zwölf Konzerte

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 Macher der Schlosskonzerte in Langenargen: Peter Vogel.
Macher der Schlosskonzerte in Langenargen: Peter Vogel. (Foto: hv)
Gerd Kurat

Der künstlerische Leiter der Langenargener Schlosskonzerte, Peter Vogel, zeigt sich mit dem Verlauf des Sommerfestivals zufrieden. Die reinen Zahlen: 1740 Besucher bei zwölf Konzerten ergibt einen Durchschnitt von 145 Besuchern pro Konzert – oder 80 Prozent Auslastung bei 180 Plätzen im Saal.

Die fünf Konzerte im August waren alle ausverkauft, und es hätten noch mehr Karten verkauft werden können. Bei der großen Hitzeperiode im Juni blieben einige Plätze leer. Absoluter Renner im Vorverkauf war die Gruppe „Faltenradio“, da gab es schon zwei Wochen vor dem Konzert keine Karten mehr. Die Verhandlungen für einen erneuten Auftritt 2020, dann mit neuem Programm, laufen schon.

„Für einige Zuhörer ist der Freitagabend im Sommer ein Fest im schönen Ambiente des Spiegelsaals. So gibt es Buchungen für sechs oder sogar für alle zwölf Konzerte“ berichtet Peter Vogel. Einheimische und Touristen aus Langenargen, Kammermusikliebhaber rund um den See bis Vorarlberg und der Schweiz wissen, dass ihnen jeden Freitag im Sommer immer etwas Besonderes geboten wird.

Der große Erfolg beim Publikum hängt mit dem Konzept des Leiters zusammen, das auf verschiedenen Standbeinen fußt. Beim Klavierwettbewerb um den Rotary Jugendmusikpreis in Lindau, dem ZF-Musikpreis in Friedrichshafen, dem Klavier- und Violinfestival junger Meister entsteht der erste Kontakt zu jungen Talenten. In Langenargen kann das Publikum dann den Reifeprozess über mehrere Jahre beobachten.

Aaron Pilsan, Shaun Choo und Claire Huangci waren dieses Jahr beeindruckende Beispiele aus der Meisterschmiede am Klavier. Obwohl sie nun schon in der Karriereleiter einen großen Sprung nach oben gemacht haben, international erfolgreich sind, kommen sie immer noch gerne nach Langenargen.

Mit Gespür zu neuen Gruppen

Mit viel Gespür bringt Vogel auch immer wieder junge Meister zu neuen Kammermusikgruppen zusammen. Als klassisch ausgebildeter Pianist kann er Hilfestellungen bei der Literaturauswahl geben. So war der Auftritt des neuen Klaviertrios im Juli mit der jungen Geigerin Christina Goicea, dem Cellisten Alexey Stadler und dem erfahrenen Özgür Aydin am Klavier ein besonderes Erlebnis.

Das gemeinsame Konzert Anfang August vom Szymanowski Quartett, dem Klarinettisten Alexander Neubauer und Peter Vogel am Klavier war ein Höhepunkt in dieser Saison. Neu entdecken konnte man das Duo Violoncello-Klavier mit den beiden Professoren der Hochschule für Musik Hannover Leonid Gorokhov und Roland Krüger. Hier stand sogar eine Uraufführung einer Sonatine des Cellisten auf dem Programm.

Zum ersten Mal begeisterten Yury Revich, Violine, und Patricia Buzari, Klavier, mit einem stimmigen Duo-Abend in Langenargen. Die Auftritte mit konzertantem argentinischen Tango, „Gypsy goes Classic“ und „Faltenradio“ boten wieder Crossover-Unterhaltung auf höchstem musikalischem Niveau. Genaues über die Saison 2020 wollte Peter Vogel noch nicht verraten. Sicher ist aber, dass er wieder ein anspruchsvolles, abwechslungsreiches Programm zusammenstellen wird.

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