Überwältigender Klang strömt in die Pfarrkirche

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Ein bewährtes Musikertrio: die Trompeter Florian Keller (links) und Daniel Bucher mit dem Organisten Patrick Brugger.
Ein bewährtes Musikertrio: die Trompeter Florian Keller (links) und Daniel Bucher mit dem Organisten Patrick Brugger. (Foto: Helmut Voith)
Schwäbische Zeitung
Christel Voith

Zum festlichen Konzert für zwei Trompeten und Orgel haben Florian Keller, Daniel Bucher und Patrick Brugger am Wochenende eingeladen. Am Samstagabend spielte das bewährte Trio zum 20-jährigen Bestehen der Orgel in der vollen St. Martinuskirche in Oberteuringen, am Sonntagabend in Langenargen.

Randvoll war die Langenargener Pfarrkirche St. Martin. Für die zu spät Gekommenen wiederholten die drei Spieler Händels Feuerwerksmusik und die Bach-Toccata. Patrick Brugger, Münsterorganist in Salem und Musiklehrer am Montfort-Gymnasium in Tettnang, begrüßte freudig die so zahlreich erschienenen Musikfreunde und erzählte, dass nicht nur zwei, sondern acht Trompeten auf die Zuhörer warteten, von der Piccolo-Trompete bis zum Flügelhorn erhielt jede Epoche ihren eigenen Klang. Als Rahmen hatten die Musiker zwei Werke des zeitgenössischen Komponisten Hans-André Stamm gewählt, das Eröffnungsstück „Pezzo festivo“ und die Suite Nr. 1, beides Kompositionen, die „schön zu hören“ waren, wie Brugger angekündigt hatte, und alle Farben der Instrumente hören ließen.

Orgel bekräftigt Trompete

Mit weichem Klang hüllte die Romanze der Suite die Zuhörer ein, licht umspielt von der Orgel, und tänzerisches Jubilieren stand am Ende. Ganz anders klang der strahlende Jubel im Barock, wie er zuerst in Francesco Manfredinis Konzert C-Dur für zwei Trompeten und Orgel zu hören war. Ein ruhiges Orgelsolo stand hier zwischen zwei lebhaft bewegten Sätzen, in denen die Orgel die leuchtenden Trompeten mit reichem Zierrat umspielte. Als strahlendes musikalisches Feuerwerk gestalteten die Musiker Händels Feuerwerksmusik D-Dur. Nachdrücklich bekräftigte die Orgel, was die Trompeten in harmonischem Miteinander verkündeten, im hymnischen Satz zum Frieden wie in der „Rejouissance“, dem Jauchzen am Ende.

Eingeschoben hatte der Organist zwei kontrastierende Stücke: Bachs berühmte Toccata und Fuge d-Moll BWV 565 und Beethovens Adagio aus der Suite für eine mechanische Orgel. Mit vorwärtsdrängendem Impetus ließ Brugger erleben, wie Bach das Kopfmotiv vielfältig variiert und daraus den Kern des nachfolgenden Fugen-Motivs bildet – eine kreative „Einheit in der Vielfalt“. Bezaubernd zierlich war dagegen der Flötenwettstreit in Beethovens Werk. Auch in Easthope Martins „Evensong“ schmeichelte die Orgel den Ohren mit lieblicher Melodie.

Zum barocken Konzert für zwei Corni da Caccia von Johann David Heinichen kamen die drei nach vorne. Mit zwei Flügelhörnern und der Truhenorgel ließen sie vor dem Seitenaltar in elegantem Zusammenspiel die melodische Salonmusik hören. Mit Händels strahlendem „Einzug der Königin von Saba“ dankte das Trio – nun wieder von oben – für den begeisterten Applaus.

Ein weitgehend anderes Programm spielt das Trio am 10. Dezember um 19 Uhr in Meckenbeuren und am 11. Dezember um 17 Uhr in Nonnenhorn.

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