Ärger auch vor der letzten Runde

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Die qualifizierte Trainergarde des Boxteams (v.l.) mit Ex-Profi Valeri Quade, dem Vorsitzenden Thomas Schuler und Ümit Bekler so
Die qualifizierte Trainergarde des Boxteams (v.l.) mit Ex-Profi Valeri Quade, dem Vorsitzenden Thomas Schuler und Ümit Bekler sowie Boxer Secho Akyüz. (Foto: Dedeleit)
Jochen Dedeleit

Ein weiterer Box-Höhepunkt im Bodenseeraum findet am 29. Juni statt, wenn eine Auswahl aus St. Petersburg beim BC Dornbirn gastiert. Dornbirns Vorsitzender Ivan Obradovic überlegt derzeit, das Event auf dem Freigelände vor der Schorenhalle austragen zu lassen.

Irgendwas ist irgendwie immer beim Bodensee-Cup: Wegen des Ramadans fühlt sich der mehrfache österreichische Box-Staatsmeister Muchammad Deshen vom gastgebenden BC Dornbirn nicht imstande, am Samstag (20 Uhr) in der Schorenhalle im Rahmen des vierten Bodensee-Cups gegen den überaus kampfstarken Kushtrim Mahmuti vom Boxteam Langenargen zu kämpfen. Somit sind sich die Vereine wieder einmal über die Fightcard uneins. Kein Wunder, dass der Boxteam-Vorsitzende Thomas Schuler seinen Ausstieg nach dieser Auflage des länderübergreifenden Wettbewerbs erklärt hat.

Das österreichische Leistungszentrum West hat bereits den Hinkampf gegen das verstärkte Boxteam Langenargen gewonnen, die von Toni Schrott betreute rot-weiß-rote Auswahl siegte im Herbst mit 9:8. Es sind jedoch weniger die Siege beziehungsweise Niederlagen, die die Fronten zwischen Schrott und Schuler immer weiter verhärten lassen, sondern die Querelen vor den jeweiligen Vergleichskämpfen. Meist wurde der Kontrahent, den der eine Verantwortliche vorschlug, von dem anderen nicht akzeptiert. Passen müssen Gewicht, Alter, Erfahrung und eben wegen des Ramadans die derzeitige Verfassung – was von der einen oder anderen Seite oftmals auf die Spitze getrieben wird.

Kein Gegner für Mahmuti

Und so hat Kushtrim Mahmuti zwei Tage vor dem Kampfabend noch immer keinen Gegner. Und so streiten sich die Vereinsverantwortlichen wieder mal in aller Öffentlichkeit: „Der Bodensee-Cup wäre ein tolles Format, dieses wurde jedoch weder von Deutschen noch von Schweizern unterstützt. Der Stellenwert wurde von beiden nicht erkannt“, klagt Toni Schrott. Aussagen, über die Thomas Schuler nur den Kopf schütteln kann. „Ich habe Toni eine Liste zukommen lassen, auf der sechs eigene Boxer von mir aufscheinen. Wenige Tage zuvor war keiner von ihnen besetzt. Und der Grund, einen Bodensee-Cup auszutragen, ist schließlich der, eigene Boxer dem Publikum zu präsentieren.“

Schuler hofft noch, in Dornbirn seine Langenargener Boxer Sascha Kiebler, Secho Akyüz oder Fabio Günthör einsetzen zu können. Arion Dautaj verzichtet, wie der Dornbirner Deshen, aufgrund des Ramadans auf einen Kampf.

Höhepunkt am Samstagabend dürfte nun der Schwergewichtskampf des in Dornbirn überaus beliebten Korneuburgers Hassan Salami sein, der gegen Nino Kolicic vom BR 46 Knielingen schon einmal den Ring als Sieger verließ.

Ein Neuzugang an der Ringecke können die Langenargener auch vermelden. Der Lindauer Ümit Bekler hat unlängst erfolgreich an der Ausbildung zum Cutman teilgenommen. Er kümmert sich also künftig um die Versorgung von Schnittwunden (Cuts), Schwellungen und Nasenbluten. „Ich glaube, dass die Rolle des Cutmans in Zukunft an Bedeutung zunehmen wird“, so Bekler und erläutert: „Laut der Verbandsärztin des Deutschen Boxverbands sind die Gehirnerschütterungen zurückgegangen, seitdem der Kopfschutz abgeschafft worden ist. Jedoch haben die Platzwunden, Schürfwunden, Hämatome und das Nasenbluten zugenommen“, sagt Bekler.

Ein weiterer Box-Höhepunkt im Bodenseeraum findet am 29. Juni statt, wenn eine Auswahl aus St. Petersburg beim BC Dornbirn gastiert. Dornbirns Vorsitzender Ivan Obradovic überlegt derzeit, das Event auf dem Freigelände vor der Schorenhalle austragen zu lassen.

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