Tierquälerei in Laimnau: Diabolo-Geschosse töten „Bobbel“

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Diabolo-Geschosse haben ihn getötet: Kater "Bobbel" (Foto: pr)
Alexander Mayer

Ist es die Tat eines Katzenhassers oder ist es aus Jux und Langeweile geschehen? So oder so: Was in Laimnau vor Weihnachten einmal mehr passiert ist und jetzt auch bei der Polizei aktenkundig wurde, ist nichts anderes als Tierquälerei, im aktuellen Fall mit Sicherheit ein Straftatbestand. Die Polizei ermittelt. Genauer gesagt, Beamte der Hundestaffel Markdorf beschäftigen sich mit den Diabolo-Geschossen.

Mitte Dezember in Laimnau: Unbekannte legen auf „Bobbel“ an. Einen schwarzer Kater mit weißen Flecken. Die Diabolo-Kugeln, abgeschossen aus einem Luftgewehr, treffen das Tier in den Kopf und in den Bauchraum. „Boppel“, so erzählt Besitzerin Juliane Hartl, schleppt sich aber noch nach Hause. „Wir haben sofort gemerkt, das mit ihm etwas nicht stimmt“, erzählt die Laimnauerin. „Wir glaubten aber, dass Kinder nach ihm gekickt, ihn fortgejagt haben“, sagt die Laimnauerin. „Wir haben aber nur ein tränendes Auge gesehen.“ Schließlich begann dies aber zu eitern. Mit ihrem Pflegelatein am Ende, fuhren die Hartls am Silvestermorgen schließlich nach Ravensburg in eine Tierklinik. Die behandelnde Tierärtzin stellte ein Lungenödem fest – und fand bei der Untersuchung die zwei Geschosse. Eines durch Abtasten, das andere zeigte sich im Röntgenbild. Ärztliche Rettungsversuche sind vergeblich geblieben. Der Kater ist seinen Verletzungen erlegen.

Ein trauriger Fall. Noch schlimmer: Ein Einzelfall ist es offensichtlich nicht. Schon vor geraumer Zeit hat es eine Katze der Hartls getroffen. Auch das Tier eines Nachbars ist Opfer eines Luftgewehrschützen geworden. Weil die Katze geblutet hat, ist auch der zum Tierarzt gegangen. Diagnose: Zwei Diabolo-Geschosse haben das Tier verletzt. Der Fall liegt allerdings schon einige Zeit zurück.

Nach der jüngsten Tat: Die Familie Hartl ist „völlig entsetzt“. Die Mutter, vor allem aber die vier Kinder der Familie leiden. „Da sind aus Trauer und Leid manche Kindertränen geflossen“, meint Juliane Hartl. Die Tierfreundin empfiehlt nun jedem, der in Laimnau freilaufende Katzen hat, mit den Tieren zum Tierarzt zu gehen, sie auf Geschosse untersuchen zu lassen. „Ich wage nicht daran zu denken, was da herauskommen könnte.“

Schüsse auf Katzen sind zwar kein „Massenphänomen“, berichtet Polizeisprecher Wolfgang Hofmann auf Anfrage der SZ. Aber es komme schon immer wieder vor. Wie jüngst in Meckenbeuren. Während das getroffene Tier dort aber überlebt hat, musste der Kater aus Laimnau sterben. In beiden Fällen, so Hofmann, liegt aber ein Verstoß gegen Paragraph 17 des Tierschutzgesetzes vor, was nichts anderes als eine Straftat ist: Der Polizist weiß, wovon er spricht. „Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt“ heißt’s unmissverständlich im Gesetzestext geschrieben.

Wer in Laimnau Hinweise zum unbekannten Gewehrschützen oder Katzenhasser geben kann, wird gebeten, sich bei der ermittelnden Hundestaffel Markdorf unter Telefon 07544/96200 zu melden.

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