Zurück zu den Wurzeln

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Alles bleibt in der Familie: Eva Schellenbeck, Gisela Cieslak mit Enkelin Ada und Michael Cieslak freuen sich auf die Neueröffnu
Alles bleibt in der Familie: Eva Schellenbeck, Gisela Cieslak mit Enkelin Ada und Michael Cieslak freuen sich auf die Neueröffnung der "Naturkost Massag" am 9. August. Bild: Geiselhart (Foto: Brigitte Geiselhart)
Brigitte Geiselhart

In diesem Laden steckt viel Geschichte – vor allem auch Familiengeschichte. Und doch weht ein frischer Wind bei „Naturkost Massag“ in der Hauptstraße. Am Donnerstag, 9. August, wird nach monatelanger Renovierungs- und Umbauphase mit neuem Namen und neuen Konzepten Wiedereröffnung gefeiert. Die Ursprünge des Familienbetriebs gehen bis ins Jahr 1962. Lieselotte und Josef Massag – die Großeltern des jetzigen Besitzers Michael Cieslak – gründeten damals das „Reformhaus Massag.“

Michael Cieslak hat das Geschäft von seiner Mutter Gisela übernommen und wird es zusammen mit seiner Frau Eva Schellenbeck als Bioladen betrieben. Seit Anfang des Jahres wurde in aufwendiger Eigenarbeit – mit tatkräftiger Hilfe des Berliner Freundes Frederik Kirschmann – vieles geleistet. Waren früher der Verkaufsraum und die Wohnung der Großeltern miteinander verbunden, so konnte die neue Verkaufsfläche jetzt von 35 auf 85 Quadratmeter vergrößert werden. Im Rahmen der Kernsanierung spielte die Nachhaltigkeit eine große Rolle. So legte man Wert auf Hölzer aus der Region, auch die Naturfliesen wurden aus Deutschland bezogen und das vorhandene Parkett konnte erhalten bleiben. „Regionalität liegt uns auch bei der Auswahl unserer Ware am Herzen“, betonten Michael Cieslak und Eva Schellenbeck. Linsen, die in Schwaben angebaut wurden, Käse aus Isny, Wein aus Nonnenhorn, Brot vom Biobäcker – mit solchen und anderen Produkten will man bei den Kunden punkten. Und mit einem „Dorfladencharakter“ und hoher Aufenthaltsqualität mitten im Ortszentrum.

Der 44-jährige promovierte Genetiker und die 35-jährige freie Journalistin haben zusammen mit Töchterchen Ada ihre Zelte in Berlin abgebrochen, um am Bodensee sowohl beruflich als auch privat der Natur näherzukommen, als das in der Hauptstadt möglich ist. Ein Zurück zu den Wurzeln also? „Genau richtig“, sagt Michael Cieslak. „Ich freue mich, das Geschäft in der dritten Generation weiterführen zu dürfen. Ich habe immer schon eine starke familiäre Bindung, gerade auch zu den Großeltern, gehabt.“ Dass die Entscheidung gemeinsam gefällt wurde, daran lässt auch Eva Schellenbeck keinen Zweifel. „Ich habe in Konstanz studiert“, erzählt sie. „Ich liebe den Bodensee und ich kann mir keinen schöneren Ort als Kressbronn vorstellen, an dem unsere Tochter aufwachsen könnte.“ Auch Michaels Mutter Gisela will sich mit ihren 70 Jahren noch nicht aufs Altenteil zurückziehen und auch weiterhin mithelfen. „Ich habe 2003 die Nachfolge meiner Eltern angetreten. Und ich habe mich jeden Tag aufs Neue darauf gefreut, den Laden aufzumachen“, kramt sie ein wenig in Erinnerungen. „Wir haben einen sehr großen Kundenstamm. Gerade auch der freundschaftliche Kontakt und das Gespräch mit den Leuten waren mir immer sehr wichtig“, sagt die Mutter von drei Kindern und mittlerweile siebenfache Großmutter. „Daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern.“

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