Weltladen setzt sich für faire Zukunft ein

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Das Team des Weltladens will am Aktionstag unter anderem über die politische Kampagne „Mensch. Macht. Handel. Fair“ informieren.
Das Team des Weltladens will am Aktionstag unter anderem über die politische Kampagne „Mensch. Macht. Handel. Fair“ informieren. (Foto: WL)
Schwäbische Zeitung

Am 11. Mai ist Weltladentag. Mit dem politischen Aktionstag aller Weltläden wird zeitgleich der Internationale Tag des Fairen Handels gefeiert. Auch der Kressbronner Weltladen will anlässlich der Aktionstage auf seine Arbeit aufmekrsam machen.

„Der Tag ist auch eine gute Gelegenheit, den Weltladen Kressbronn kennenzulernen, ins Gespräch zu kommen, zu diskutieren und schöne, fair gehandelte Produkte zu entdecken. Genießen Sie dabei leckeres Essen und Trinken aus fair gehandelten Zutaten und weitere Überraschungen“, kündigt der Weltladen in der Pressemitteilung an.

Seit 2015 steht die politische Kampagne unter dem Motto „Mensch. Macht. Handel. Fair“ gemeinsam mit dem EU-Projekt „Trade fair, live fair“, das die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen SDGs (Sustainable Development Goals) in den Mittelpunkt stellt.

Getrieben vom Streben nach grenzenlosem Wachstum geht es in der Wirtschaft häufig unfair zu, heißt es vonseiten des Weltladens. Bei der Herstellung von Alltagsprodukten würden häufig Menschenrechte verletzt und die Umwelt zerstört. Auch deutsche Unternehmen seien immer wieder an Menschenrechtsverletzungen im Ausland beteiligt oder profitieren davon. Unfälle in Textilfabriken Asiens, die Vertreibung von Kleinbauern in Afrika, Kinderarbeit und Pestizidvergiftungen auf usbekischen Baumwollfeldern, der Coltanabbau in den Minen des Kongos für Mobiltelefone, der Kohleimport aus Kolumbien auf Kosten einheimischer Gemeinschaften seien dafür nur einige Beispiele. Vor diesem Hintergrund wird in der Pressemitteilung die Frage gestellt: Wie sähe eine Welt aus, in der Unternehmen nicht mehr dem Profit, sondern zuallererst den Menschen und dem Planeten verpflichtet sind? Entsprechend den 2011 vom UN-Menschenrechtsrat einstimmig angenommenen Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte ist es die Pflicht der Staaten, alle Menschen vor Verletzung ihrer Menschenrechte, auch durch Unternehmen, zu schützen. Staaten sollen wirksame Maßnahmen treffen, um Menschenrechtsverletzungen durch Unternehmen zu verhindern und zu ahnden, so die Pressemitteilung des Weltladens. Im Dezember 2016 verabschiedete die Bundesregierung einen Aktionsplan „Wirtschaft und Menschenrechte“ (NAP). Dieser ist ein erster Schritt zur Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Er gehe aber nicht weit genug, denn die Bundesregierung setze darin weiterhin auf freiwillige Maßnahmen für Unternehmen, anstatt sie gesetzlich festzuschreiben, heißt es weiter.

Dabei zeigten Erfahrungen, dass freiwillige Maßnahmen für Unternehmen zum Schutz der Menschenrechte nicht ausreichten. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat deshalb ein „Wertschöpfungskettengesetz“ entworfen, welches die Unternehmen verpflichtet, ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht entlang ihrer gesamten Lieferkette nachzukommen.

Die Fair-Handelsbewegung begrüßt diesen Gesetzentwurf und möchte den Weltladentag nutzen, darauf aufmerksam zu machen.

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