Verständigung auf dem Campingplatz: Mit Händen und Füßen geht’s immer

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Erich Krapf, Verwalter des Campingplatzes Iriswiese, zeigt Ottilie aus Daaden im Westerwald den Weg zum Naturstrand.
Erich Krapf, Verwalter des Campingplatzes Iriswiese, zeigt Ottilie aus Daaden im Westerwald den Weg zum Naturstrand. (Foto: ANDY HEINRICH)
Freier Mitarbeiter

Über einem rekordverdächtigem Saisonverlauf darf sich Erich Krapf, Platzverwalter auf dem Kressbronner Campingplatz Iriswiese, freuen. Seit dem Frühjahr habe der Gästeandrang stetig zugenommen: „Wir haben zur dieser Jahreszeit zum Ende des Sommers rund zwei Drittel mehr an Übernachtungen als vor einem Jahr, was freilich der guten Witterung geschuldet ist“, berichtet Krapf.

Campen, ob mit Zelt, Wohnwagen oder im Wohnmobil, steht in Deutschland hoch im Kurs. Das weiß auch Erwin Krapf, der sich für den Vier-Sterne-Campingplatz Iriswiese seit 1999 verantwortlich zeichnet. „Ich sehe mehrere Gründe für den seit einigen Jahren anhaltenden Boom. Zum einen kämpfen einige klassische Urlaubsländer mit diversen Krisen, zum anderen haben viele unserer Landsleute das Bedürfnis, wieder ihr Land, ob an der Küste oder bei uns im Süden, zu entdecken und in seiner wunderschönen Vielfalt zu erleben. Das anhaltend schöne Wetter mit Sonne satt hat natürlich sein Übriges dazugetan. Wir dürfen mehr als zufrieden sein“, stellt Krapf fest.

Wenn die beliebte, direkt am Bodensee gelegene Einrichtung am 21. Oktober ihre Pforte schließt, liegt hinter dem sympathischen Verwalter eine harte und kräftezehrende Saison. Von 7 Uhr in der Früh bis 21 Uhr abends sind Erich Krapf und sein Team sieben Tage in der Woche für die Gäste da: „Wir haben von April bis Oktober rund 180 Tage lang geöffnet und sind oft im Dauerstress. Das geht zum Ende hin ziemlich an die Substanz, Körper und Geist sind am Anschlag, besonders nach diesem Sommer mit seinen vielen heißen Wochen.“ Auch wenn es nicht immer einfach sei, das vielfältige Arbeitspensum auf dem 4,5 Hektar großen Gelände mit seinen 400 Stellplätzen zu bewältigen, sieht Krapf seine Arbeit als ein Geschenk. „Wenn Du während eines langen Tages hier und da Lob und Anerkennung erfährst, die Gäste mit einem Lächeln über den Platz laufen, und sich ob der tollen Atmosphäre bei uns rundum wohlfühlen, dann erfüllt mich das mit Freude und Genugtuung. Dafür bin ich gerne sozusagen „Mädchen“ für alles. Es gibt mir die Bestätigung, gemeinsam mit meinem Team alles richtig gemacht zu haben“, sagt er, bevor ein Gast in der neu gestalteten Rezeption seinen Aufenthalt kurzfristig verlängern möchte und der nächste Kunde Tipps und Anregungen für Ausflüge benötigt.

Aus der ganzen Welt reisten übrigens die Urlauber an, die Verständigung untereinander erfordere ab und zu etwas Fantasie: „Wir hatten dieses Jahr Australier, Japaner, Amerikaner und natürlich Gäste aus dem gesamten europäischen Kontinent. Die Kommunikation erfolgt dann meist auf Englisch und wenn gar nichts mehr geht, helfen wir uns mit Händen und Füßen weiter. Das funktioniert immer.“

Noch bis in den November hinein wird auf dem Campingplatz Iriswiese nach dem offiziellen Saisonende weitergearbeitet. Schließlich gilt es, den Betrieb für den Winter vorzubereiten. „Ob Reparaturarbeiten, der komplette Heckenschnitt samt Laubentfernung, das Leeräumen des Supermarktes, technische Nacharbeiten oder auch bürotechnische Tätigkeiten und vieles mehr: Auf einem Campingplatz gibt es immer etwas zu tun, wichtig ist, dass man es gerne tut“, sagt Krapf und greift zum Telefon, um dem nächsten Kunden Auskunft über einen Aufenthalt bei ihm in Kressbronn am Bodensee zu geben.

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