Schlemmen mit Hafen-Flair

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Dinieren, wo früher Schiffe entstanden sind – so könnte die Bodan-Gastronomie einmal aussehen.
Dinieren, wo früher Schiffe entstanden sind – so könnte die Bodan-Gastronomie einmal aussehen. (Foto: pr)
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Schick, aber nicht übermäßig nobel; einfach, aber nicht zu bodenständig – irgendwo im gesunden Mittel sieht Fachplaner Ingo Wessel die zukünftige Gastronomie im Kressbronner Bodan-Areal angesiedelt. Ganz wichtig dabei: Die ehemaligen Werfthallen sollen ihren besonderen Charme nicht verlieren. Das Konzept, das die Bodan-Gastronomie zum Erfolg führen soll, haben Gastro-Planer Ingo Wessel und Architekt Afshin Arabzadeh in der Sitzung am Mittwoch dem Gemeinderat vorgestellt.

Ihren Platz finden soll die Gastronomie im Bereich der Halle 1, in Montage Süd und Nord sowie der Schreinerei. Zwischen 8,50 und 11,50 Meter beträgt die Raumhöhe in diesen Gebäuden, was eine enorme Herausforderung mit sich bringt, die Innentemperaturen auch in der kälteren Jahreszeit auf ein angenehmes Niveau zu bringen. Das soll durch Dämmungen an der Außenseite der Gebäude erfolgen, eine Art thermische Hülle, wie Arabzadeh erklärte. Unter der Schreinerei sei zudem eine Teil-Unterkellerung für Technikräume vorgesehen.

Container als Blickfang

Die beiden Gasträume, die sich auch für geschlossene Gesellschaften abtrennen lassen sollen, werden zum See hin ausgerichtet. „Im Außenbereich wird es eine Außenraumbestuhlung über der ehemaligen Slipanlage geben, die darunter noch erkennbar bleibt“, präsentierte Arabzadeh die bisherige Planung.

Die sieht außerdem noch eine Besonderheit vor: Insgesamt 28 Container sollen in der Halle verteilt werden. „Es werden Frachtcontainer sein, die einmal benutzt worden sind“, erklärte Arabzadeh. Teils übereinander gestapelt und mit Treppen erschlossen, um die Raumhöhe auszunutzen, und teils frei stehend sollen die 2,40 Meter breiten Container mit verschiedener Höhe und Länge später beispielsweise die Küche, Toiletten oder Elemente aus der das ganze Areal übergreifenden Ausstellung beherbergen. „Die Container sind wie ein Rohbau, nur eben aus Stahl anstatt Ziegeln und man kann sie beliebig verkleiden“, so der Architekt. Angesetzt sei für die Baumaßnahme eine Summe von etwa 4,5 Millionen Euro, teilte Kämmerer Matthias Käppeler mit.

Die Gastronomie soll von einem Pächter betrieben werden. „Innovativ, außergewöhnlich und kulinarisch“ – so stellt sich Ingo Wessel, der das Projekt als Fachplaner für Gastronomiewesen beratend betreut, die Küche auf dem Bodan-Gelände vor. Für die Hauptsaison im Sommer sieht er eine Tagesgastronomie mit Außenbereich vor. Trotz der zu erwartenden starken saisonalen Schwankungen tendiere er jedoch zu einem ganzjährigen Betrieb – idealerweise mit einem kleinen Kern und größeren Einheiten für besucherstarke Tage, so Wessel.

Einzelheiten werden im Workshop erarbeitet

Ob es nun schwäbische Spezialitäten oder ein elegantes Dinnermenü sein werden, die in der ehemaligen Werfthalle auf den Teller kommen, ist noch nicht entschieden. Ebensowenig, ob es neben der Gastronomie auch Mehrzweckräume, wie von der Grünen-Fraktion gefordert, geben wird. Denkbar sei zudem, auf der Slipanlage auch eine modulare Tribüne einzurichten, beispielsweise für Musik- oder Theaterdarbietungen. So könnten auch kulturelle Veranstaltungen dort stattfinden, entweder über den Gastgeber organisiert oder unabhängig.

Weitere Einzelheiten des Konzeptes sollen nun in einem stufenartigen Workshop-Modell ausgearbeitet werden und zunächst in kleinerem Kreis, anschließend in den Gremien diskutiert werden, kündigte Wessel den weiteren Ablauf der Planung an. Der Gemeinderat stimmte anschließend bei einer Enthaltung (Martina Knappert-Hiese, GUBB) der Vorgehensweise zu.

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