Schüler machen bildschirmfrei

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„Ich habe viel mit Freunden unternommen“: 200 Schüler der Nonnenbachschule Kressbronn nehmen erfolgreich an dem Projekt „Bildsch
„Ich habe viel mit Freunden unternommen“: 200 Schüler der Nonnenbachschule Kressbronn nehmen erfolgreich an dem Projekt „Bildschirmfreie Zeit“ teil und dokumentieren dies in kleinen Heftchen. (Foto: ah)
Freier Mitarbeiter

Über einen Zeitraum von fünf Wochen haben die Grundschüler der Nonnenbachschule in Kressbronn im Rahmen eines Projektes drei Tage in der Woche auf die Nutzung von Smartphones, Tablets, Fernseher, Konsolen und Co. verzichtet. Mit der bildschirmfreien Zeit sollen die Kinder laut Rektorin Susanne Hartrampf für alternative Freizeitbeschäftigungen, aber auch für mögliche Suchtgefahren sensibilisiert werden.

„Das Projekt war ein voller Erfolg. Viele Schüler haben völlig neue Möglichkeiten entdeckt, wie man seine Freizeit, zum Beispiel im Freien oder mit Freunden, verbringen kann“, resümierte die Schulleiterin. Fünf Wochen lang drei Tage in der Woche auf keinen Bildschirm schauen. Fernsehen, Nintendo oder Smartphone wurden im Rahmen des Projektes „Bildschirmfreie Zeit“ in der Nonnenbachschule klassenübergreifend zur unerwünschten Sache erklärt. Bereits seit zehn Jahren gibt es das freiwillige Projekt, das von Lehrerin Iduna Leimenstoll damals für die Klasse vier eingeführt wurde. Das Besondere daran bis heute: Die Kinder dokumentieren ihre gewonnenen Erkenntnisse und Erlebnisse in einem Heft.

Wichtige Aufklärungsarbeit

Was für viele Schüler anfangs wie ein schlechter Scherz klang, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem Erfolgsmodell mit gewissem Erziehungscharakter. „Natürlich können wir die Schüler und Eltern nicht dazu zwingen, die freiwillig angeordnete, bildschirmfreie Zeit in privater Umgebung einzuhalten. Dennoch wissen wir aus Gesprächen, dass die Umsetzung in den meisten Familien funktioniert hat“, berichtet die Schulleiterin. Mehr noch: Rückmeldungen hätten ergeben, dass die Kinder ihre Tage künftig verstärkt ohne Bildschirm gestalten wollen. Schließlich gehe es inhaltlich auch um wichtige Aufklärungsarbeit, was den Dauerkonsum in unserer schnelllebigen, digitalen Welt angehe. Susanne Hartrampf: „Als Pädagogen, als Bildungseinrichtung, tragen wir eine wichtige Verantwortung. Die Daueranwendung entwickelt sich für einige Nutzer zu einem unkontrollierbaren Zustand, dem es entgegenzuwirken gilt.“

Den meisten der ungefähr 200 Grundschülern hat das Projekt gefallen: „Ich habe viel mit Freunden unternommen, gebastelt und war in der Natur unterwegs. Und meine Oma hat mir ein Kartenspiel beigebracht, das war toll, weil ich das nicht kannte“, erzählte Schülerin Viktoria. Sie will ihre Freizeit in Zukunft – auch mit ihren Eltern – verstärkt „analog“ gestalten.

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