Schüler gucken bei ifm Electronic hinter die Kulissen

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Praxisnah: Auszubildender Sean Dhein (zweiter von links) leitet Jonathan Dietrich an, seine eigene Platine zu bestücken.
Praxisnah: Auszubildender Sean Dhein (zweiter von links) leitet Jonathan Dietrich an, seine eigene Platine zu bestücken. (Foto: bbq)
Schwäbische Zeitung

Im Rahmen des BBQ-Projekts „TECademy“ haben 20 Realschüler des Bildungszentrums Parkschule einen spannenden Tag im ifm Ausbildungszentrum in Kressbronn erlebt. Dies ist einer Pressemitteilung zu entnehmen.

Eigentlich will Jonathan Dietrich Pilot werden. „Es muss aber auch einen Plan B geben“, sagt der 15-Jährige selbstbewusst und kann sich nach seinem Schulabschluss zunächst gut eine Lehre mit technischen Inhalten vorstellen. Manche seiner Mitschüler wissen hingegen noch nicht, ob sie in ihrem späteren Leben etwas mit Technik und Naturwissenschaften am Hut haben wollen. Sie alle sind bei der „TECademy“ an der richtigen Adresse. Bei diesem Projekt geht es nämlich darum, in die Arbeitswelt von betrieblichen Fachkräften und Ingenieuren reinzuschnuppern, einen Einblick in verschiedene Einsatzbereiche zu bekommen – um somit auch auszuloten, ob Interesse an einer ähnlich gelagerten Ausbildung bestehen könnte.

Die „TECademy“ am Bildungszentrum Parkschule, Abteilung Realschule in Kressbronn, ist ein Kooperationsprojekt zwischen Industrie, Hochschulen, beruflichen Schulen und Handwerk sowie anderer Bildungsinstitutionen – und richtet sich an Realschüler der 9. Klassen. Durchgeführt wird das Projekt, das seit mittlerweile neun Jahren besteht, vom gemeinnützigen Bildungsträger BBQ gGmbH. In einem praxisnahen Jahresprogramm werden abwechslungsreiche, fächerübergreifende Themen behandelt. Zusätzlich werden Übungen zur Stärkung von Schlüsselqualifikationen durchgeführt sowie bewerbungsrelevante Themen behandelt. Gefördert wird das Projekt durch die Agentur für Arbeit und durch den Arbeitgeberverband Südwestmetall.

Treffpunkt am Standort Betriebsmittelbau der ifm Electronic GmbH in Kressbronn: Heute steht für die Teilnehmer der „TECademy“ ein ganzer Tag im Ausbildungszentrum an. Wie werden Platinen bestückt und programmiert, wie die nötigen Kabelverbindungen hergestellt? Solche Fragen stehen im Mittelpunkt. Eigene Platinen herzustellen, sie später dann im Technikunterricht der Schule weiterverwenden zu können, auch das hat seinen besonderen Reiz. Unter die Fittiche genommen werden die Schüler von Auszubildenden, die ihnen aus erster Hand Informationen über ihren Berufsalltag vermitteln können. Dass die „TECademy“ längst zu einer „Win-win-Situation“ geworden ist, in dieser Einschätzung ist man sich auf beiden Seiten einig. „Gerade angesichts des Fachkräftemangels ist es eine gute Initiative, rechtzeitig Verbindungen zu knüpfen. Deshalb ist die Kooperation mit der Schule sehr wertvoll“, sind sich Andreas Hartrampf, Hauptabteilungsleiter Bereich Betriebsmittel und Standortverantwortlicher Betriebsmittelbau, und Ausbilder Martin Weber einig.

„Das gute Miteinander von Schule und Betrieb ist wichtig“, ergänzt der stellvertretende Schulleiter der Parkschule, Stefan Weigele. „Die Schüler können neue Stärken entdecken und präsentieren – und natürlich die Chancen für die Suche nach einer Lehrstelle verbessern“, betont er. „Gerade der Kontakt der jungen Leute untereinander ist ein entscheidender Faktor“, so die Einschätzung von BBQ-Projektleiterin Hanim Heim. Sie verweist darauf, dass die „TECademy“ übers ganze Schuljahr hinweg mehr als 15 Termine in Unternehmen vermittle.

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