Platz drei landet doch auf Platz eins

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Platz drei landet doch auf Platz eins
(Foto: thomas)
Britta Baier

Eine kleine Überraschung hat es am Mittwochabend in der Gemeinderatssitzung gegeben: Nicht der erste Preis des Architektenwettbewerbs um die Neugestaltung des Areals in der Hemigkofener Straße 11 machte letztendlich das Rennen bei den Räten, sondern der Entwurf der Steimle Architekten aus Stuttgart, die auf dem dritten Platz gelandet waren. Das Ergebnis: Sechs (SPD, Grüne und GUBB) zu zehn (CDU und BWV) Stimmen.

Alle Architekten der ersten drei Plätze waren in die Gemeinderatssitzung gekommen, um ihre Entwürfe persönlich vorzustellen. „Wir befinden uns auf der Zielgeraden“, führte Andreas Wenzler in den Tagesordnungspunkt an, der sich schließlich über rund zwei Stunden streckte. Anfang Februar hatte die Ideenwerkstatt stattgefunden, Ende Februar gab es die europaweite Ausschreibung zum Architektenwettbewerb, an dem sich die Teilnehmer bis zum 23. März bewerben konnten. Bereits in der vorletzten Gemeinderatssitzung hatte Andreas Wenzler die Entwürfe der besten drei vorgestellt (die SZ berichtete).

Beatrice Laubsch: „Größte Bedenken“

Der Entwurf von den Steimle Architekten aus Stuttgart, für den die Räte nun grünes Licht gaben, kommt ganz ohne Anbau aus – durch die Absenkung des Erdgeschosses um 60 Zentimeter schaffen es die Architekten jedoch, das Raumprogramm dennoch nahezu komplett nachzuweisen, weil dadurch drei Etagen entstehen. Die Räte sprachen sich allerdings letztendlich doch für einen Anbau aus, um die Bibliothek nicht nur im ersten und zweiten Obergeschoss unterzubringen, sondern zum Teil schon im Erdgeschoss. Der Stadl steht praktisch auf einem großen Betonsockel. Beatrice Laubsch, Leiterin der Bücherei, äußerte sich jedoch skeptisch: „Ich habe meine größten Bedenken wegen des schmalen Flurs und der dort vorgesehenen Ausleihe. Ich denke da auch an die Fluchtwege“, so ihre Bedenken.

Zuvor hatten Martin Wolf und Ulrich Gläser ihren Entwurf vorgestellt, der seinerzeit von der Jury zum Sieger gekürt wurde. Die Raumfläche wird hier erweitert, indem die weit herausragenden Vordächer mit einbezogen werden. Doch die Räte entschieden sich in einer ersten Abstimmungsrunde mit 14 Stimmen gegen diesen Vorschlag. Dagegen kam Platz zwei in die engere Auswahl, dessen Entwurf die Link Architekten aus Walldürn zeigten. Hier ist ein großer, pavillionartiger Anbau nach Westen vorgesehen, wodurch es gelingt, alle unterzubringenden Nutzungen in ausreichender Größe und im Sinne eines gemeinsamen Hauses mit Bezug zum Eingangsbereich anzuordnen. Besonders positiv wurde von der Jury – und auch von den Räten – die Lage der Bücherei bewertet, die im Erdgeschoss präsent ist.

Steimle Architekten: Zehn zu sechs Stimmen

„Wir haben die nutzungsorientierte Ansatzweise gewählt und sind für den zweiten Platz“, sagte Martin Kolb in der Aussprache für die SPD. Auch die Grünen und die GUBB favorisierten den Entwurf der Link Architekten: „Das Platzangebot ermöglicht hier die größtmögliche Flexibilität“, so die Meinung von Martina Knappert-Hiese. Doch den Zuschlag bekam letztendlich der dritte Platz: „Aus unserer Sicht passt dieser Entwurf sehr gut ins Ortsbild“, sagte Karl Bentele für CDU, der Zustimmung von der BWV erhielt: „Wir finden es gut, dass der ursprüngliche Charakter des Stadls erhalten bleibt. Allerdings sind für uns die Innereien noch nicht platziert – aus unserer Sicht kann der Mehrzweckraum zugunsten der Bücherei verkleinert werden, weil wir der Meinung sind, dass eine Mensa hier ohnehin nicht reinkommt“, so Stefan Fehringer mit Blick auf den noch offenen Schulentwicklungsplan.

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