Mehr als 30 Feuerwehrangehörige lernen Praxis und Theorie

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 Die Feuerwehrkameraden setzen bei der Fortbildung das Erlernte aus dem Theorieteil um.
Die Feuerwehrkameraden setzen bei der Fortbildung das Erlernte aus dem Theorieteil um. (Foto: Gemeinde)
Schwäbische Zeitung

Zu einer Fortbildung im Fachbereich Technische Hilfeleistung hat der stellvertretende Kreisbrandmeister Peter Schörkhuber am ersten Adventswochenende in das Feuerwehrgerätehaus nach Kressbronn eingeladen. Als Referenten konnten Albert Kreutmayer (Berufsfeuerwehr Augsburg) und Ludwig Fuchs (Berufsfeuerwehr Nürnberg) gewonnen werden, ist einem Pressebericht zu entnehmen.

Sie sind seit 2004 auch auf das Thema Fahrzeug-Rettung spezialisierte Ausbilder und Verfasser zahlreicher Fachliteratur. Mehr als 30 Feuerwehrangehörige aus dem östlichen Bodenseekreis nahmen an der Fortbildung teil und konnten ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zum Thema PKW Rettung vertiefen. Das Erlernte können sie nun auch an ihre Feuerwehrkameraden weitergeben.

Beim Eintreffen an einem Verkehrsunfall hat zunächst das Retten von Menschenleben für die Einsatzkräfte oberste Priorität. Um hier, auch bei schrecklichen Szenarien, einen souveränen Handlungsablauf zu gewährleisten, begann die Fortbildung zunächst mit einem theoretischen Teil. Hierbei wurden den Teilnehmern Einsatzregeln vermittelt, welche einen routinierten und zielorientierten Ablauf bei einem Verkehrsunfall gewährleisten. Ein weiterer Themenblock war die moderne Fahrzeugtechnik. Hierzu gehörten die verschiedenen Antriebstechniken wie Verbrennungsmotor, E-Antrieb, Gas, Wasserstoff oder Hybrid. Aber auch die neuartigen Werkstoffe und Verbundwerkstoffe stellen sowohl die Einsatztechnik sowie die Einsatzkräfte vor neue Herausforderungen.

Zum Abschluss des Theorieteils wurden die Teilnehmer in modernen Rettungstechniken mit Hydraulischem Rettungsgerät geschult.

Nun galt es, die Theorie auch in die Praxis umzusetzen. Dabei wurde an acht Fahrzeugen die verschiedensten Szenarien nachgestellt. Egal, ob das Fahrzeug auf der Seite lag, auf dem Dach oder der Einsatz durch eingeschränkte Zugänglichkeit erschwert war, die Einsatzkräfte mussten einen Zugang schaffen. Ob durch das Herausschneiden des Kofferraumdeckels, das Schaffen einer großen Seitenöffnung, das Herunternehmen des Daches oder das Platzschaffen im Fußbereich einer eingeklemmten Person – hier konnten die Teilnehmer eindrucksvoll ihr erlerntes Wissen praktisch zeigen, heißt es weiter.

Die fachkundigen Ausbilder hielten am Freitagabend einen mehrstündigen Vortrag zum Thema Busrettung. Hierzu fanden sich knapp 100 Interessierte vom DRK Kressbronn sowie der Rettungswache Kressbronn den Feuerwehren vom Landkreis Lindau und dem Bodenseekreis ein. Am Beispiel eines realen Unfalls mit zwei Linienbussen im Landkreis Fürth mit zahlreichen Verletzten zeigte sich sehr schnell, dass bei solchen Schadenslagen die Logistik eine große Rolle spielt – ob es sich um die Versorgung einer großen Anzahl von Verletzten oder die Koordination der zahlreichen Rettungskräfte handelt.

Anschließend konnte bei kameradschaftlichem Beisammensein über die Themen diskutiert werden. Dieses Wochenende war wieder ein wertvoller Beitrag zur qualifizierten Aus- und Fortbildung der Feuerwehren im Bodenseekreis.

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