Lidl darf in der Säntisstraße neu bauen

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Der Lebensmitteldiscounter Lidl darf in der Säntisstraße in Kressbronn neu bauen. Das hat der Technische Ausschuss in seiner Sitzung am Mittwoch mehrheitlich beschlossen. So soll das alte Gebäude abgerissen und durch ein neues ersetzt werden, bei dem zwar die Verkaufsfläche gleich, aber die Lagerfläche vergrößert wird. Grundsätzlich sei das Unternehmen aber auch bereit, über einen sogenannten Flächentausch mit der Gemeinde nachzudenken, teilte Bürgermeister Daniel Enzensperger mit.

Ob Lidl die jetzt beschlossenen Pläne umsetzt, ist derzeit noch unklar. Denn wie berichtet war in der jüngsten Gemeinderatssitzung von der Bürgerlichen Wählervereinigung die Idee entstanden, dem Unternehmen einen Flächentausch anzubieten, damit die Kressbronner Feuerwehr am bisherigen Standort erweitern könne. Gleichzeitig könnte der Supermarkt auf das neue Gelände an der Tettnanger/Friedrichshafener Straße ziehen und dort neu bauen. „Das Unternehmen hat den Vorschlag interessant gefunden und will diesen jetzt prüfen und grundsätzlich weiterverfolgen“, berichtete Bürgermeister Enzensperger im Technischen Ausschuss.

Zwischenzeitlich habe Lidl allerdings einen Bauantrag für den bestehenden Standort gestellt und die Gemeinde darum gebeten, trotz der neuesten Überlegungen über den Antrag zu entscheiden. „Die Entscheidung heute hat keinen Einfluss auf das weitere Vorgehen“, so der Schultes. Das Unternehmen sieht vor, den alten Lebensmittelmarkt komplett abzureißen und das neue Geschäft mit einem modernen Gestaltungskonzept aufzubauen. Dazu gehören größere Nebenflächen wegen der gestiegenen Anforderungen an Qualität, Umweltschutz und Sozialstandards sowie Logistik. Zudem soll die Leergutannahme aus hygienischen Gründen separat ausgegliedert werden und eine durchgehende Kühlkette ermöglicht werden. Zudem stehe die Barrierefreiheit bei dem neuen Konzept im Fokus – zum einen durch behindertengerechte Gänge, Parkplätze wie auch durch eine entsprechende Kundentoilette, wie Andreas Wenzler, Technischer Leiter der Gemeinde, den Räten erläuterte.

Verkaufsfläche bleibt gleich

Die Verkaufsfläche liegt in dem aktuellen Antrag bei 964 Quadratmetern. Bereits im vergangenen Jahr wurde beim Regierungspräsidium ein Baugesuch vorberaten, bei dem die Verkaufsfläche 1360 Quadratmeter betrug, weshalb das Regierungspräsidium – auch im Hinblick auf einen anderen Lebensmittelmarkt im Ort – dem Antrag nicht zugestimmt habe. Nun sei die Lagerfläche um 377 Quadratmeter vergrößert worden, während die Verkaufsfläche im Vergleich zu jetzt unverändert bliebe. „Dennoch ist es fraglich, ob das Regierungspräsidium der Planung jetzt zustimmt“, so Andreas Wenzler.

„Wenn das Regierungspräsidium dem schon nicht zustimmt, wieso sollten wir das dann tun?“, fragte Martina Knappert-Hiese und warf einen kritischen Blick auf die angeblichen Arbeitsbedingungen und Produktherkünfte von Lidl. „Diese Aspekte dürfen hier keine Berücksichtigungen finden“, erinnerte der Bürgermeister.

Stefan Fehringer sprach sich für den neuen Markt aus – denn schließlich habe es Lidl schon vor Jahren in der Ortsmitte gegeben, bevor er in die Säntisstraße umgezogen sei, „Wir diskutieren hier also nicht über die Neuansiedlung eines Discounters – von daher kann ich die Argumentation von Frau Knappert-Hiese nicht nachvollziehen“, so Stefan Fehringer.

Christoph Metzler vom Baurechtsamt erläuterte, dass das Regierungspräsidium die Gesamtfläche, nicht die Verkaufsfläche bewerte – und an dieser habe sich nichts geändert. „Ich bin der Meinung, dass wir diesen Markt dringend in Kressbronn brauchen“, sagte Karl Bentele und erhielt Zustimmung – unter anderem von Christel Günthör: „Es ist wichtig für unsere Bürger, dass wir hier einen weiteren Markt vor Ort haben, der attraktiv gestaltet ist.“

Die Räte des Technischen Ausschusses sahen die Erweiterung überwiegend positiv, denn bislang seien sich Lidl und Edeka mit ihrem Sortiment nicht ins Gehege gekommen weshalb sie mit der Enthaltung– von Martina Knappert-Hiese für den Antrag stimmten.

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