Laternen leuchten nachts länger

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 Die Straßenlaternen in Kressbronn leuchten demnächst nachts länger – und auch auf der Nord-Süd-Achse in der Gattnauer Straße, K
Die Straßenlaternen in Kressbronn leuchten demnächst nachts länger – und auch auf der Nord-Süd-Achse in der Gattnauer Straße, Kirchstraße und Argenstraße. (Foto: dpa)

Die Straßenlaternen in Kressbronn leuchten demnächst nachts länger – und auch auf der Nord-Süd-Achse in der Gattnauer Straße, Kirchstraße und Argenstraße. Das hat der Gemeinderat am Mittwochabend einstimmig entschieden, nachdem der Tagesordnungspunkt in der März-Sitzung nach einem Antrag der BWV- Fraktion ohne Beschluss vertagt worden war.

Die BWV-Fraktion hatte seinerzeit angeregt, zu prüfen, ob zwei Hauptachsen an Straßenlaternen die gesamte Nacht brennen können. Oliver Schieber vom Amt für Gemeindeentwicklung und Bauwesen berichtete nun über die Möglichkeiten der Umsetzung:

Argenstraße vom Bahnübergang bis Ortsende: Problemlos umsetzbar sei eine durchgehende Beleuchtung der Argenstraße südlich des Bahnübergangs, da die Schaltstelle Alemannenstraße erst vor wenigen Wochen komplett erneuert wurde und hier umgeklemmt werden kann. Der finanzielle Aufwand liegt bei rund 300 Euro. An diesem Beleuchtungsstrang hängt auch der Riedweg bis zum Fußgängerüberweg beim Bahnhof. Soll dieser Strang nachts ausgeschaltet werden, wäre der Einbau einer Trennstelle notwendig, mit einem finanziellen Aufwand von 1200 Euro.

Argenstraße zwischen Bahnübergang bis Hauptstraße: „Der Abschnitt der Argenstraße nördlich des Bahnüberganges ist etwas komplizierter“, so Oliver Schieber. Die Fußgängerüberwegleuchte ist von der Schaltstelle Heidachstraße versorgt, die restliche Beleuchtung hängt am Schaltschrank Nonnenbacher Weg. Hier wäre die Verlegung eines neuen Kabels notwendig, da „das jetzige Kabel altersbedingt auf der letzten Phase läuft“, so Schieber. Der Aufwand liegt bei 20 000 Euro, wobei der Zustand des Kabels im Nonnenbacher Weg noch zu prüfen wäre.

Kirchstraße bis Betznauer Straße: Eine durchgängige Beleuchtung wäre auch durch umklemmen problemlos in der Kirchstraße machbar, im Teilbereich von der Hauptstraße bis zur Betznauer Straße. Hier wäre dann allerdings auch der westliche Teil der Hemigkofener Straße mit beleuchtet, inklusive dem Fußgängerüberweg. Auch dieser Aufwand wäre mit rund 300 Euro zu beziffern.

Gattnauer Straße bis Ortsende: Der nördliche Teil der Kirchstraße sowie die Gattnauer Straße bis zum Ortsende sind auch hier schwieriger, da dieser Bereich von der Schaltstelle Oberer Garten versorgt wird. Oberer Garten, Zehntscheuerstraße und Schulweg hängen an einem Kabelstrang, inklusive der östlichen Fußgängerüberwegleuchte bei der Bäckerei. Für die Beleuchtung der Berger Straße müsste eine Trennstelle eingebaut werden, ebenfalls bei der Lackiererei für die Beleuchtung Bachstraße und Kirchsteige. Der finanzielle Aufwand beträgt 2500 Euro. „Damit wäre eine durchgehende Beleuchtung bis zum Ortsende möglich, allerdings mit nur einer Fußgängerüberwegleuchte in der Kirchstraße und ohne die Leuchte im Kreuzungsbereich Kirchstraße/Betznauer Straße, da diese an der Schalteinheit Betznauer Straße angeklemmt ist.

„Ohne den Riedweg wären das also 54 zusätzliche Leuchten, die nachts durchgehend für Licht sorgen. 54 Straßenlaternen, die nachts um fünf Stunden länger leuchten, summieren sich auf 98 550 Stunden pro Jahr, was einem etwa drei Prozent höheren Stromverbrauch für die gesamte Straßenbeleuchtung in Kressbronn entspricht. Eine Verlängerung der Leuchtdauer um täglich 0,5 Stunden beziehungsweise am Wochenende um 1,5 Stunden, erhöht die jährliche durchschnittliche Leuchtdauer von 2800 Stunden auf rund 3010 Stunden, also nochmals um rund 7,5 Prozent“, erläuterte Oliver Schieber. Mit einem finanziellen Aufwand von 4300 Euro wäre es im laufenden Jahr möglich, den südlichen Teil der Argenstraße sowie die Kirchstraße und die Gattnauer Straße durchgehend zu beleuchten. Die Kabelneuverlegung für 20 000 Euro für den nördlichen Teil der Argenstraße (Bahnübergang bis Hauptstraße) müsste aufgrund der bereits geplanten beziehungsweise laufenden Sanierungsmaßnahmen auf 2020 verschoben werden, so Oliver Schieber.

„Wir halten den Kostenrahmen für die Nord-Süd Achse für vertretbar“, fasste Stefan Fehringer (BWV) zusammen, der für den Riedweg dagegen nicht den Bedarf sehe. Auch Karl Bentele (CDU) befand: „Das Thema Sicherheit darf nicht an den Kosten scheitern. Jetzt müssen wir das gescheit machen.“ Und Silvia Queri (Grüne) hegt die Hoffnung, dass die längere und ausgeweitete Beleuchtungssituation dazu führe, dass mehr Kressbronner aufs Rad umsteigen würden und das Auto stehen lassen.

Von Montag bis Freitag soll die Beleuchtungsdauer nun um 30 Minuten auf 1 Uhr verlängert werden. Samstags und sonntags soll die Beleuchtungszeit bis 2 Uhr an die Sperrzeit angeglichen werden. Die Ortsdurchfahrt (Friedrichshafener Straße, Hauptstraße, Lindauer Straße), Seestraße und die beiden Leuchten an der B31-Brücke bei Berg bleiben durchgehend beleuchtet – ebenso wie die Argenstraße, Kirchstraße und Gattnauer Straße sowie die westliche Beleuchtung der Hemigkofener Straße.

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