Landjugend feiert ein ganzes Wochenende lang

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Bei der Kressbronner Landjugend kommt weder die Gemeinschaft, noch die Tradition, noch die Landwirtschaft zu kurz. Ab 4. April w
Bei der Kressbronner Landjugend kommt weder die Gemeinschaft, noch die Tradition, noch die Landwirtschaft zu kurz. Ab 4. April wird das 70-Jährige gefeiert. (Foto: Landjugend)

Seit 70 Jahren gibt es die Kressbronner Landjugend – ein Grund, ein ganzes Wochenende lang zu feiern. Denn das Blütenfest, das heute Abend bereits beginnt, steht in diesem Jahr ganz unter dem runden Jubiläum. Von dem „Jungbauernverein“, so der Name 1949 bei der Gründung, ist heute vor allem eins geblieben: die Gemeinschaft.

Rund 70 Mitglieder sind seit Januar damit beschäftigt, das Fest vorzubereiten. „Wir haben alle unseren Job, viele von uns sind noch in der Ausbildung – da ist es keine Selbstverständlich, dass das alles so reibungslos klappt“, sagt Patricia Reuthe von der Landjugend. Und seit einer Woche ist Endspurt angesagt – seitdem treffen sich die Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 32 Jahren jeden Abend nach der Arbeit: „Das zehrt dann schon mal an den Nerven“, so Patricia Reuthe.

Landwirte gehören zwar nach wie vor zu den Mitgliedern, doch grundsätzlich haben nicht mehr viele Mitglieder einen direkten Bezug zur Landwirtschaft. Anders als 1949, dem Gründungsjahr der Landjugend. Am 20. September trafen sich erstmals 17 Jungen und elf Mädchen bei Karl und Irmgard Magg in Gohren, um sich Gedanken über die Gründung einer Jungbauerngruppe zu machen – schließlich gab es weder Internet, Fernsehen und kaum Autos, sodass man bei der Freizeitgestaltung kreativ sein musste.

Auch in Oberdorf gab es zur gleichen Zeit dieselbe Idee, sodass die Gründungsversammlung des ersten Jungbauernvereins im Kreis Tettnang schließlich am 9. November 1949 im Lammsaal in Kressbronn stattfand. Rund 70 Personen – darunter auch der ehemalige Bürgermeister Egon Grall, waren dabei, als Ludwig Bohner und Gabriele Kugel als Vorstände gewählt wurden.

Tradition ist nach wie vor wichtig

Schon damals – der Krieg war noch nicht lange vorbei, viele kannten sich kaum noch – stand die Gemeinschaft im Vordergrund. Weil alle Jugendlichen der Gemeinde angesprochen werden sollten, wurde deshalb der Name bald von „Jungbauernverein“ in „Landjugend Kressbronn“ geändert. Das ist bis heute so geblieben – jeden Mittwoch treffen sich die Jugendlichen, um zu fachsimpeln, zu grillen oder spezielle Maschinen zu besichtigen. „Da wird dann schon mal über Hagelnetze und verschiedene Apfelsorten diskutiert – oder eine Hopfenpellet- oder Biogasanlage besichtigt“, erläutert Patricia Reuthe. Wichtig ist der Gruppe nach wie vor die Tradition – dazu gehört auch das Weitergeben des Kronen- und des Bändertänzes, die zu verschiedenen Anlässen im Jahr aufgeführt werden. So komme weder die Gemeinschaft noch die Tradition, noch die Landwirtschaft zu kurz.

Ebenfalls nach wie vor auf dem Landjugend-Programm: das Blütenfest, das jedes Jahr auf dem Strandbadparkplatz stattfindet. „Das erste gab es 1949 auf der Berger Höhe. Das war aber verregnet, weshalb die entstandenen Schulden der Grund dafür waren, das Fest auch im darauffolgenden und den weiteren Jahren zu organisieren“, blickt Patricia Reuthe zurück. Bis heute trägt sich die Landjugend durch dieses Fest – und veranstaltet jedes Jahr über Fronleichnam eine mehrtägige Fahrt an einen anderen Ort. Für alle Veranstaltungen oder Fahrten gilt: die Jugendlichen organisieren sich selbst. „Bei uns übernehmen Jugendliche relativ früh eine große Verantwortung – das ist sicher nicht selbstverständlich.“

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