KressCendo lädt zum Jahreskonzert ein

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Intensiv probt Stefan Marinov mit dem gemischten Chor KressCendo in der Aula der Nonnenbachschule.
Intensiv probt Stefan Marinov mit dem gemischten Chor KressCendo in der Aula der Nonnenbachschule. (Foto: archiv Helmut Voith)
Christel Voith

Ein besonders spannendes, vielseitiges Konzert erwartet die Besucher am 13. und 14. Oktober beim Herbstkonzert von KressCendo in der Kressbronner Festhalle. Auf dem Programm des gemischten Chors stehen nicht allein Chorwerke, sondern auch die Ballade Nr. 1 g-Moll op. 23 von Frédéric Chopin und Edvard Griegs Orchestersuite op. 40 „Aus Holbergs Zeit“. Die Leitung hat in bewährter Manier Stefan Marinov. Solist am Klavier ist Nikolas Evers, dazu kommt ein Streichorchester aus heimischen Musikern.

„Viele Anregungen und Überlegungen sind im Raum gestanden“, sagt der Vorsitzende Hartwig Brugger, und ein halbes Jahr haben sie nun für das große Konzert geprobt, denn für die Sängerinnen und Sänger sind die ausgewählten Lieder ebenso eine Herausforderung wie die 2008 in Oslo uraufgeführte „Sunrise Mass“, eine lateinische Messe für achtstimmigen Chor und Streichorchester des Norwegers Ola Gjeilo.

Man muss nur ein bisschen in Youtube hineinhören und ist sogleich fasziniert von der Spiritualität dieser „Sonnenaufgangs-Messe“, einer spirituellen Reise, die symbolisch steht für die Entwicklung des Menschen vom Kind zum Erwachsenen. Auch wenn der Text der lateinischen Messe folgt, verraten die Satzüberschriften „Die Sphären – Sonnenaufgang – Die Stadt – Identität und der Grund“ die lockere Verbindung zum Text. Für Gjielo ist es eine metaphysische Reise vom Himmel zur Erde. Unbeschreiblich schön evoziert der Komponist das Schweben im Weltall, die Stille zwischen Sternen und Planeten, und den freudigen Gesang der Engel, ehe er hinab zur Erde führt, emotional und dramatisch die Menschheit beschreibt. Den Menschen will er zu sich selbst führen, seine Verbindung mit Gott erkennen lassen. Eine Messe, die voller Hoffnung und Liebe endet.

Schon bei den Liedern, die im ersten Teil des Konzerts erklingen, darf einem beim Zuhören das Herz aufgehen, so bei Mendelssohns „Abschied vom Walde“, der Vertonung von Eichendorffs Gedicht „O Täler weit, o Höhen, o schöner grüner Wald“, oder Robert Schumanns „Zigeunerleben“. Neue volksliedhafte Chorlieder sind zu hören von Morten Lauridsen und Lorenz Maierhofer, und wer hört nicht immer wieder mit Freuden Leonard Cohens „Hallelujah“. Schwermut wie glückhafte lyrische Schönheit verspricht die Chopin-Ballade op. 23. Eine „Suite im alten Stil“ hat der norwegische Komponist Grieg seine 1884 zum 200. Geburtstag Ludvig Holbergs komponierte Suite „Aus Holbergs Zeit“ genannt, die auf den Spätbarock zurückgreift und doch in den alten Tänzen die „nordische“ Stimmung, die Weite atmet. Sie zählt zu den großen Werken der Spätromantik für Streichorchester. Das Konzert verspricht ein Schwelgen in Schönheit.

Die Aufführungen sind am Samstag, 13. Oktober, und am Sonntag, 14. Oktober, jeweils um 19.30 Uhr in der Festhalle Kressbronn. Ticketvorverkauf bei der Tourist-Info Kressbronn und bei reservix.de.

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