Kressbronner SPD will bezahlbaren Wohnraum schaffen

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Im Bodan-Areal sind alle hochpreisigen Wohnungen verkauft.
Im Bodan-Areal sind alle hochpreisigen Wohnungen verkauft. (Foto: heinrich)

Bezahlbaren Wohnraum auch für niedrigere Einkommensschichten schaffen – das ist das Ziel der SPD-Gemeinderatsfraktion, die in der jüngsten Sitzung zwei entsprechende Anträge zum Haushalt 2019 gestellt hat. Während der Vorschlag, durch belastbare Daten einen Überblick über die derzeitige Wohnraumsituation in Kressbronn zu erhalten, abgelehnt wurde, stimmten die Ratskollegen der Idee, wieder Sozialwohnungen mit längerer Bindungsfrist zu bauen und dazu Kontakt zur Kreisbaugenossenschaft aufzunehmen, geschlossen zu.

Die SPD-Fraktion sieht es als kommunale Aufgabe an, bezahlbaren Wohnraum auch für niedrigere Einkommensschichten zu schaffen. „Als ersten Schritt dazu sehen wir die Notwendigkeit anhand belastbarer Daten einen Überblick über die derzeitige Wohnraumsituation in Kressbronn zu erhalten und die weitere, voraussichtliche Entwicklung des Bedarfes festzustellen“, erläuterte Fraktionsvorsitzender Martin Kolb. Diese Daten sollten in die Planungen des neuen Baugebietes Bachtobel an der Tettnanger/Friedrichshafener Straße einfließen und deshalb entsprechend zeitnah erhoben werden.

Bedarf an bezahlbaren Wohnungen nicht klar

„Deshalb beantragen wir, dass ein sachkundiger Dritter beauftragt wird entsprechende Daten zu erheben, beziehungsweise vorhandene Daten zu sichten und auszuwerten und dafür in den kommenden Haushalt insgesamt 20 000 Euro einzustellen“, so Kolb. Gegenstand der Untersuchung sollte sein, wie hoch der Anteil des Einkommens ist, der für Mietkosten aufgewendet werden muss, aber auch, wie hoch der Anteil an bezahlbaren Wohnungen in Kressbronn ist – beispielsweise gemessen am durchschnittlichen Einkommen. Auch sollte laut SPD unter anderem geklärt werden, wie lange die Wartezeiten sind, bis eine bezahlbare Wohnung gefunden wird, wie hoch der Wohnungsleerstand in Kressbronn ist und wie viele Ferienwohnungen es gibt.

„Wir sollten hier nicht die Hände in den Schoß legen“, warnte Britta Wagner, die zugleich darauf hinwies, dass der Bedarf an bezahlbaren Wohnungen nicht klar sei – das aber sei im Hinblick auf das neue Baugebiet „Bachtobel“ wichtig zu wissen. „Es besteht in jeder Preisklasse ein Bedarf an Wohnungen“, warf Klaus Klawitter (CDU) ein – das zeige das Bodan-Areal, auf dem alle hochpreisigen Wohnungen verkauft seien. „Da sind wir alle dran an dem Thema“, sagte Silvia Queri (Grüne) und Karl Bentele (CDU) gab zu bedenken, dass zu einer Feriengemeinde, wie Kressbronn es ist, auch Ferienwohnungen gehörten.

Auch Christina Günthör hielt eine solche Erhebung für überflüssig – eine Studie der Industrie- und Handelskammer, die kürzlich im Kreistag vorgestellt worden sei und unter anderem diese Faktoren miteinbezogen habe, habe gezeigt: „Wohnraum zu schaffen ist dringend notwendig“, so Christel Günthör. So wurde der SPD-Antrag mehrheitlich abgelehnt.

Zustimmung erhielt die SPD-Fraktion dagegen für ihren zweiten Vorschlag: „Wir wollen, dass in Kressbronn wieder Sozialwohnungen mit längerer Bindungsfrist – 35 Jahre – gebaut werden und stellen deshalb den Antrag, dass die Verwaltung Kontakt zur Kreisbaugenossenschaft und/oder anderen gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften aufnimmt um zu klären ob und unter welchen Voraussetzungen diese solche Wohnungen bauen würden.“

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