Kressbronner Gelbbauchunke bekommt neues Zuhause

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 Die Gelbbauchunke soll von den geplanten Maßnahmen am Tunauer Strand profitieren.
Die Gelbbauchunke soll von den geplanten Maßnahmen am Tunauer Strand profitieren. (Foto: Daniel Doer)
Schwäbische Zeitung

Die Heinz Sielmann Stiftung und die Gemeinde Kressbronn wollen in Zusammenarbeit mit dem Landschaftserhaltungsverband Bodenseekreis am Tunauer Strand ein Kleingewässer anlegen. Dafür werden ab Mitte November junge Gehölze entfernt.

Anschließend wird mit einem Bagger ein rund 400 Quadratmeter großes und bis zu etwa einem Meter tiefes Kleingewässer mit flachen Ufern ausgehoben, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Gewässer soll nur zeitweise Wasser führen, zum Beispiel, wenn der Bodensee im späten Frühjahr einen hohen Wasserstand hat. Dann bietet das Gewässer einen optimalen Lebensraum für die gefährdete Gelbbauchunke.

Grundstück der Gemeinde

Diese nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie besonders geschützte Amphibienart liebt solche sonnigen und temporären Gewässer. Denn wenn diese dauerhaft Wasser führen, fallen die Gelbbauchunken-Kaulquappen leicht den ansiedelnden Fischen zum Opfer.

 Das neue Zuhause der Gelbbauchunke: die frisch entbuschte Geländesenke am Tunauer Strand.
Das neue Zuhause der Gelbbauchunke: die frisch entbuschte Geländesenke am Tunauer Strand. (Foto: DPA)

Das neue Kleingewässer liegt zwischen zwei Geländesenken, die in den vergangenen Jahren von vielen Gebüschen befreit wurden, um ebenfalls den Lebensraum der Gelbbauchunke zu verbessern, teilt die Heinz Sielmann Stiftung mit. „Gerne stellt die Gemeinde Kressbronn für diese Maßnahme ihr Grundstück zur Verfügung, die den Artenschutz und Biotopverbund gleichermaßen unterstützt“, sagt Bürgermeister Daniel Enzensperger.

Kressbronn als Vorreiter

Umgesetzt werde das Projekt im Rahmen des international agierenden Interreg-Projekts „Kleingewässer für die Bodenseeregion“. Auftraggeber und Kofinanzierer der Gewässermaßnahme ist der Projektpartner Heinz Sielmann Stiftung, der bereits viele Kleingewässer angelegt hat. „Wir freuen uns, dass wir nach den umfangreichen Erfahrungen mit dem Biotopverbund Bodensee im Westen des Bodenseekreises jetzt mit Kressbronn auch im östlichen Kreisgebiet mit einer ersten Gemeinde zusammenarbeiten können“, berichtet Projektleiterin Sindy Bublitz. Und sie zeigt sich besonders erfreut, „dass wir mit unserer Maßnahme für die Gelbbauchunke einer wichtigen Zielart des Interreg-Projekts helfen können“.

Die Idee kam vom Landschaftserhaltungsverband Bodenseekreis, der im Winter 2016 bereits einige Geländesenken am Tunauer Strand entbuschen ließ. „Es ist schön, dass wir mit diesem neuen Kleingewässer für die Gelbbauchunke eine Lebensraumlücke schließen können“, sagt LEV-Geschäftsführer Daniel Doer als Organisator der Maßnahmen vor Ort. „Wir werden bei den geplanten Gehölzarbeiten darauf achten, nur junge und niederliegende Weidenbäume zu entfernen und wertvolle Altbäume wie zum Beispiel Eichen stehen zu lassen“, fährt Daniel Doer fort.

Alle drei Projektpartner möchten die Bevölkerung und Gäste um Verständnis für den notwendigen Maschineneinsatz bei der Umsetzung der Maßnahme in diesem Herbst am Tunauer Strand bitten. Finanziert werden die Maßnahmen aus Mitteln des Interreg-Programms Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein der Europäischen Union sowie der Heinz Sielmann Stiftung.

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