Kressbronner Feuerwehr nimmt weiter Fahrt auf

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Gruppenbild mit neuem Drehleiterfahrzeug und Bürgermeister Daniel Enzensperger (links, von links): Vize-Kreisbrandmeister Peter
Gruppenbild mit neuem Drehleiterfahrzeug und Bürgermeister Daniel Enzensperger (links, von links): Vize-Kreisbrandmeister Peter Schörkhuber, die Geehrten Daniel Strohmaier und Joachim Gebhard (25 Jahre,) Dierk Gleichmann (30 Jahre), Arthur Späth, Andr (Foto: oej)
Schwäbische Zeitung
Olaf E. Jahnke

Im Saal des Spritzenhauses hat Kommandant Peter Schlegel am Freitag von einem neuen Höchststand berichtet. Ihm zufolge ist demnach eine kontinuierliche Zunahme der Einsätze zu beobachten, so dass man statistisch pro Woche inzwischen auf 2,5 Einsätze komme. Das bedeute großes Engagement für die 73 Feuerwehrkameraden im aktiven Dienst.

Schlegel hob die Bedeutung der zahlreichen Sonderlehrgänge und Weiterbildungen hervor. Kritisch betrachtete er wachsenden Bürokratismus und „Dokumentationswahn“, was ebenso zur Belastung der Freiwilligen beitrage, wie die Verlagerung von Aufgaben vom Hauptamt aufs Ehrenamt. Thema war zudem die Aufarbeitung des Brandes im Juli 2016, bei dem die Kressbronner Feuerwache nahezu vollständig zerstört worden war. Das vorletzte Fahrzeug ist bestellt und beim letzten, dem Tanklöschfahrzeug TLF 4000, sei die komplexe EU-weite Ausschreibung abgeschlossen. Allerdings werde der Platz im Spritzenhaus allmählich knapp.

Schriftführer Sebastian Martin bestätigte in seinem Bericht, dass sich in den letzten elf Jahre die Zahl der Einsätze nahezu verdoppelt habe und bilanzierte: „Wir sind schon fleißig“ In seinem Einsatzbericht schilderte Martin noch einmal die besonderen Einsätze des vergangenen Jahres – angefangen von Unwetter, über Unfälle bis hin zum Hochwassereinsatz. Im Jahresablauf sei man auf das Festwochenende zum 125-Jährigen besonders stolz- und die erfolgreich abgeschlossene „Mission Gold“ mit elf neuen Trägern des goldenen Leistungsabzeichens. Nicht zu vergessen seien die 58 Übungsabende und neun Lehrgänge.

„Organisiertes Zusammenhalten“

Kassenchef Daniel Strohmaier bilanzierte anschließend ein Plus von 4000 Euro in der Kasse, die von Kämmerer Matthias Käppeler geprüft worden war. Kameradschaftsleiter Markus Baum resümierte humorvoll die erfolgreiche Feier-, Fest- und Ausflugsbilanz. Auch Baum erinnerte noch einmal an das gelungene Jubiläumswochenende und die vielen Mithelfer. Jugendwart Christian Schörkhuber fasste die vielen Aktionen der Jugendwehr im Berichtsjahr zusammen. Immerhin 19 Jugendfeuerwehrkameraden seien im Einsatz, davon vier Kameradinnen. Man freue sich, dass wieder vier Jugendfeuerwehrler in den aktiven Dienst gewechselt haben.

Richard Wengle berichtete als Leiter der Altersabteilung über verschiedene Aktivitäten und Ausflüge. Der Kressbronner Wehr bescheinigte Wengle: „Eine besondere Intelligenz des organisierten Zusammenhaltens.“ Auch Bürgermeister Daniel Enzensperger ging noch mal auf die fast zwei Jahre nach der Brandkatastrophe im Spritzenhaus ein und bedankte sich für die vielen zusätzlich geleisteten Stunden. Den Feiern zum 125-Jährigen bescheinigte er: „Echt wirklich richtig gelungen – meinen größten Respekt.“ Zum Thema Brandschutz informierte Enzensperger, dass man im Verwaltungsverband eine halbe Gutachter-Stelle geschaffen habe, für die man den stellvertretenden Kreisbrandmeister Peter Schörkhuber gewinnen konnte.

Dienstausweise werde es endlich demnächst nicht mehr handgeschrieben sondern im Scheckkartenformat geben. Bürgermeister Enzensperger informierte schließlich über die Bedarfsplanung für ein neues Feuerwehr-Gerätehaus in der Friedrichshafener Straße. Allerdings sei der Planungszeitraum noch ungewiss. Für diese „vorausschauende Planung“ gab es auch Lob vom Vertreter des Verbandes, Peter Schörkhuber, ebenso für die vielen Aktivitäten und die Bewältigung der hohen Einsatzzahlen. „Zu dieser Feuerwehr auf der Überholspur kann man die Gemeinde Kressbronn nur beglückwünschen“, betonte Schörkhuber.

Jubiläen und Verabschiedungen

Verabschiedet wurden nach 38 Jahren im aktiven Dienst Peter Stoppel und nach 35 Jahren Joachim Straub. Für 30-jährige Dienstzeit wurde Dierk Gleichmann geehrt und das Ehrenzeichen in Silber bekamen für 25 Jahre im aktiven Dienst Joachim Gebhard, Andreas Prohphet, Arthur Späth und Daniel Strohmaier.

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