Kressbronn beteiligt sich am Klima-Check

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Energiesparen fürs gute Klima: Der European Energy Award ist ein europäisches Gütezertifikat für die Nachhaltigkeit der Energie-
Energiesparen fürs gute Klima: Der European Energy Award ist ein europäisches Gütezertifikat für die Nachhaltigkeit der Energie- und Klimaschutzpolitik von Gemeinden. Auch Kressbronn macht mit. (Foto: dpa)
Siegfried Großkopf

Auf Drängen der Grünen ist in der jüngsten Gemeinderatssitzung der Geschäftsführer der Energieagentur Ravensburg, Walter Göppel, zu Gast gewesen. Er warb fürs Klimaschutzmanagement und stellte den European Energy Award vor. Für letzteren konnte sich die Mehrheit nicht erwärmen. Für den jährlichen KlimaCheck hingegen stimmten die Räte im Gegenzug unisono.

„Wir haben das Klima schon immer auf dem Schirm gehabt und werden das auch künftig haben. Wie sind gut aufgestellt und waren schon immer dabei“, lobte Bürgermeister Daniel Enzensperger das Engagement der Gemeinde Kressbronn hinsichtlich energetischer Verbesserungen bei den gemeindlichen Liegenschaften in der Vergangenheit. „Wir machen Bestandsaufnahmen und Ist-Analysen in großem Stil“, stellte er fest und fragte nach den Kosten, wenn man beim European Energie Award mitmache. Dies sei nicht eindeutig festzumachen. Zuvor hatte Walter Göppel Energieeinsparpotenziale erläutert und den Mehrwert der Teilnahme am European Energie Award, der europaweit für ausgezeichneten Klimaschutz und einen für jede Kommune maßgeschneiderten Weg dorthin, steht. Inzwischen nehmen mehr als 1500 Kommunen teil.

Mehr als 780 wurden ausgezeichnet, unter anderem auch aus dem Bodenseekreis – und der selbst als einer der größten Gesellschafter. Alle vier Jahre werden die Beteiligten zertifiziert. Bereits ab dem ersten Jahr der Mitgliedschaft können Stärken und Schwächen (wie bei einem Gesundheitscheck) analysiert und entsprechend reagiert werden.

Göppel lobte die Fortschritte in Kressbronn, wo innerhalb von sechs Jahren nicht zuletzt durch das Engagement von Andreas Wenzler, Sachgebietsleiter Hochbau der Gemeinde Kressbronn, die energetischen Fortschritte von 50 auf 81 Prozent gewachsen sind. Der Bodenseekreis insgesamt gilt als vorbildliche Klima-Region.

In der Diskussion stellten die Räte vor allem die Kosten-Nutzen- und die Personal-Frage. Klaus Klawitter fragte nach dem Limit für die Investitionen der Gemeinde und vermutet eine „Imagegeschichte“. Karl Bentele verwies auf Andreas Wenzler aus der Verwaltung, mit dem man schon einen „halben Energiemanager“ habe, und Thomas Biggel darauf, was man in Sachen Energieeinsparung und Klimaschutz bereits erreicht hat. Was Silvia Queri für ein „Totschlagsargument“ hielt. Es gebe Hinweise, wonach es nicht angebracht sei zu sagen „wir machen das doch schon“. Auch in Kressbronn sei in dieser Hinsicht „nicht alles super“, sprach sie sich „mindestens“ für einen jährlichen Klimacheck als Kompromiss aus.

Für eine Mitgliedschaft am Award votierte Britta Wagner, Entscheidungen seien dann besser zu überprüfen, sagte sie. Stefan Fehringer schloss sich denjenigen an, die feststellen, in Kressbronn gut aufgestellt zu sein. Um die Baustellen und Aufgaben wie das Hallenbad wisse man. Das Potenzial nach oben sei jedoch nicht so groß.

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