Kitas in Kressbronn müssen Kinder abweisen

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In vielen Städten, aber auch in Kressbronn, übersteigt die Nachfrage nach Kitaplätzen das Angebot.
In vielen Städten, aber auch in Kressbronn, übersteigt die Nachfrage nach Kitaplätzen das Angebot. (Foto: Monika Skolimowska/dpa)

Es wird eng in Kressbronns Kindertagesstätten: Rund 20 Kinder werden in diesem Jahr wohl keinen Kinderbetreuungsplatz bekommen, wie Janine Höfer, Leiterin des Parkkindergartens, in der jüngsten Gemeinderatssitzung mitgeteilt hat. Die Räte haben deshalb einstimmig die Fortschreibung des Kindergartenbedarfsplans beschlossen, die unter anderem einen Neubau in der Friedrichshafener Straße, eine zusätzliche Spielgruppe ab Juni im Familientreff, eine Kleinkindgruppe und eine Kindergartenkleingruppe im Jahr 2019 in der jetzigen Bücherei sowie die Aufstockung der Ganztagesplätze im Nonnenbachkindergarten vorsieht.

„Wir stehen hier ganz massiv unter Zeitdruck“, brachte Bürgermeister Daniel Enzensperger die Situation auf den Punkt. Für den Kleinkindbereich wurde bislang von einem Bedarf von 35 Prozent, für die Ganztagesversorgung für Kinder im Kindergartenalter und für Kinder im Grundschulalter von 20 Prozent ausgegangen. Neuere Erkenntnisse und Erfahrungen zeigen aber, dass in der Bodenseeregion wohl über 40 Prozent der Kleinkinder einen Platz benötigen werden und auch der Bedarf an Ganztagesplätzen im Kindergartenalter stetig ansteigt. „Mittelfristig ist im Kleinkindbereich eher von einer Quote zwischen 60 und 70 Prozent auszugehen“, so Kämmerer Matthias Käppeler.

Während die Gemeinde bisher, bis auf wenige Einzelfälle, die eine Betreuung außerhalb der angebotenen Öffnungszeiten wünschten, weitestgehend nachkommen konnte – und das meist sogar in der Wunscheinrichtung – werde das wegen der zunehmenden Nachfrage nach Betreuungsplätzen in Kressbronn inzwischen immer schwieriger, berichtete Janine Höfer, Leiterin des Parkkindergartens. So sei mit den aktuellen Anmeldezahlen davon auszugehen, dass rund 20 Kinder in Kressbronn in diesem Jahr keinen Platz mehr bekommen.

Familienzentrum geplant

„Auch wegen der regen Bautätigkeit in Kressbronn und der anstehenden Ausweisung neuer Baugebiete ist aus Sicht der Bedarfsplanung eine neue Einrichtung mit fünf Gruppen einschließlich des Familientreffs mittelfristig notwendig“, so Matthias Käppeler mit Blick auf den vorgesehenen Neubau in der Friedrichshafener Straße weiter. Bis zu dessen Inbetriebnahme werden in der jetzigen Bücherei eine Kleinkindgruppe und eine Kindergartenkleingruppe voraussichtlich im kommenden Jahr eröffnet. Außerdem sollen die Ganztagesplätze im Nonnenbachkindergarten von derzeit 20 Plätzen auf 30 erweitert werden. Bereits zum 1. Juni wird im Familientreff im „Schlössle“ eine Spielgruppe mit zwei mal drei Stunden pro Woche für Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren in Betrieb genommen.

Außerdem beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung mit der konkreten Planung einer neuen Kinderbetreuungseinrichtung mit fünf Gruppen sowie der Erweiterung zu einem Familienzentrum – und die Maßnahme mit entsprechender Dringlichkeit in die mittelfristige Finanzplanung mit Fertigstellungszeitpunkt 2020/2021 mit voraussichtlichen Kosten von rund 4,5 Millionen Euro aufzunehmen. Außerdem soll für die Kressbronner Betreuungseinrichtungen entsprechendes Fachpersonal gesucht werden.

Diskussionen gab es im Gremium vor allem wegen des Standorts für einen Neubau – Stefan Fehringer (BWV) beispielsweise regte an, diesen jetzt nicht „gedrückt und gehetzt“ zu planen, sondern nach Alternativen zu schauen und die Planungen in Ruhe anzugehen. Doch Matthias Käppeler warnte davor, den Plan jetzt zu verwerfen und ganz vorn wieder anzufangen – das sei „sehr, sehr gefährlich“. Der Standort Friedrichshafener Straße sei durch das Schlupfenbuch gut, allerdings brauche es ein gutes Verkehrskonzept.

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