Josefsbruderschaft Tunau begrüßt gleich fünf neue Mitbrüder

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Reinhard Schick verliest im Gohrener „Bürgerstüble“ den Jahresbericht bei der Generalversammlung.
Reinhard Schick verliest im Gohrener „Bürgerstüble“ den Jahresbericht bei der Generalversammlung. (Foto: Fotos: oej)
Olaf E. Jahnke

Als Präses der Tunauer Josefsbruderschaft hat Pfarrer Martin Rist am Samstag die heilige Messe zum Kirchenpatrozinium St. Josef gehalten. Mit über 70 Teilnehmenden war die kleine Josefskapelle in Tunau gut gefüllt. Rist betonte die besondere Wertschätzung für den heiligen Josef, der lange wenig beachtet wurde, der da war, gerade wenn es schwierig, demütigend oder gefährlich wurde, eher Handelnder als Redner. Rist fasste zusammen: „Josef war der Schutzengel Jesu.“

Gleich drei neue Mitglieder konnte Obmann Reinhard Schick zum Abschluss der Messe begrüßen. Er vergab die Abzeichen, nachdem die neuen Josefsbrüder den Aufnahme-Handschlag mit dem Präses absolviert hatten.

Schick erklärte in der späteren Generalversammlung im Gohrener „Bürgerstüble“, dass es eigentlich schon vier Neuzugänge seien, einer sei entschuldigt und bekomme die offizielle Begrüßung im nächsten Jahr, sei aber schon Mitglied.

Ein Überraschungsmoment ergab sich noch während der Generalversammlung. Denn es hat sich ein weiterer künftiger Josefsbruder, ein Wirt aus Prestenberg, zum Eintritt bereit erklärt.

Eines der jüngeren Neumitglieder ist der 49-jährige Oberdorfer Andreas Lemp, der gegenüber der SZ zusammenfasst: „Bruderschaft finde ich gut“, und selbstbewusst ergänzt, „samt Rosenkranz und Wallfahrt“. Eine besondere Ehrung gab es bei der Generalversammlung für Franz Wocher, der 50 Jahre der Bruderschaft angehört.

Schick verlas den Jahresbericht von Schriftführer Konrad Weiß. Die Wallfahrt führte 2018 nach Rankweil. Erinnert wurde ans Totengedenken im November in Oberdorf und an die 2018 erstmals abgehaltenen besonderen Begleitungen bei Beerdigungen samt Fahnenträgern und geschlossenem Auftreten. Schick betonte: „Nicht nur im Leben, sondern auch besonders im Tod zeigt sich die Qualität unserer Gemeinschaft.“

2019 soll die Wallfahrt auf den Bussen gehen, samt Prozession und Abstechern nach Bad Buchau und Pfärrich. Eine kleine Feier soll es im Juni am Feldkreuz Tuniswald geben, das vor 300 Jahren an der früheren Montfort-Hauptstraße errichtet wurde. Schick berichtet außerdem vom Kontakt zur Bruderschaft „101 Brüder“ in Meersburg.

Zum Abschluss gab Versammlungsleiter Schick der Hoffnung Ausdruck, dass man mit der schwierigen Situation, in der sich die katholische Kirche derzeit befinde, umgehen müsse, trotzdem Glauben und Zuversicht bewahren solle – gerade auch um Mitglieder zu gewinnen.

BLICK

Seit 1716, also 303 Jahre, gibt es die Josefsbruderschaft Tunau, von Gräfin Anna von Montfort in Zusammenhang mit der von ihr gestifteten Josefskapelle gegründet. Die Bruderschaft versteht sich als Gebetsgemeinschaft, als Glaubensgruppe mit Rosenkranzgebeten (monatlich), Wallfahrten und besonderen Diensten bei Bestattungen, samt Fürbitte für Verstorbene, die im Gebet eingeschlossen werden. Für jeden verstorbenen Bruder wird zudem von einem Mitbruder eine Messe gestiftet. Am Samstag vor dem Josefstag (19. März) treffen sich die Brüder in Tunaus Kapelle für einen Rosenkranz, eine heilige Messe und dann im „Bürgerstüble“ Gohren zur Versammlung. Die Josefsbrüder Tunau haben Mitglieder aus Gohren, Tunau, Tettnang, Langenargen, Oberdorf, Eriskirch und Mariabrunn. 1825 haben die Gattnauer eine eigene Bruderschaft ausgegründet. Zusammen treten sie nur bei besonderen Gelegenheiten auf, wie zum gemeinsamen Gründungsjubiläum 2016. Es gibt 80 Tunauer Brüder, die Gattnauer haben knapp 100. Weibliche Mitglieder gab es nur bis 1817. Damen dürfen nur dabei sein, denn bis heute ist Beitrittsvoraussetzung: aus der Bruderschaft vorgeschlagen, katholisch und männlich.

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