Jürgen Jakob ist schon voll in Aktion

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Jürgen Jakob als neuer Chorleiter von KressCendo: Auch bei ihm sind am Anfang jeder Chorprobe Lockerungsübungen angesagt.
Jürgen Jakob als neuer Chorleiter von KressCendo: Auch bei ihm sind am Anfang jeder Chorprobe Lockerungsübungen angesagt. (Foto: Helmut Voith)
Helmut Voith

Es war schon ein Schock für den Kressbronner Chor KressCendo, als sein langjähriger Chorleiter Stefan Marinov Ende des letzten Jahres verkündete, dass er infolge einer beruflichen Neuorientierung nur noch bis Ende März 2019 zur Verfügung stehen würde. Aber Marinov hat vorgesorgt und als seinen Nachfolger den in der Region bekannten Pianisten und Chorleiter Jürgen Jakob vorgeschlagen.

Wie der Vorsitzende Hartwig Brugger und sein Stellvertreter Valentin Baum erzählen, war der positive Eindruck beim Probedirigat gleich entscheidend, sodass sie auf eine Ausschreibung verzichteten: „Wir sind froh, einen qualifizierten Nachfolger gefunden zu haben.“ Jakob habe auch gleich gute Ideen für das Herbstkonzert präsentiert: „Wir sehen es jetzt ganz positiv, jede Veränderung bringt wieder neue Chancen mit sich.“

Seit April leitet Jakob den Chor. Langsam trudeln die Sänger am Dienstagabend zur Probe in der Aula der Nonnenbachschule ein. Zu Beginn die obligatorischen Lockerungsübungen vor dem Einsingen. „Hallo erst mal“, dann ist Hüpfen und ein herzhaftes Gähnen angesagt: „Hoffentlich das letzte Mal heute Abend, dass wir gegähnt haben“, meint Jakob. Alle sind gut gelaunt und mit Spaß bei der Sache. Der Chor, der ursprünglich als Projektchor für das Musical „Westside- und andere Stories“, ein Gemeinschaftsprojekt von Männergesangverein und Musikverein Kressbronn, gedacht war und sich zum ständigen Chor KressCendo entwickelt hat, ist anspruchsvolles Arbeiten gewohnt. Man denke an Marinovs Musical „Der glückliche Prinz“ und zuletzt an Ola Gjeilos „Sunrise Mass“ – Jakob wird die Tradition mit einem gemischt klassischen und modernen Programm weiterführen. Er hat gleich nach seinem Musikstudium in Karlsruhe in einem guten Chor gesungen, hat in Budapest einen Meisterkurs für Chordirigieren gemacht und auch als Korrepetitor viel dazugelernt. Als Fachbereichsleiter Klavier an der Tettnanger Musikschule reizt ihn hier die Arbeit mit engagierten Erwachsenen, die freiwillig kommen und bereit sind, sich voll einzubringen – eine andere Motivation, als viele Musikschüler sie mitbringen. Jakob bedauert, dass heutige Kinder und Jugendliche viel Zeit in sozialen Medien und mit Computerspielen verbringen, Zeit, die fürs Üben am Instrument fehle.

Herbstkonzert wird vorbereitet

Als Chorleiter hat Jürgen Jakob in der Region den besten Ruf. Man denke an die begeisternde „Carmina burana“-Aufführung mit seinem DaCapo-Chor aus Achberg, Projektsängern und dem 50-köpfigen Kinderchor der Park-Realschule, mit der er 2016 zweimal die Kressbronner Festhalle gefüllt hat – damals hat er eigentlich schon seine Visitenkarte in Kressbronn abgegeben. Erst vor Kurzem hat er mit seinem Meckenbeurer Chor „Frauenbande“ samt Projektsängerinnen nach zwei ausverkauften Konzerten in Meckenbeuren auch noch für einen proppevollen Ludwig-Dürr-Saal im Graf-Zeppelin-Haus gesorgt. Der mitreißende Abend wird noch lange in Erinnerung bleiben. Gerne will Jakob mit den Kressbronnern an solche Erfolge anknüpfen: „Der Chor kommt meinem musikalischen Profil entgegen, er ist gut organisiert, gut aufgestellt und gut drauf.“ Zielstrebig bereitet er jetzt mit KressCendo das Herbstkonzert am 16. und 17. November vor, ein Themenkonzert zur Nacht unter dem Titel „Eine kleine Nachtmusik“, ein Crossover vom Volkslied über Mendelssohns Walpurgisnacht und Musicalmelodien bis zum Jazz. Man darf gespannt sein.

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