„Ich sehne mich nach Kontinuität“

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Startet am 1. September in Kressbronn: die neue Kulturamtsleiterin Martina Heise.
Startet am 1. September in Kressbronn: die neue Kulturamtsleiterin Martina Heise. (Foto: Britta Baier)
Britta Baier

In der Region ist sie kein unbekanntes Gesicht, in Kressbronn dagegen schon: Martina Heise heißt die neue Kressbronner Kulturamtsleiterin, die mit 55 Prozent Christina Raptis ersetzen soll, die vor Kurzem für zwei Jahre in den Mutterschutz gegangen ist (die SZ berichtete). Die übrigen 45 Prozent verbleiben wie bisher bei Ulrike Martin. „Es gibt hier viele verschiedene Bereiche, die auch meine Vielseitigkeit abbilden – ich freue mich richtig, hier arbeiten zu können“, sagt Martina Heise und die Vorfreude ist ihr anzusehen. Am 1. September ist offiziell ihr erster Arbeitstag.

Tettnang, Friedrichshafen, Lindau – die Stationen der Kulturwissenschaftlerin in der Region sind vielfältig. „Ich sehne mich jetzt nach Kontinuität“, begründet Martina Heise ihre Bewerbung für die Stelle in Kressbronn. Lüllingen, Lobberich, Lüneburg – aufgewachsen in Lüllingen an der holländischen Grenze, Schulzeit in Lobberich und schließlich folgte das Studium „Angewandte Kulturwissenschaften“ an der Universität Lüneburg. Bevor es sie nach Kressbronn verschlug, hat Martina Heise viele Jahre – teils freiberuflich, teils angestellt – im Museums- und Ausstellungsbereich gearbeitet.

1994 kam Martina Heise an den Bodensee. Dort arbeitete sie in Lindau im soziokulturellen Zentrum „Club Vaudeville“. Später war sie im Kunsthaus Bregenz und im Vorarlberger Landesmuseum tätig. „Ich war dort für die Vermittlungsarbeit, die Organisation von Veranstaltungen sowie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig“, berichtet sie. Gleichzeitig absolvierte sie eine berufsbegleitende Weiterbildung im Bereich Marketing. Später folgten jeweils befristete Anstellungen im Zeppelin- und Dornier-Museum in Friedrichshafen, im Kunstmuseum Ravensburg oder auch im Hutmuseum Lindenberg. Zwischen 2009 und 2011 war sie in der Geschäftsstelle Spectrum Kultur in Tettnang tätig.

Kultur anbieten und näherbringen

„Ich möchte jetzt gerne irgendwo mal ankommen, wo ich mich weiterentwickeln kann“, schaut Martina Heise nach vorne. Als Museumspädagogin sehe sie die Kulturarbeit nicht als Widerspruch: „In beiden Tätigkeiten möchte ich den Leuten Kultur anbieten und näherbringen – und dafür muss ich Veranstaltungen anbieten“, sagt Heise mit Blick auf die Gemeinsamkeiten. Vor allem die Kressbronner Lände war ihr schon vor ihrer Bewerbung durch verschiedene Besuche ein Begriff, doch nachdem sie sich inzwischen über das Kulturangebot der Gemeinde ein Bild gemacht hat, zeigt sie sich beeindruckt: „Ich finde das Angebot sehr vielseitig, es ist unglaublich, was es hier alles gibt.“

Sich einarbeiten, die Menschen kennenlernen und zu schauen, wo Bedarf besteht, das steht für Martina Heise in den nächsten Wochen auf dem Programm. „Ich möchte hier nicht antreten und alles neu machen - das würde ich als anmaßend empfinden“, so Martina Heise. Und die ersten zwei größeren Projekte stehen auch schon in den Startlöchern: das Kressbronner Jahrbuch sowie die Ausstellung im Bodan-Aussichtspavillon.

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