Hoteldirektorin: „Wer nicht nach vorne schaut, geht unter“

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Jennifer Manhardt
Jennifer Manhardt (Foto: ah)
Schwäbische Zeitung

Das Bodensee-Hotel Sonnenhof im Kressbronner Ortsteil Retterschen hat 80 Zimmer, einem Wellness- und Spabereich, Panorama-Terrasse und Fitnessstudio, einen eigenem Seestrand und ein Tiergehege zu bieten. Nachdem es die Lockerungen der Corona-Verordnung möglich machen, wird die 25-jährige Hoteldirektorin Jennifer Manhardt ab 1. Juli wieder Übernachtungsgäste in ihrem Haus begrüßen. Das Restaurant öffnet bereits am 26. Juni. SZ-Mitarbeiter Andy Heinrich hat nachgefragt, wie die Vorbereitungen laufen.

Sie hätten Restaurant und Hotel schon früher aufmachen können. Warum haben Sie abgewartet?

Wir hatten unser Haus aus wohlüberlegter Vorsicht bereits am 16. März geschlossen. Dass wir jetzt mit der Wiedereröffnung noch etwas warten, hat im Wesentlichen wirtschaftliche und gesundheitliche Gründe. Unser Haus arbeitet mit mehr als 55 Angestellten, deren Sicherheit, wie natürlich auch die unserer Gäste, uns sehr am Herzen liegt.

Auch Sie mussten in ihrem Betrieb sicher schwere Umsatzeinbußen hinnehmen.

Ja, wir haben im Zuge der Pandemie erhebliche Stornierungen zu verzeichnen. Die Absage der Bregenzer Festspiele, um ein Beispiel zu nennen, trifft uns besonders hart. Anhand der vielen Absagen wird einem erst bewusst, wie viele Buchungen uns diese Veranstaltung im Sommer gebracht hat. Im Übrigen haben wir die gesamten Stornos kostenfrei abgewickelt, um den Menschen in diesen Zeiten etwas entgegenzukommen. Wir müssen alle zusammenhalten.

Wie verarbeitet eine junge Hotelmanagerin wie Sie diese schwierige Situation?

Kein Studium der Welt kann auf solche Tiefen vorbereiten. Es gilt, sich ständig über Veränderungen zu informieren, sich den Gegebenheiten und Aufgaben zu stellen. Es ist wichtig, positiv zu denken und zu handeln. Wer nicht nach vorne schaut und optimistisch seiner Arbeit nachgeht, geht unter.

Wie laufen die Vorbereitungen für den Neustart – auch in puncto Auflagen?

Aufgrund der Weitläufigkeit und Größe unseres Hotelkomplexes können wir die Abstandsregelungen im Innern, aber auch auf der großen Terrasse gewährleisten. Zusätzlich haben wir einen Terminal mit einer integrierten Wärmebildkamera vor der Rezeption aufstellen lassen, die die Temperatur unserer Gäste und Mitarbeiter misst. Desinfektionsstationen, übrigens auch für Schuhe, sowie die üblichen bekannten Regeln und Dokumentationspflichten werden bei uns groß geschrieben und selbstverständlich eingehalten. Die Sicherheits- und Schutzkette beginnt quasi im Vorfeld.

Und wie zufrieden sind Sie aktuell mit den Buchungen?

Wir müssen zufrieden sein, wenngleich sich die Zahlen, mit denen aus dem gleichen Zeitraum von 2019 natürlich nicht vergleichen lassen. Auf jeden Fall freuen wir uns alle sehr auf die Wiedereröffnung und auf viele, zufriedene und glückliche Gäste. Das wird schon wieder.

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