Helmut Bernhard ist der Star des Abends

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Greift beim Überraschungsständchen „seines“ Musikvereins wieder selbst zum Taktstock: der ehemalige Dirigent Helmut Bernhard. Z
Greift beim Überraschungsständchen „seines“ Musikvereins wieder selbst zum Taktstock: der ehemalige Dirigent Helmut Bernhard. Zuvor erhielt er von Bürgermeister Enzensperger die Bürgerplakette für sein musikalisches Lebenswerk. (Foto: ANDY HEINRICH)
Britta Baier

Bis in den späten Abend haben die Kressbronner Bürger beim Neujahrsempfang am Donnerstag auf das neue Jahr angestoßen. Höhepunkt war zweifelsohne die Ehrung von Helmut Bernhard, der von Bürgermeister Daniel Enzensperger mit der Bürgerplakette für sein musikalisches Lebenswerk ausgezeichnet wurde (siehe Bericht unten). „Helmut Bernhard hat über sein musikalisches Wirken in allen Bereichen die Gemeinde Kressbronn weithin bekannt gemacht“, lobte Enzensperger, der zuvor einen Blick auf das vergangene Jahr und die anstehenden Themen für 2018 geworfen hatte. Zwischen den Ansprachen gab es immer wieder Stücke der Halleluja-Singers, die für ihre Musik mit herzlichem Applaus belohnt wurden.

Stefan Fehringer, zweiter stellvertretender Bürgermeister, begrüßte zu Beginn des knapp zweistündigen Neujahrsempfangs die Gäste, die nicht so zahlreich erschienen waren wie in früheren Jahren. Neben Altbürgermeister Edwin Weiß und dem Landtagsabgeordneten der Grünen, Martin Hahn, waren auch die Bürgermeister der Nachbargemeinden gekommen. Fehringer umriss in seiner Rede die internationalen Themen des vergangenen Jahres, bevor er das Wort an Pfarrer Ulrich Adt weitergab.

Humorvolle Beiträge

In einer humorvollen Ansprache mit ernstem Hintergrund hatte Pfarrer Ulrich Adt bereits gleich zu Beginn die Lacher auf seiner Seite, als er mit einem tiefen Schluck aus dem Wasserglas und einem deutlichen „Aahh“ begann. Zum Jahresanfang würde traditionell zugeprostet – doch die alkoholischen Getränke seien nicht zum Durstlöschen geeignet. Der „Durstlöscher“, der für das Wohlergehen der Kehle sorge, sei das Wasser, während dies für die Seele Jesus Christus sei, so Pfarrer Ulrich Adt. Anschließend ließ er eine Flasche Wasser für den nächsten Redner stehen, denn „vielleicht ist er ja froh, wenn ihm jemand das Wasser reicht“, schloss der Geistliche.

Bürgermeister Daniel Enzensperger nahm den Ball gerne auf – und machte in ähnlich humorvoller Weise weiter: Er sei vergangene Woche in Paris gewesen und habe festgestellt, dass es Kressbronn locker mit dieser wunderschönen Stadt aufnehmen könne. Paris habe Notre-Dame – Kressbronn dagegen seine Kirche „Maria Hilfe der Christen“. „Ich habe vor dem Élysée-Palast gestanden und gedacht: Wir haben unser schönes Rathaus. Und das hat sogar noch einen Vorteil: Es steht offen“, sagte Enzensperger. Den Louvre verglich er mit der Lände, das Seine-Ufer mit der Bodanpromenade und das Schloss Versaille mit dem Hof Milz. Über das Kressbronner Pendant zum Eiffelturm habe er lange nachgedacht, sei dann aber auf das Bodan-Areal gekommen. „Alle haben’s kritisiert, aber am Ende werden es alle toll finden“, gab sich der Schultes überzeugt.

Anschließend warf er unter anderem einen Blick auf das „strittigste Thema“ im vergangenen Jahr, die Schulentwicklung. Wie berichtet hatte sich der Gemeinderat im Frühjahr zunächst für eine Zusammenlegung der Grundschulen am Standort Nonnenbachschule ausgesprochen, in der Dezembersitzung wurde dieser Beschluss jedoch aufgehoben und entschieden, dass die Grundschulen zunächst an ihren jeweiligem Standort bleiben. „Wir haben die Entscheidung nochmals grundlegend überdacht und schließlich eine andere politische Richtung eingeschlagen.“ Er hoffe, dass hinter diesem Beschluss nun auch die Mehrheit der Kressbronner stünde – denn das sei bei der vorherigen Entscheidung aus seiner Sicht nicht der Fall gewesen.

Das neue Jahr starte in der Gemeindeverwaltung mit einer großen Neuerung – der Umstellung auf das neue kommunale Haushaltsrecht. Zudem stünde Anfang April das 40-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen Kressbronn und Maiche an, das am 7./8. April in der französischen Gemeinde gebührend gefeiert würde. Daniel Enzensperger lud ein, daran teilzunehmen und verwies auf einen Bus, der aus diesem Anlass nach Maiche fährt. Bei den beiden „Dauerbrenner-Themen“ Hochwasserschutz und Breitbandversorgung bat er die Bürger um Geduld, denn es seien „sehr langwierige Themen“. Auch die Uferrenaturierung gehöre dazu, doch „ich hoffe, dass uns dieses Thema in diesem Jahr zum letzten Mal beschäftigt und es endlich an die Umsetzung geht“.

Die Leiterin des Kulturamts, Martina Heise, warf einen Blick auf das neue Jahrbuch, dessen 30. Auflage in diesem Jahr erschienen ist. „Das ist ein Stück Heimat zum in die Hand nehmen“, sagte Heise. Neben verschiedenen Jubiläen stünden auch geschichtliche Ereignisse wie „300 Jahre Scheuer auf dem Hof Milz“ oder die Entstehung der evangelischen Kirchengemeinde in dem Band. Die Jahrbuch-Gutscheine können ab sofort an den drei Kressbronner Verkaufsstellen eingelöst werden: Tourist-Information Kressbronn, Im Bahnhof, Nonnenbacher Weg 30; Gemeindebücherei, Hauptstraße 19 und Buchhandlung „Lesb@r“, Hemigkofener Straße 6.

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