EU-Abgeordneter Norbert Lins zu Besuch bei Firma Streicher

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 Norbert Lins (rechts) macht sich ein Bild vom Kressbronner Unternehmen Streicher.
Norbert Lins (rechts) macht sich ein Bild vom Kressbronner Unternehmen Streicher. (Foto: Streicher)
Schwäbische Zeitung

Auf seiner Herbsstour hat der EU-Abgeordnete Norbert Lins kürzlich Station bei der Firma Streicher in Kressbronn gemacht. Michael und Josef Streicher stellten dem Abgeordneten das Kressbronner Unternehmen vor, das Gewindebohrautomaten für Automobilzulieferer produziert. Zur Sprache kamen auch aktuelle Themen, die das Unternehmen beschäftigen.

Gerade in schlechten Zeiten könne es für ein Unternehmen lebensrettend sein, ein zweites Standbein zu haben. Dies zeige sich bei Streicher vor allem mit Blick auf den derzeitigen Ausbau der Elektromobilität. Da ein Elektroauto wesentlich weniger mechanische Teile benötige als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, sei es umso wichtiger, unabhängig zu sein. So sei vor knapp 30 Jahren auch das zweite Standbein von Streicher entstanden, die Streicher Kanalsysteme GmbH, schreibt das Unternehmen. Diese entwickelt, konstruiert und produziert Fräsroboter für die Kanalsanierung.

Im Vergleich zum Maschinenbau sei die Kanalsanierung die wesentlich schnelllebigere Branche, in der Spontaneität und Flexibilität gefragt seien. Denn „ auch ein guter Kanalsanierungsroboter wird schlecht, wenn er nicht kurzfristig repariert werden kann“, sagte Michael Streicher. Unabhängigkeit stehe deshalb im Vordergrund. Sechs Lagertürme garantieren bei einer Ersatzteilverfügbarkeit von 99 Prozent eine schnelle Reaktionszeit.

Auf die Frage von Norbert Lins, ob Streicher in der aktuellen wirtschaftlichen Lage der Automobilzulieferer im neuen Jahr eine Chance in Bezug auf den Personalmangel sieht, zeigte sich Michael Streicher zuversichtlich, dass in der Regel keine Firma in schlechten Zeiten gute Mitarbeiter entlassen würde. Die Chance, geeignetes Personal zu finden werde höchstwahrscheinlich steigen, meinte Sreicher. Ob jedoch eine Flut an qualifizierten Bewerbungen kommen werde, wage er zu bezweifeln.

Bei der abschließenden Werksbesichtigung begutachteten die Gäste ein Kanalsanierungsfahrzeug, bestückt mit einem elektrisch betriebenen Fräsroboter. Durch den Akkubetrieb fallen Motorgeräusche während der Fräsarbeiten weg, sodass einerseits nachts in Wohngebieten gearbeitet werden könne und andererseits die Arbeitsatmosphäre für den Bediener angenehmer sei.

Sowohl Betrieb als auch Politik könnten von Gelegenheiten zum Austausch nur profitieren, da sie Verständnis und Bewusstsein für die Herausforderungen des jeweils anderen schaffen.

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