Endlich: Der Sozialplan steht fest

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IG Metall und Geschäftsführung der Bodan-Werft haben sich in der dritten Sitzung vor der Einigungsstelle geeinigt: 1,866 Million
IG Metall und Geschäftsführung der Bodan-Werft haben sich in der dritten Sitzung vor der Einigungsstelle geeinigt: 1,866 Million (Foto: Andy Heinrich)
Schwäbische Zeitung

Knapp zehn Stunden hat am Donnerstag die dritte Verhandlungsrunde vor der Ravensburger Einigungsstelle für einen Sozialplan für die Bodan-Werft Beschäftigten gedauert – und sie war schließlich erfolgreich. 1,866 Millionen Euro wird die Geschäftsführung der Bodan-Werft an die Beschäftigten zahlen – davon 960 000 Euro für eine Transfergesellschaft und 906 000 Euro für Abfindungen.

Während es am Donnerstagabend noch keine Informationen zum Ausgang der Gespräche gab, veröffentlichten beide Parteien gestern eine Presseerklärung. Unklar war bisher, ob es für die Abfindungsgelder, die bis spätestens Ende des Jahres ausgezahlt werden sollen, eine Sicherung in Form einer Bankbürgschaft geben werde. Dies hatte IG Metall-Chefin Lilo Rademacher am Dienstag gefordert. Nun steht fest: Die Abfindungen sind mit 450 000 Euro durch eine selbstschuldnerische Bürgschaft abgesichert. „Das heißt, die Holding haftet mit dem Grundstücksverkauf für diese Summe“, sagte die erleichterte IG Metall-Chefin Lilo Rademacher gestern im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung. Sie bewertete den Ausgang der Gespräche „unter den gegebenen Umständen als ein gutes Ergebnis“.

Nach dem Sozialplan gibt es neben den Abfindungen Mittel für die Transferagentur/Transfergesellschaft „QualiPlus“ in Höhe von 960 000 Euro. So erhalten die Beschäftigten je nach Betriebszugehörigkeit bis zu einem Jahr 80 Prozent ihres Nettolohnes und haben die Möglichkeit, sich weiter zu qualifizieren. „Das war uns besonders wichtig, dass wir uns weiter qualifizieren können, denn das Geld ist irgendwann aufgebraucht“, sagte Egon David, Betriebsratsvorsitzender der Bodan-Werft. Für die Beschäftigten habe sich mit dem Ergebnis gestern „die ganze Sache wenigstens ein bisschen in die richtige Richtung gedreht – dank des Drucks der Öffentlichkeit und des Gemeinderates“, wie David gegenüber der SZ sagte. Natürlich sei das Ergebnis etwas anderes, als eine Vollbeschäftigung, auf die alle gehofft hätten, aber es sei auch ein Ergebnis, mit dem man leben könne, betonte David.

Einzelheiten werden noch fixiert

906 000 Euro stehen außerdem für Abfindungen der Beschäftigten zur Verfügung. „Das heißt, dass die Beschäftigten der Werft, des M.E.C. (Konstruktionsbüro) und einige wenige Beschäftigte aus den restlichen Firmen, deren Arbeitsplätze auch wegfallen, diese Abfindungen bekommen“, heißt es in der Pressemitteilung. Die jeweiligen Vereinbarungen Interessenausgleich und Einzelheiten des Sozialplanes müssen nun in den nächsten Tagen noch schriftlich fixiert werden.

Robert Dittmann, Geschäftsführer der Bodan-Werft, wollte das Ergebnis nicht bewerten: „Das ist insgesamt kein erfreuliches Thema – deshalb kann man damit nie zufrieden sein. Dennoch glaube ich, das mit dem Ergebnis beide Seiten leben können“, sagte er im Gespräch mit der SZ. Die Geschäftsführung habe sich an die Verpflichtung gehalten, nach dem Gemeinderatsbeschluss vergangene Woche auf die Gegenseite zuzugehen und aktiv nach einer Lösung zu suchen. Dies sei von der Gegenseite honoriert worden, so dass man nun eine Einigung erzielt habe.

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