Ein zufriedener Schultes und zwei Ehrennadelträger

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Volles Haus beim Neujahrsempfang in der Kressbronner Festhalle.
Volles Haus beim Neujahrsempfang in der Kressbronner Festhalle. (Foto: Britta Baier)
Schwäbische Zeitung

„Volles Haus“ – oder besser „volle Festhalle“ hat es am Donnerstagabend beim Neujahrsempfang der Gemeinde geheißen. Hunderte Kressbronner strömten zu der traditionellen Veranstaltung, die in diesem Jahr erstmals mit dem Neubürgerempfang zusammengelegt wurde (die SZ berichtete). Bürgermeister Daniel Enzensperger zog in seiner Rede ein erstes positives Fazit zur Umsetzung seiner Wahlversprechen und überreichte als Höhepunkt des Abends die Goldene Ehrennadel an den HGV-Vorsitzenden Martin Zapf sowie Feuerwehrkommandant Daniel Strohmaier.

Neben zahlreichen Bürgern waren auch der ehemalige Bürgermeister Edwin Weiß, die Gemeindeoberhäupter der Nachbargemeinden und verschiedene Bundestags- und Landtagsabgeordneten gekommen. Während die Jugendkapelle mit Dirigent Karlheinz Vetter für die gelungene musikalische Unterhaltung sorgte, erinnerte Stefan Fehringer, zweiter stellvertretender Bürgermeister, an das bewegte zurückliegende Jahr und schaute dabei vor allem auf die überregionalen Ereignisse. Pfarrer Ulrich Adt lobte in seinem unterhaltsamen Grußwort das Miteinander zwischen Kirche und Gemeinde ebenso wie die gute Ökumene in Kressbronn. „Gott segne und beschütze die Gemeinde Kressbronn“, sagte der Geistliche und wiederholte diesen Satz in verschiedenen Sprachen, darunter auch Arabisch, Türkisch und Kurdisch.

Bevor Bürgermeister Daniel Enzensperger zum Höhepunkt des Abends kam, erläuterte er zunächst die Auswahl seiner Kleidung: „Wenn sich einige von Ihnen fragen, weshalb ich bei offiziellen Anlässen immer ein weißes Hemd, eine rote Krawatte und einen schwarzen Anzug trage – das liegt daran“, sagte der junge Schultes und zeigte mit einem Schmunzeln auf das Wappen der Gemeinde. Anhand seines Flyers zum Bürgermeisterwahlkampf zog er ein positives Fazit zu den bisherigen Ergebnissen seiner Amtszeit. Genau vor einem Jahr war Enzensperger offiziell beim Neujahrsempfang in sein Amt eingeführt worden.

Es muss etwas getan werden

Der Wirtschaftsstandort Kressbronn sei durch die gleichbleibende Grund- und Gewerbesteuer sowie Kurtaxe gestärkt worden. Zudem konnte der Flächennutzungsplan „nach einem langen Weg“ endlich ausgelegt werden. „Die Gemeinden können nicht nach Lust und Laune Wohn- und Gewerbegebiete ausweisen“, erläuterte das Gemeindeoberhaupt die Schwierigkeit des komplexen Werks. „Der Bedarf an Wohnbebauung ist groß – hier muss etwas getan werden, dass wir den Bedarf decken können“, appellierte er auch an die anwesenden Politiker. Auch auf die jüngsten Entscheidungen zur Schulentwicklung warf Enzensperger einen Blick und betonte, dass alles versucht werde, die Aula der Nonnenbachschule zu erhalten – und erntete spontanen Applaus. „Wir müssen aber auch klar sagen: Wir wissen nicht, ob wir das hinbekommen“.

Außerdem seien die Wünsche des Seniorenrats berücksichtigt worden und in das neue Projekt der Hemigkofener Straße integriert worden. 400-Meter Bahn, Bürgerbus, Straßen und Internet, Verschuldung sowie Bürgerbeteiligung und Transparenz gehörten ebenso zu seinen Ausführungen, nach denen er zusammenfasste: „Ich bin mit dem, was ich erreichen wollte, zufrieden – und ich hoffe, Sie sind es auch“. Immer wieder dankte er an verschiedenen Stellen denjenigen, die sich in der Gemeinde besonders im Ehrenamt einsetzen – wie beispielsweise in der Flüchtlingshilfe. Kressbronn habe mit den beiden Asylbewerberheimen in der Argenstraße und der Parkturnhalle 245 Prozent seines Solls der eigentlichen Kapazität zur Verfügung gestellt, lobte Daniel Enzensperger.

Ein besonders großes Lob und Dankeschön ging anschließend an Martin Zapf und Daniel Strohmaier, denen der Bürgermeister für ihre Verdienste die goldene Ehrennadel überreichte. Da Martin Zapf im Urlaub weilt, kam jedoch nur der Feuerwehrkommandant auf die Bühne. „Beiden sei ganz herzlich für ihre geleistete Arbeit und ihren Einsatz gedankt“, sagte Enzensperger, bevor er auf die Vita der beiden einging (siehe Kasten). „Das Ehrenamt prägt die Gemeinde wie kaum ein anderer gesellschaftlicher Faktor. Alle, die in der Gemeinde auf welche Weise auch immer ehrenamtlich tätig sind, verdienen Lob, Anerkennung und Respekt. Es ist der Gemeinde immer wieder ein besonderes Anliegen gewesen, allen dafür ganz herzlich zu danken“, schloss Enzensperger schließlich den offiziellen Teil und lud anschließend zum Stehempfang ein. Hier schenkten zum ersten Mal Gemeinderäte die Getränke aus – und meisterten ihren Job perfekt.

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