Ein Stück Lebensqualität

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Im Team macht auch Gartenarbeit besonders Spaß (von links): Rita Vechet, Petra Sachs-Gleich und Elfriede Will.
Im Team macht auch Gartenarbeit besonders Spaß (von links): Rita Vechet, Petra Sachs-Gleich und Elfriede Will. (Foto: Big)
Brigitte Geiselhart

Kressbronn blüht auf: Unter diesem Motto gibt es am Sonntag, 17. Juni, wieder die Möglichkeit, bei der Kressbronner Garten-Tour 2018 Gärten mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu besuchen. Von 10 bis 17 Uhr stehen Besuchern neben den öffentlichen Parkanlagen „Seegarten“ und „Seepark & Schlösslepark“ auch verschiedene private Gartentüren offen. Diese Gärten – vor allem auch die Menschen, die dahinterstehen – wollen wir unseren Lesern in einer Serie vorab vorstellen. Heute: der Garten des Hofguts Milz in Retterschen.

Im Team mit netten Leuten zusammenzuarbeiten, das ist einfach besonders schön. Das merkt man beim Besuch auf der Hofanlage Milz sofort. Gut gelaunt werden die Blumen- und Gemüsebeete gegossen, auch das lästige Unkraut gejätet. „Dienst“ hat heute Petra Sachs-Gleich – sie ist auch Vorsitzende des „Verein zur Erhaltung der Hofanlage Milz“ – zusammen mit Rita Vechet und Elfriede Will. „Unser Verein hat rund 180 Mitglieder. Wer will, kann sich in vielfältiger Weise einbringen. Es ist schön, dass die Arbeit von so vielen ehrenamtlichen Schultern getragen wird“, berichtet Petra Sachs-Gleich. Das Anwesen Milz sei ein kostbares Symbol für die in der Geschichte wurzelnde, unverwechselbare Identität der Gemeinde Kressbronn, sagt sie. Schön sei natürlich, dass man auch von Außenstehenden Interesse und Begeisterung spüren dürfe. Dies werde nicht nur bei der Kressbronner Garten-Tour immer wieder deutlich. Und tatsächlich: Ein vorbeifahrender Radler hält kurz an, stellt ein paar Fragen, sagt: „Danke, dass ihr das macht“ – und fährt wieder weiter.

Der Garten trägt die konzeptionelle Handschrift von Emma Woyte und Rosemarie Marquart. „Gibt es was Besseres, als hier an der frischen Luft zu arbeiten?“, sind sich auch Rita Vechet und Elfriede Will an diesem heißen Frühsommerabend einig und haben schon mal zur Gießkanne gegriffen. Elfriede Will outete sich als „Ureinwohnerin“ Kressbronns. Schon als Kind habe sie im Garten der Eltern mitgeholfen. „Ich erinnere mich noch gut daran, dass man den Pferdemist mit Schaufeln von der Straße geholt hat – als Dünger für den Garten“, erzählt die Schulsekretärin im Ruhestand. „Wenn ich irgendwo gebraucht werde, dann packe ich an“, ist ihre Devise. So ist sie zum Beispiel auch bei Gemeinderadtouren für Gäste gerne mit von der Partie. Die gleiche Liebe zum Ehrenamt hat auch Rita Vechet. Sie stammt aus Salem, wohnt seit 44 Jahren in Kressbronn und engagiert sich unter anderem im kulturellen Bereich. Außerdem macht sie viel Sport und Fitness. „Und nicht zuletzt hält der Garten mich jung. Das ist ein Stück Lebensqualität für mich“, freut sich die ehemalige Sekretärin über das freundschaftliche Miteinander im Hof-Milz-Team.

Blumen, Kräuter, Gemüse, Erdbeeren. Die lila Blüten der Haferwurzeln sind bezaubernd und der Duft des „Echten Seifenkrauts“ lässt zart an Nelken erinnern. „Mir gefällt auch, dass man immer wieder neue Blumenarten und Kräuter und sogar deren Heilwirkungen kennenlernt“, wirft Elfriede Will ein. „Gerade im bunten Durcheinander begünstigen sich viele Pflanzen gegenseitig und erleichtern somit die Schädlingsabwehr“, ergänzt Petra Sachs-Gleich. Ein tolles Team. Kein Wunder, dass die Arbeit hier so viel Spaß macht.

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