Craft Beer lässt Krimi-Slam verdauen

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Dr. Reinhold Kugel (links) und Slammer Marvin Suckut vereinen Krimi-Poetry und Craft Beer.
Dr. Reinhold Kugel (links) und Slammer Marvin Suckut vereinen Krimi-Poetry und Craft Beer. (Foto: Helmut Voith)
hv und Helmut Voith

„Ausverkauft“ ist lange vor Beginn des vorletzten Krimi-Events an der Tür zum Foyer des Kressbronner Rathauses gestanden. Etwas Besseres konnten sich die Veranstalter der „poetischen Bierermittlungen“ mit Crime-Time-Slam und Craft-Beer-Verkostung nicht wünschen an einem Abend, an dem in der Umgebung reizvolle Konzerte lockten. Die Gäste haben jedenfalls viel gelacht und applaudiert, auch schon früh, als es noch kaum Bier zu verkosten gab.

Unterhaltsam informierte Reinhold Kugel über das voll im Trend liegende Craft Beer. Man fühlte sich bei dem Diplom-Biersommelier bestens aufgehoben. Dass die Craft Biere im Trend liegen, freut vor allem die Hopfenbauern, denn statt 60 bis 100 Gramm pro Hektoliter werden bei diesen Bieren durchaus 1,5 Kilogramm Hopfen verwendet. Weltweit sei der Bierabsatz bis 2012 kontinuierlich gestiegen und liege jetzt auf hoher Ebene, doch werde er wahrscheinlich wieder etwas absinken. In Deutschland, früher einem der klassischen Biertrinkerländer, sei er bereits deutlich eingebrochen. An diesem Abend wurden bei der Verkostung Biere mit einem Alkoholgehalt bis zu 12,8 Prozent gereicht – in kleinen Dosen, versteht sich. Dass auch hierzulande die Zahl kleiner Brauereien deutlich zunimmt, war an dem breiten Angebot zu schmecken, das der Fachmann für die Präsentation ausgewählt hatte.

Ob die im Wechsel damit vorgetragenen „Crime Time Slam“-Texte von dem mehrfachen baden-württembergischen Poetry-Slam-Vize-Meister Marvin Suckut neue Freunde für den Poetry Slam gewonnen haben, ist anzunehmen, denn die Besucher haben viel gelacht. Er hatte noch einen Kollegen aus Berlin mitgebracht. So bekam man Einblicke in die Szene, die sich in Berlin inzwischen auf Bahnhöfen breitgemacht hat. So direkt zum Thema der Kriminächte passten die Darbietungen allenfalls am Rande. Es war ja durchaus witzig, wenn eine Geschichte, die aus kurzen Mitteilungen bestand, auf etwa 50 Zetteln verteilt vorgelesen und zu Boden gelassen wurde – im Herbst fallen die Blätter. Ob das Aussehen der Genitalien des männlichen Protagonisten unbedingt von allgemeinem Interesse war, sei dahingestellt. Es wurde auch hier brav gelacht.

Zur letzten Krimi-Nacht kommen am 4. Dezember Ski-Ikone Marc Girardelli und Michaela Grünig mit ihrem Kriminalroman „Eiskalte Spiele“.

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