Bodensee-Marathon erlebt gelungenen Neuanfang

Susanne Backmeister

Nach zwei Jahren Pause hat der Internationale Bodensee-Marathon des TV Kressbronn sein Comeback gefeiert. Zur 48. Auflage kamen insgesamt 454 Läuferinnen und Läufer. Starke Regenfälle machten es ihnen nicht leicht, doch der guten Stimmung tat das keinen Abbruch.

Besonders glücklich war der Langenargener Stammgast Robin Hanser. Er gewann überraschend den Halbmarathon. „Das ist mein vierter Sieg bei meinem Heimlauf. Gerechnet habe ich nicht damit, denn es sind viele gute Läufer dabei“, sagte Hanser. Eine Stunde und 17 Minuten brauchte er für die 21 Kilometer lange Strecke. Eine Premiere war die Teilnahme der Siegerin des Halbmarathons: Karin Osterrieder aus Ravensburg. „Mir liegt es eigentlich, wenn es kühl und nass ist, aber zwischendrin war es teilweise so nass, dass man in der Wiese laufen musste, weil der Weg unter Wasser stand“, meinte Osterrieder. Sie nutzte den Lauf als Trainingseinheit für ihren nächsten Marathon. Gestartet sind die Teilnehmer an der Festhalle in Kressbronn, über Betznau ging es zwölf Kilometer entlang der Argen wieder zurück zur Festhalle.

Schneller als gedacht

Die lange Distanz, 42,195 Kilometer, entschied Ruud Buteijn aus Rotterdam für sich. Er macht am Bodensee mit seiner Familie Urlaub und da bot es sich für ihn an, in Kressbronn mitzumachen. „Ich suche mir immer einen Marathon in meinen Ferien aus. Aber dieser war mein erster nach neun Monaten Verletzungspause“, sagte Buteijn. Er hatte sich zum Ziel gesetzt, die Strecke in drei Stunden zu bewältigen, war aber schneller als gedacht mit seiner Zeit von zwei Stunden und 47 Minuten.

Mit einem satten Abstand von zwölf Minuten zur zweitplatzierten Heike Obergasser gewann die ehemalige Profi-Triathletin und mehrfache deutsche Duathlon-Meisterin Kathrin Paetzold aus Memmingerberg das Rennen bei den Frauen. Die ersten 26 Kilometer ist sie zusammen mit Obergasser und den Pacemaker für die Zeit von 3:30 Stunden gelaufen. „Dann wurde ich schneller und das war dann schon zäh, alleine auf der Strecke“, so Paetzold. „Aber ab Kilometer 37 ging es wieder in die Zivilisation und die Leute haben wirklich motiviert und mitgemacht an der Strecke. Das war sehr schön.“ Nach drei Stunden und 23 Minuten kam Paetzold an der Festhalle in Kressbronn an.

30 Kinder machen mit

Organisator Martin Katzke war froh, dass der Verein TV Kressbronn nach zwei Jahren Pause am Samstag wieder mit dem 48. Bodensee-Marathon an den Start ging. Bei der nächsten Auflage hofft Katzke auf mehr Anmeldungen. „Man merkt schon, dass die Teilnahme geringer ist. Maximal hatten wir schon 1300 Läufer dabei. Wir versuchen wieder auf 800 oder 900 Teilnehmer zu kommen“, meinte Katzke. Das Comeback am vergangenen Samstag soll als Initialzündung dienen. „Wir wollen vor allem mehr Werbung an der Schulen für den Kids Run 2023 machen,“ so Katzke. 30 Kinder absolvierten die 1,7 Kilometer lange Strecke.

Der Bodensee-Marathon ist auch nach fast 50 Jahren immer noch ein beliebtes Event für die Einheimischen am See. Der Kressbronner Michael Romano meldete sich als Pacemaker für die Zeit 1:45 Stunden beim Halbmarathon mit Freude, um „diesem schönen Lauf, an dem ich selbst schon oft dabei war, etwas zurückzugeben und andere zu motivieren“. Die gleichen Beweggründe hatte auch Josia Nusser aus Friedrichshafen, der den Läuferinnen und Läufern die Orientierung für die Zeit 3:15 Stunden beim Marathon vorgab: „Ich möchte der Running Communitiy das zurückgeben, was ich bei meinen eigenen Läufen erfahre und andere supporten“, erklärte Nusser.

Für den Ausrichter TV Kressbronn mit seinen 2200 Mitgliedern und 15 Abteilungen ist der Marathon sehr wichtig. „Das ist unsere Vereinsveranstaltung. Das sogenannte Wirgefühl wird dadurch gestärkt“, erklärte der langjährige Vorsitzender Robert Marzini. Über 120 Helfer aus allen Abteilungen sind beim Bodensee-Marathon im Einsatz. Sie feierten traditionell am Samstagabend ihr Helferfest. „Da wird zusammen alles gegessen und getrunken, was noch übrig ist und wir schmieden dann neue Pläne fürs nächste Jahr“, erklärte der Kressbronner Marzini.

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