Beim 5. Kunstcampus wird eifrig experimentiert

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Fünfter Kressbronner Kunstcampus: Bevor die jungen Fotografen in kleinen Gruppen ausschwärmen, erklärt Kees Tillema noch etwas T
Fünfter Kressbronner Kunstcampus: Bevor die jungen Fotografen in kleinen Gruppen ausschwärmen, erklärt Kees Tillema noch etwas Theorie. (Foto: Helmut Voith)
Helmut Voith

Da sitzen doch tatsächlich in der letzten Ferienwoche am Dienstagmorgen um neun Uhr 15 Jugendliche im Kunstraum der Parkschule und hören gebannt dem Fotografen Kees Tillema zu, der sie in die Geheimnisse der Fotografie einführt. Am Montag hat der fünfte Kressbronner Kunstcampus begonnen, Veranstalter ist, wie Organisatorin Gudrun Teumer-Schwaderer der „Schwäbischen Zeitung“ berichtete, der Arbeitskreis Kunst der Kulturgemeinschaft.

Wieder ist das Interesse bei den Schülern der fünften bis zehnten Klassen so groß gewesen, dass gar nicht alle zum Zug gekommen sind. Zehn Minuten nach dem Anmeldebeginn am 31. Mai um 8 Uhr im Kulturbüro im Bahnhof war der Campus bereits ausgebucht, auch wenn der Leiter Kees Tillema zu den ursprünglich angesetzten zwölf Teilnehmern noch drei hinzunahm – mehr nicht, denn schließlich wollte er sich jedem Einzelnen widmen können.

Seit man mit Smartphones immer besser fotografieren kann, ist das Fotografieren aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken – doch viel mehr Möglichkeiten bietet die Arbeit mit einer Spiegelreflex- oder Systemkamera. In seinem Kunstcampus zum Thema „Fotografie“ weckt Tillema das Interesse für Zusammenhänge und ermuntert die Jugendlichen zum Experimentieren.

An diesem Morgen sitzen die Jugendlichen im Halbkreis um ihn herum, er steht vor der Tafel, auf der vom Vortag noch die möglichen Verschlusszeiten in einer Reihe stehen. Er erzählt von der Blende, von der einzustellenden Empfindlichkeit. Er erinnert an das Gelernte vom Vortag, wünscht sich Fragen. Die Theorie serviert er in kleinen Dosen, sie ist nur Mittel zum Zweck, um zu noch besseren Ergebnissen zu kommen. Tillema, jahrelang Dozent für Fotografie in Holland und heute noch Gastdozent an der Pädagogischen Hochschule in Weingarten, hat lange Erfahrung im Fotografieren sowie im Unterrichten und er kann sich auch auf seine jungen Zuhörer einstellen. Ihnen gibt er als Anregung jeweils ein Motto für den Tag vor, heute sind es „huisje, boomje, beestje“ – Häusle, Bäumle und Biestle, in Holland ein Begriff für das ganz Alltägliche: Sie sollen die schönsten Außen- und Innenansichten des Schulgebäudes suchen, die schönsten Bäume im Park und in puncto „Biestle“ Porträts voneinander machen, immer mit Blick auf die Lichtverhältnisse, auf Schattenspiele.

In Kleingruppen schwärmen sie aus. Vor dem Eingang hantiert ein Schüler mit einem Spiegel, wirft Lichtpunkte an die Wand, andere gehen ganz nah an die Bäume heran. Zwei Studentinnen der PH Weingarten helfen Kees Tillema als Assistentinnen. Sie begleiten Schüler, die beispielsweise ans Seeufer wollen. Besonders gefragt sind sie als Hilfestellung an einem der Laptops. Auch der Experte hilft bei Fragen, wie das oder jenes funktioniert, er hilft auch aus, wenn ein Akku versagt, eine Einstellung nicht passt. Er schlägt sich wacker – gar nicht so leicht bei so vielen verschiedenen Kameratypen.

Konrektorin Gudrun Teumer-Schwaderer schaut herein, freut sich, wie begehrt die Plätze sind: „Wir stellen die Infrastruktur zur Verfügung, alles andere macht Kees. Es ist toll, was die Kinder erfahren: die Seherfahrungen, die spielerischen Experimente, der Spaß im Team.“

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