Bücherei räumt schon vor der Einweihung Preis ab

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Bücherei räumt schon vor der Einweihung Preis ab
Bücherei räumt schon vor der Einweihung Preis ab (Foto: Fotos: ANDY HEINRICH)

Die Architektenkammer Baden-Württemberg fand in ihrer Jurybegründung, dass das alte Stadel durch seine Umnutzung zur Bücherei eine selbstverständliche wie zeitgemäße Optik erhalten habe. Zugleich bleibe die historische Struktur nachvollziehbar.

„Wir haben es geschafft, wir sind drin“: Büchereileiterin Sigrid Kögler und ihr Team hat seit Montag wieder ein „Zuhause“. Zusammen mit Regierungspräsident Klaus Tappeser, Bürgermeister Daniel Enzensperger und zahlreichen Gästen haben sie die neuen Räume in der Hemigkofener Straße feierlich eingeweiht. Dabei platzte der Mehrzweckraum aus allen Nähten, sodass viele Gäste den offiziellen Teil nicht mitverfolgen konnten.

Gebäude mit Geschichte

Dafür entschuldigte sich Bürgermeister Enzensperger gleich zu Beginn und erläuterte, dass der Festakt ursprünglich vor der Bücherei geplant gewesen sei, das Wetter jedoch dem Ganzen „einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Deshalb sind wir nun hier im Mehrzweckraum und können gleichzeitig zeigen, was dieser alles kann.“ Er warf einen Blick auf den Stadl von 1923, „einem Gebäude mit langer Geschichte“. Besonders freue er sich, mit dem Einzug der Bücherei auch die Bildung in die Ortsmitte und damit die „Bildung in die Mitte der Gemeinde“ zu rücken.

Allerdings: „Wir schaffen es auch dieses Mal wieder, ein Gebäude einzuweihen, dass noch nicht ganz fertig ist“, sagte er mit einem Schmunzeln und dankte neben allen Beteiligten vor allem den „guten Seelen der Bücherei“ – Sigrid Kögler, Daniela Kling, Ilona Schmid und Kate Ebeler – für ihre Geduld und ihr Engagement. Schließlich seien bis nachmittags noch die Handwerker da gewesen, was den Einzug deutlich erschwert und eine ganz besondere Flexibilität des Team abverlangt habe.

Bibliotheken mit Zukunft

Regierungspräsident Klaus Tappeser erläuterte in seiner Ansprache, weshalb es heute noch Bibliotheken trotz Digitalisierung brauche. „Gerade in der heutigen Zeit, in der sich populistische Gedanken breitmachen, sind Bildung und Information der einzige Weg, den Populismus zu bekämpfen. Machen Sie von ihrem Verstand, von ihrer Vernunft Gebrauch.“ Die Anwesenden forderte er auf, die Bücherei zu besuchen, sich zu informieren und sich weiterzubilden. „Was Alexa von Google ist oder Siri in einem anderen System das ist Frau Kögler in ihrer Bücherei.“

Bevor Pfarrer Ulrich Steck und Pfarrer Uli Adt das neue Gebäude segneten und einen Karton voller Bibeln als Geschenk überreichten – die Bibel sei das Buch der Bücher und dürfe hier natürlich nicht fehlen – , ergriff Architekt Thomas Steimle das Wort. „Ich bin überwältigt und begeistert – überwältigt von den vielen Gästen und begeistert von dem tollen Stück Architektur, das hier in den letzten drei Jahren entstanden ist.“ Besonders stolz zeigte er sich, dass die neue Bücherei noch vor ihrer Einweihung bereits eine Auszeichnung der Architektenkammer Baden-Württemberg bekommen hat. Auch die Gäste waren sich einig: Die Verbindung zwischen alt und neu ist hier besonders toll gelungen.

Sigrid Kögler machte auf die „analogen Neuerungen“ aufmerksam: So gebe es einen Stillarbeitsraum wie auch ein Lesecafé, zudem seien die Öffnungszeiten am Donnerstag verlängert worden (16 bis 19 Uhr). „Ich will nicht verschweigen – es war ein Kraftakt in den vergangenen Wochen. Ich bin wirklich stolz, in so einem tollen Team zu arbeiten.“

Die Architektenkammer Baden-Württemberg fand in ihrer Jurybegründung, dass das alte Stadel durch seine Umnutzung zur Bücherei eine selbstverständliche wie zeitgemäße Optik erhalten habe. Zugleich bleibe die historische Struktur nachvollziehbar.

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